Verkehrskontrollen
Kampfansage an Raser

Die Polizei in der Oberpfalz hatte ihre Messgeräte in der vergangenen Woche im Einsatz, 2500 Verkehrsteilnehmer wurden "erwischt". Bild: Polizei
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Regensburg
09.07.2016
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Raser fahren im Juli in ganz Bayern unter schärferer Aufsicht - besonders auf Landstraßen. Die Polizei in der Oberpfalz hat bereits in der vergangenen Woche verstärkt kontrolliert und zieht Bilanz.

Weiden/Amberg. (nt/az/dpa) "Auf den Landstraßen führt zu schnelles Fahren zu den meisten tödlichen Verkehrsunfällen", sagte Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag in der Nähe von Pommersfelden (Kreis Bamberg). Er habe deshalb angeordnet, dass die Polizei im Juli die Geschwindigkeit verstärkt überwachen soll. Jedes Polizeipräsidium kontrolliere gezielt an besonders unfallgefährdeten Stellen.

Tödliche Raserei


Im vergangenen Jahr starben nach Angaben des Ministeriums beinahe zwei Drittel der Verkehrstoten in Bayern (393 von 614) auf Landstraßen, während dort nur etwas mehr als jeder vierter Verkehrsunfall passierte (111 799 von 391 125). Rund ein Viertel aller tödlichen Verkehrsunfälle in Bayern gehen demnach auf Raser zurück: 2015 kostete zu hohe Geschwindigkeit 177 Menschen auf Bayerns Straßen das Leben, im Vorjahr waren es 193 gewesen.

69 km/h zu schnell


Die erste Juliwoche hat die Polizei in der Oberpfalz genutzt, um die Autofahrer genauer unter die Lupe zu nehmen und über die Risiken des zu schnellen Fahrens aufzuklären. Laut Mitteilung des Polizeipräsidiums vom Freitag waren mehr als 550 Beamte bei der Aktion "Kühler Kopf statt heißer Reifen" im Einsatz - vom 1. Juli, 6 Uhr, bis 6. Juli zur selben Zeit. Laut ihrer Bilanz wurden insgesamt 51 000 Fahrzeuge mit Einseitensensoren, Laser-Messgeräten und Multanova-Radargeräten gemessen. Bei mehr als 2500 Verkehrsteilnehmern gab es laut Polizei Geschwindigkeitsverstöße zu beanstanden.

Je nach Höhe der Tempoüberschreitung haben sie mit Verwarnungsgeldern, Anzeigen mit Punkten und gegebenenfalls Fahrverboten zu erwarten. 86 Autofahrer wurden zudem wegen nicht angelegter Sicherheitsgurte, dem Benutzen von Mobiltelefonen während der Fahrt oder anderer Verstöße angehalten. Negativ-Spitzenreiter war ein Autofahrer, der auf der B 299 in Seugast die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern um 69 km/h überschritt. Er muss 480 Euro zahlen, bekommt zwei Punkte und ein Fahrverbot für drei Monate.
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