Weihnachtsmärkte in Bayern öffnen kommende Woche
Vorsichtige Vorweihnachtsstimmung

Die Sicherheitsmaßnahmen von Weihnachtsmärkten wie dem Nürnberger Christkindlesmarkt wurden auch in diesem Jahr verstärkt. Die Zuständigen setzen dabei vor allem auf Polizeipräsenz. Archivbild: Daniel Karmann/dpa
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Regensburg
21.11.2016
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Regensburg/Augsburg. Punsch und Plätzchen, festliche Musik, Christbaumschmuck und Handwerkskunst gibt es ab kommender Woche wieder auf den vielen Weihnachtsmärkten in Bayern. Die Saison beginnt - auch ohne winterliches Wetter. Am Montag öffnen als erste große Märkte der Christkindlmarkt in Regensburg und der Augsburger Christkindlesmarkt, dessen Wurzeln bis ins 15. Jahrhundert reichen. Besucher dürfen sich auf Glühwein und Likör, auf Stollen, Würstchen und weihnachtliche Handwerkskunst freuen.

Im Laufe der Woche beginnen auch in anderen bayerischen Städten die Weihnachtsmärkte. Im vergangenen Jahr - wenige Wochen nach den Terroranschlägen in Paris - waren die Sicherheitsmaßnahmen auf diesen Veranstaltungen bayernweit verstärkt worden. Auch heuer setzt die Polizei vermehrt Streifenbeamte ein.

Beamte statt Zäune


Einen Zaun und Einlasskontrollen wie beim Oktoberfest soll es an den Weihnachtsmärkten in Bayern aber nicht geben. Stattdessen gehen uniformierte und zivile Streifenbeamte zwischen den festlich beleuchteten Verkaufsbuden auf Patrouille. "Das erhöht das Gefühl der Sicherheit", erläuterte der Marktleiter in Augsburg, Werner Kaufmann. Auch Kameras seien im Einsatz.

Ähnlich ist die Situation in anderen Städten. "Es sind mehr Beamte unterwegs", sagte ein Sprecher der Münchener Polizei. Selektive Taschenkontrollen seien möglich - jedoch nicht nur wegen einer Terrorgefahr, sondern auch, um Taschendiebe, betrunkene Randalierer und andere Kriminelle zu fassen. "Das sind die alltäglichen Probleme." Zum Teil haben die Märkte zusätzlich private Sicherheitsdienste engagiert.

Der weltbekannte Christkindlesmarkt in Nürnberg startet am 25. November. Das Nürnberger Christkind, die 19-jährige Barbara Otto, wird wie üblich am Freitag vor dem ersten Advent das "Städtlein aus Holz und Tuch" eröffnen. Die Besucher aus dem In- und Ausland können dann wieder traditionellen Weihnachtsschmuck, die berühmten Lebkuchen und Punsch kaufen. Für Sicherheit sorgt auch dort die Polizei, wie ein Sprecher des Marktamtes sagte.

In München locken in den Adventswochen gleich mehrere Märkte Einheimische und Touristen an. Auf dem Marienplatz etwa, im Innenhof der Residenz, an der Münchner Freiheit und am Chinesischen Turm im Englischen Garten. Spezielle Angebote gibt es mit dem Mittelaltermarkt am Wittelsbacher Platz sowie mit einem schwul-lesbischen Christkindlmarkt im Glockenbachviertel.

In Regensburg gibt es um die Neupfarrkirche Lichterglanz. Der dortige Christkindlmarkt hat eine 220 Jahre alte Tradition und bietet kulinarische Genüsse und handwerkliche Kunst. Festliche Stimmung gibt es zudem beim Weihnachtsmarkt im Innenhof des Schlosses Thurn und Taxis.

HintergrundGlühweinstände und Kirmesbuden werden auch zum Ende dieses Jahres Millionen Menschen in die deutschen Innenstädte locken. Der Handel hofft auf gute Geschäfte. "Weihnachtsmärkte schaffen die Atmosphäre, die zur Kauflaune beiträgt - genauso wie die Weihnachtsbeleuchtung", hieß es beim Einzelhandelsverband HDE. Nach Umfragen für den Deutschen Schaustellerbund steigt die Besucherzahl der Märkte seit Jahren. 2012 strömten demnach 85 Millionen zu den Ständen und Karussells, neue Zahlen werden nun ermittelt.

"Ich glaube, dass die Besucherzahlen und Umsätze eher weiter gestiegen sind", sagte Hauptgeschäftsführer Frank Hakelberg. "Weihnachtsmärkte werden mehr und mehr zum touristischen Ziel und im Stadtmarketing genutzt", meinen die Schausteller, die auf den Märkten gut eine Milliarde Umsatz machen, mehr als ein Viertel der Jahressumme. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) geht von rund 2500 Märkten aus, die Schausteller von 1500. Nach Institutsangaben gibt ein Weihnachtsmarktbesucher im Schnitt 12 Euro an den Ständen aus und weitere 20 Euro in den Geschäften ringsum. HDE erwartet ein Rekordweihnachtsgeschäft mit mehr als 90 Milliarden Euro Umsatz. (dpa)
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