Regensburger Hafen bleibt wichtiges Drehkreuz
Einbruch beim Schiffsverkehr

Im vergangenen Jahr ging der Güterumschlag im Regensburger Donauhafen zurück. Bild: Bayernhafen Regensburg)
Wirtschaft BY
Regensburg
20.03.2016
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Regensburg. Weniger Verkehr am Regensburger Hafen: Der Güterumschlag ist 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent zurückgegangen. Der Transport per Schiff brach um ein Viertel ein. Dennoch bleibt der Hafen für viele Branchen ein wichtiges Drehkreuz.

Rund 8 Millionen Tonnen an Gütern passierten im vergangenen Jahr den Regensburger Hafen, meldete die Bayernhafen-Gruppe am Freitag. Davon wurden 1,65 Millionen Tonnen per Schiff transportiert, 25 Prozent weniger als 2014. Der Einbruch sei unter anderem auf einen starken Rückgang im Schiffsumschlag bei Mineralölerzeugnissen zurückzuführen. Für deren Transport sei vermehrt die Bahn eingesetzt worden.

Getreide in alle Welt


Langfristig erwartet die Bayernhafen-Gruppe wegen der Energiewende keine nennenswerten Umschlagszuwächse bei Mineralöl und Kohle mehr. Den größten Anteil am Schiffsgütertransport machen weiter landwirtschaftliche Erzeugnisse aus. Von Regensburg wird Getreide zu den Seehäfen an der Nordsee und von dort in die ganze Welt geliefert. Der Bahngüterumschlag legte um 9 Prozent auf 1,98 Millionen Tonnen zu. Beim Containerumschlag ist die Bayernhafen-Gruppe an der Kapazitätsgrenze angelangt. Bis Herbst 2016 wird das Container-Terminal deshalb für zehn Millionen Euro erweitert.

Mehrmals wöchentlich starten in Regensburg Containerzüge zu den Seehäfen Hamburg und Bremerhaven. Mit 4,37 Millionen Tonnen bleibt der Lastwagen das Transportmittel Nummer eins beim Umschlag in Regensburg. Die Lkw sorgen für die regionale Verteilung von Gütern. 90 Unternehmen mit etwa 2000 Mitarbeitern sind am Regensburger Hafen angesiedelt. "Als Standort-Architekt passen wir Standorte und Flächen immer wieder neu an die Anforderungen der Ansiedler und der verladenden Wirtschaft an", erklärte Joachim Zimmermann, Geschäftsführer der Bayernhafen-Gruppe.

Ein Jubiläumsfest feierte der Regensburger Hafen 2015 zum 150-jährigen Bestehen der Donauländebahn, die den Bahnhof mit dem Donauufer verbindet. "Die Verknüpfung der Verkehrsmittel ist damals wie heute Grundvoraussetzung für den effizienten Güterumschlag", betonte Niederlassungsleiter Dieter Haack. Der Regensburger Hafen habe sich zu einer Logistik-Drehscheibe für ganz Ostbayern entwickelt.

913 Kreuzfahrtschiffe


In Kooperation mit der Stadt betreibt die Bayernhafen-Gruppe an der Donaulände auch die Anlegestelle für die Flusskreuzfahrt. Hier legten 2015 insgesamt 913 Kreuzfahrtschiffe an, wegen des monatelangen Niedrigwassers knapp 13 Prozent weniger als im Vorjahr.

Das Niedrigwasser im regenarmen vergangenen Jahr beeinträchtigte die Schifffahrt an allen Bayernhafen-Standorten. In Aschaffenburg, Bamberg, Nürnberg, Roth, Regensburg und Passau ging der Schiffstransport insgesamt um 15 Prozent zurück. Der Gesamtumschlag lag 2015 bei 30,73 Millionen Tonnen, knapp 2 Prozent weniger als im Vorjahr.
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