Zeitung macht Schule
So ein Theater mit "Tschick"

Im Theaterfundus lagern Kleidungsstücke für jeden Bedarf. Bild: hfz
Vermischtes
Regensburg
15.03.2016
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Regensburg/Weiden. Erst 2010 ist der Jugendroman "Tschick" von Wolfgang Herrndorf erschienen. Und schon jetzt gehört er zum Bildungskanon und wird als Schullektüre geschätzt.

Von der Klasse 8f des Kepler-Gymnasiums Weiden

Auch die Klasse 8f des Weidener Kepler-Gymnasiums setzte sich mit dem Werk auseinander - unter anderem mit einem Theaterbesuch Ende Januar. Zunächst aber gewährte die Theaterpädagogin Claudia Erl den Schülern einen Blick hinter die Kulissen des Regensburger Theaters.

Blick in die Maske


Claudia Erl führte uns in den prunkvollen Konzertsaal. Dort erläuterte sie die verschiedenen Sparten, die das Theater bietet. Im Anschluss daran beantwortete Erl alle Fragen: Was passiert eigentlich hinter der Bühne? Wo werden die Kostüme aufbewahrt? Wie werden sie geschneidert? Wir durften sogar einen Blick in die Maske werfen und hatten Glück, dass gerade die Schauspieler für die Abendvorstellung geschminkt wurden.

Besonders die Echthaarperücken bestaunten wir und stellten uns vor, welches neue Aussehen sie den Schauspielern verleihen konnten. Ein Stockwerk darüber befindet sich der prallgefüllte Kostümfundus, in dem wir viele außergewöhnliche Kleidungsstücke entdeckten, unter anderem ein Zwiebelkostüm sowie eine Schneemann-Verkleidung. Insgesamt werden in der Kostümkammer über 30 000 Kostümteile für die regelmäßige Benutzung gelagert. Abschließend bekamen wir noch den beeindruckenden Theatersaal zu sehen, der sich über mehrere Etagen mit Logenplätzen erstreckt.

In ihm würden auch an diesem Abend bis zu 500 Theaterbesucher Platz finden, die ein Schauspiel mit einem - unserer Ansicht nach - recht modernen Bühnenbild zu sehen bekommen sollten.

Nach einem Bummel durch die Regensburger Altstadt sowie einem gemütlichen Abendessen erwarteten wir schon voller Vorfreude die Vorführung von "Tschick" im Jungen Theater Regensburg am Bismarckplatz. Nachdem das Stück zu diesem Zeitpunkt bereits vier Jahre lang aufgeführt worden war, hatten wir die Ehre, an diesem Abend die "Derniere" zu sehen und damit die letzte - erneut ausverkaufte - Aufführung der Erfolgsgeschichte von Mike und Tschick verfolgen zu können. Auch wenn das Bühnenbild recht einfach gehalten war und nicht einmal für Szenen an verschiedenen Orten auffällig umgestaltet wurde, konnten wir die beiden vierzehnjährigen Jugendlichen auf ihrer Reise in die "Walachei" doch emotional begleiten.

Den erwachsenen Schauspielern gelang es äußerst gut, durch ihre professionelle Darstellung die Rollen der beiden Minderjährigen zu verkörpern, auch wenn man sich als Zuschauer erst an diese Merkwürdigkeit gewöhnen musste. Besonders mitreißend wirkten auch die Ton- und Lichttechnik, die die vielen Gesprächsszenen zwischen Mike und Tschick passend untermalte. Unserer Meinung nach wurde das Stück zurecht vier Spielzeiten lang aufgeführt und von unglaublich vielen Zuschauern mit Begeisterung gesehen.

Anschließend beschäftigten wir uns in der Schule im Deutschunterricht mit der Frage, ob "Tschick" Parallelen zu einem Roadmovie aufweist, wie vielerorts diskutiert wird. Unserer Meinung nach trifft dieses Film-Genre durchaus auf die Handlung von "Tschick" zu.

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