Bayern-Ei: Neue Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Regensburg gegen Amtstierarzt
Gewerblicher Betrug in 480 Fällen

Wirtschaft
Regensburg
07.12.2015
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In der Salmonellen-Affäre um Bayern-Ei hat die Staatsanwaltschaft Regensburg weitere Details ihrer Vorwürfe gegen einen Amtstierarzt bekanntgegeben. Der Mann soll sich auch der Beihilfe zum gewerblichen Betrug in 480 Fällen schuldig gemacht haben, teilte die Behörde am Samstag mit.

Wie Oberstaatsanwalt Theo Ziegler sagte, handle es sich um 480 Lieferungen von möglicherweise verseuchten Eiern, von denen der Veterinär vermutlich gewusst habe. Verbraucherschutzministerin Ulrike Scharf (CSU) muss am Dienstag im Kabinett über den Skandal um die niederbayerische Firma berichten. Der beschuldigte Amtstierarzt ist Mitarbeiter des Landratsamtes Straubing-Bogen. Landrat Josef Laumer (CSU) zeigte sich nach Bekanntwerden der mutmaßlichen Verstrickungen in der Salmonellen-Affäre "tief betroffen". "Wir sind alle ratlos", sagte er dem "Straubinger Tagblatt" (Samstag). Der Ermittlungsbehörde sagte Laumer dem Bericht zufolge volle Unterstützung zu.

Bisher war nur bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Regensburg dem staatlichen Kontrolleur Beihilfe zu einem Fall von Körperverletzung mit Todesfolge sowie zu gefährlicher Körperverletzung in 40 weiteren Fällen vorwirft. Der Mann befindet sich in Untersuchungshaft. Zudem soll er laut Ministerin Scharf im Dezember 2013 möglicherweise eine Probe manipuliert haben. Von ihr erwartet Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Dienstag einen schriftlichen Bericht. Er sei "für totale Transparenz, ohne Rücksicht auf irgendjemand und irgendetwas".

Das Unternehmen Bayern-Ei hat nach derzeitigem Stand mehrfach mit Salmonellen verseuchte Eier verkauft. Laut Staatsanwaltschaft sollen allein in Österreich zwischen Juni und September 2014 insgesamt 78 Menschen an einer Magen-Darm Entzündung erkrankt sein. Ein 94-Jähriger starb sogar nach dem Verzehr. Der frühere Geschäftsführer sitzt deshalb seit August in Untersuchungshaft.
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