Von Jungfrauen und Alchemisten

Vermischtes
Regensburg
10.07.2015
5
0

Was könnte sich ein Besucher in Regensburg anschauen, der zwar immer wieder mal in die Stadt kommt, aber zu wenig Zeit hat, sich wirklich ausgiebig dem Sightseeing zu widmen?

Gästeführerin Christa Zehentbauer hat sich an die diffizile Aufgabe gewagt, spontan zehn Tipps dafür zu nennen. Ihre Empfehlungen haben wir in den Stadtplan in dieser Beilage aufgenommen (auf den Seiten 4 und 5). Leicht war es für sie nicht, sich zu beschränken, zu reich an historischen Sehenswürdigkeiten ist die Stadt an der Donau. So nennt sie uns beim Spaziergang durch die Altstadt auch mehr als die gewünschten zehn Stationen. "Wählen Sie einfach selbst aus!", bietet sie an. Die Endauswahl trifft auf ihre Zustimmung. Gottseidank, alles richtig gemacht ...

Ergänzungen fallen ihr zu beinahe jeder Station ein. Die Schottenkirche St. Jakob (Station 2) etwa reduziere sich nicht allein auf das einzigartige Portal, sondern müsse unbedingt auch innen näher gewürdigt werden, der Jugendstil-Tanzsaal (Station 1) habe nicht nur eine Decke, die ihresgleichen suche, sondern auch einen mit echten Federn abgepolsterten Tanzboden und war deswegen einst Magnet für Tänzer - auch aus der weiteren Region.

"Besonders bei schönem Wetter ist ein Besuch in der Volkssternwarte (Station 3) ein Erlebnis." Die "Fürstliche Schatzkammer" (Station 4), ein paar Gehminuten weiter, berge nicht nur einmalige Exponate, jetzt im Sommer sei das Café im Hof mit seinen lauschigen Plätzchen ein idealer Ort für eine Verschnaufpause.

Knie wund gerieben

Für sie privat von Bedeutung ist die Maria-Läng-Kapelle (Station 5): "Ich habe mir hier schon selbst oft die Knie wund gerieben und Maria um Beistand gebeten", offenbart Christa Zehentbauer. Vor dem Dom verharrt sie selbst fast ratlos, so überwältigt ist sie immer wieder von seiner Monumentalität. Hier Details hervorzuheben, fällt ihr schwer. Ein Wahrzeichen von Stadt und Dom sei aber das "Schifflein Petri" (Station 6). Sie dreht sich um und blickt zum "Haus Heuport" am Domplatz. Hier macht sie auf das Relief "Törichte Jungfrau und der Fürst der Welt" aufmerksam (Station 7). Und erzählt gleich noch etwas über dieses prominent platzierte Gebäude: Das "Haus Heuport" habe einst den Hansgrafen als Wohngebäude gedient. Die Hansgrafen seien die "Rechtsanwälte der Kaufleute" gewesen und als solche sehr einflussreich. Seinen Namen habe das Gebäude von der "Heupforte", einem ehemaligen Portal, auf das die Bewohner sehen konnten. Betritt man das "Haus Heuport", so umfängt den Besucher sofort noch etwas von der einstigen Aura des Hauses. Heute ist es Café, Bar, Restaurant.

In der Alchemistenküche der alten Schnupftabakfabrik (Station 8) gerät sie ins Schwärmen: "Was wir hier haben, ist in meinen Augen einzigartig in ganz Deutschland. Das ist viel zu wenig bekannt." Sie zeigt auf uralte Bottiche und Gerätschaften, die noch im Jahr 2000 für die Produktion genutzt wurden, und nimmt "a Pris". Wer selbst mal schnupfen will, der kann freitags, samstags und sonntags jeweils um 14.30 Uhr an einer Führung teilnehmen.

Streicheleinheiten

Auch einen Abstecher auf den Turm der Dreieinigkeitskirche (Station 9) empfiehlt die Gästeführerin: "Schon allein des tollen Ausblicks wegen." Und zuletzt dürfe man nicht versäumen das "Mäuschen" an der Neuen Waag (Station 10) am Haidplatz zu streicheln. Wer das tue, komme nämlich auf jeden Fall wieder in ihre schöne Stadt.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.