Wenzenbachs früherer Bürgermeister angeklagt
80000 Euro veruntreut

Vermischtes
Regensburg
22.09.2016
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Ende Juni wurde bereits der Kämmerer für schuldig befunden, nun steht der frühere Bürgermeister von Wenzenbach (Kreis Regensburg) vor Gericht. Untreue in vier besonders schweren Fällen lautet der Vorwurf.

Wegen Veruntreuung von rund 80 000 Euro muss sich seit Mittwoch der Ex-Bürgermeister vor Gericht verantworten. Dem 66-Jährigen wird vor dem Amtsgericht Regensburg Untreue in vier besonders schweren Fällen vorgeworfen. Er soll das Geld im Zusammenwirken mit seinem Kämmerer veruntreut haben. Laut Anklage ging es um die Auszahlung von Geld für nicht genommene Urlaubstage sowie um nicht korrekt abgeführte Lohnsteuer.

Der frühere Bürgermeister räumte die Vorgänge zum Prozessauftakt zwar grundsätzlich ein. Er gab dabei aber an, er habe sich damals voll und ganz auf seinen Kämmerer verlassen. "Ich habe ihm so vertraut, dass ich nichts geprüft habe", gab der 66-Jährige am Mittwoch zu Protokoll.

Letztlich wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten vor, dass er drei Beschäftigten - darunter dem Geschäftsleiter - über Jahre Leistungsprämien bewilligte, obwohl dies nach den Gesetzesvorschriften nur für einen Beamten, und auch für diesen nur für ein Jahr, statthaft war. Insgesamt beliefen sich dies Prämien auf 27 319 Euro.

Von diesen Vorschriften will der Angeklagte nichts gewusst haben. Ihm sei nur aus seiner Zeit als Postbote bekannt gewesen, dass es so etwas gibt. Auch seien die drei Begünstigten immer zum Wohl der Wenzenbacher Bürger dagewesen.

Kämmerer verurteilt


Der Kämmerer war wegen der Vorfälle bereits Ende Juni zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Zudem muss er 10 000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Der Mann hatte in dem Verfahren ein Teilgeständnis abgelegt. Als Zeuge im Prozess gegen den früheren Bürgermeister gab der Kämmerer am Mittwoch zu Protokoll, er habe diesen durchaus auf Problembereiche angesprochen. Die habe der Bürgermeister nicht wahrnehmen wollen und etwa betreffend der Lohnsteuer betont, diese zahle die Gemeinde.

Zwei Verhandlungstage


Ein erster Prozessanlauf gegen den früheren Bürgermeister war im vergangenen Juli gescheitert. Damals war der zuständige Richter erkrankt. Nun hat das Amtsgericht für das Verfahren noch zwei weitere Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird in der kommenden Woche erwartet.

Ich habe ihm so vertraut, dass ich nichts geprüft habe.Angeklagter über seinen Kämmerer
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