Baywa Oberpfalz bietet digitale Dienstleistungen für Landwirte an
Dank Drohne bessere Ernte

In der Schädlingsbekämpfung setzt die Baywa Oberpfalz neuerdings auf Drohnen: (von links) Werner Moosmüller, Meinrad Wimmer, Heribert Schulte, Erich Zepf und Alfred Schmidts. Bild: Gibbs
Wirtschaft
Regensburg
28.04.2016
207
0

Die Schädlingsbekämpfung ist im digitalen Zeitalter angekommen. Die Baywa Oberpfalz bietet Landwirten seit neuestem Drohnenflüge zur Sicherung des Mais-Ertrags an. Das Interesse ist groß. Weniger erfreulich ist die Umsatzentwicklung der Baywa Oberpfalz im vergangenen Jahr.

Die Live-Vorführung am Donnerstag vor dem Baywa-Standort Obertraubling (Kreis Regensburg) machte die Effizienz deutlich: Alle sieben Meter wirft die Drohne auf einer vorgegebenen Route eine Kapsel mit Schlupfwespen-Eiern ab. Auf einem Maisfeld angewendet, nisten sich die Wespen in das Eigelege des gefürchteten Maiszünslers ein und bekämpfen diesen. Dis zu 150 Hektar Land soll in der Oberpfalz in diesem Jahr so behandelt werden, berichtete Agrar-Spartengeschäftsführer Meinrad Wimmer. Die Baywa Oberpfalz blickt auf ein "schwieriges" Geschäftsjahr zurück, wie Werner Moosmüller, Leiter des Business Service Centers (BSC) Ostbayern beim Jahres-Pressegespräch erklärte. Wegen der Tiefpreise bei Getreide und Rohöl ging der Umsatz auf 378 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 417 Millionen Euro). Die Baywa ist in der Oberpfalz mit vier Sparten an 33 Standorten mit 725 Mitarbeitern, darunter 70 Auszubildende, vertreten.

Der umsatzstärkste Bereich ist mit einem Anteil von 38 Prozent der Agrarhandel, gefolgt von den Sparten Baustoffe (23 Prozent), Technik (21 Prozent) und Energie (18 Prozent). Alle Sparten verzeichneten Umsatzeinbußen. Dennoch investierte das Handelsunternehmen 2015 6,4 Millionen Euro in Projekte in der Oberpfalz. Möglich war das, da der Gesamtkonzern durch internationale Projektgeschäfte das Ergebnis vor Steuern und Zinsen im Vergleich zum Vorjahr gesteigert hatte.

Die Agrarsparte verzeichnete laut Wimmer eine gute Getreideernte und eine wegen der starken Trockenheit schwache Maisernte. "Die Bestände sind uns regelrecht weggebrannt." Die Nachfrage nach Dünge- und Pflanzenschutzmittel war hoch. Nicht zufrieden zeigte sich Wimmer mit den "sehr niedrigen" Erzeugerpreisen. Eine immer größere Rolle spielen auf den Oberpfälzer Höfen neue Technologien, berichtete Technik-Spartengeschäftsführer Heribert Schulte. So hätten im vergangenen Jahr 19 Betriebe in Milchviehlaufställe mit vollautomatischem Melksystem investiert. Auch die Sparte Energie verzeichnete Umsatzeinbußen. Schuld daran war das niedrige Preisniveau von Rohöl, erklärte Regionalleiter Alfred Schmidts. Auch die Rohbaustoffe waren preislich stark unter Druck, ergänzte Erich Zepf, Regionalleiter für Baustoffe. Wachstumstreiber war der städtische Wohnungsbau. "Wegen der niedrigen Zinsen investieren die Leute weiterhin in ,Betongold'."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.