Domspitzmilch zeigt neues Hochregallager in Regensburg
Die Mega-Butterdose

27 000 Kubikmeter für Butter und Käse: Das neue Hochregallager von Domspitzmilch in Regensburg ist seit dem vergangenen November im Betrieb. Viele Besucher nutzten am Informations- und Festwochenende die Gelegenheit, bei Werksführungen einen Blick in das neue Lager zu werfen. Bilder: Gibbs
Wirtschaft
Regensburg
19.06.2016
311
0
 
Franz Kustner (Zweiter von rechts), 31 Jahre im Vorstand von Domspitzmilch, wurde von Aufsichtsratsvorsitzendem Gerhard Gradl, Ehren-Aufsichtsratsvorsitzendem Albert Deß und Geschäftsführer Norbert Bauer (von links) verabschiedet.

Die Milcherzeuger haben gerade wenig Grund zu feiern. Dennoch nahm die Domspitzmilch-Genossenschaft die Vorstellung ihres riesigen neuen Hochregallagers zum Anlass, Besuchern einen Blick in das Regensburger Werk zu gewähren.

Bereits seit November vergangenen Jahres ist der imposante, silbern-glänzende Lagerbau auf dem Gelände des Regensburger Milchwerks in Betrieb. Der 27 000-Kubikmeter-Raum bietet Platz für 5300 Paletten-Stellplätze. Zusammen mit dem bestehenden Hochregal stehen nun 7000 Stellplätze zur Verfügung. Der Hintergrund: Regensburg wird aus logistischen Gründen vom Milchkonzern Bayernland, zu dem Domspitzmilch seit 2008 gehört, zu einem neuen Zentrallager-Standort ausgebaut. Etwa sieben Millionen Euro wurden in das neue Hochregallager investiert, sagte Geschäftsführer Norbert Bauer gegenüber unserer Zeitung.

Drehscheibe Regensburg


65 000 Tonnen Waren werden künftig jährlich über Regensburg abgewickelt. 40 000 Tonnen werden in Regensburg selbst und je rund 12 000 Tonnen in den Käsereien Amberg und Bayreuth produziert. Das Hochregallager teilt sich auf in einen Kühlbereich für die Logistik und einen Tiefkühlbereich für Blockbutter aus Regensburg. Weil Butterfett vor allem vor Weihnachten zur Plätzchen-Saison gekauft wird, muss die im ersten Quartal produzierte Blockbutter tiefgefroren werden, damit sie für das Herbstgeschäft zur Verfügung steht.

Einer, der die hiesige Milchbranche seit über drei Jahrzehnten begleitete, wurde am Samstag feierlich verabschiedet. Franz Kustner aus Ehenfeld (Kreis Amberg-Sulzbach) war seit 1985 im Vorstand von Domspitzmilch tätig. 2001 wurde er zum Vorstandschef von Domspitzmilch und 2007 zum Vorstandsmitglied von Bayernland gewählt. Eng verbunden sei Kustners Karriere bei Domspitzmilch mit der Fusion des Milchhofs in Amberg mit Regensburg 1984, blickte Klaus Hein vom Genossenschaftsverband Bayern zurück.

Ehrennadel für Kustner


Er dankte Kustner für dessen "unermüdliches Engagement" und steckte ihm die Goldene Ehrennadel des Deutschen Genossen- und Raiffeisenverbands an. "Mit Ihnen geht ein hochgeschätzter genossenschaftlicher Aktivist von Bord." Von der Vertreterversammlung war der 65-jährige Kustner am Samstagvormittag einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt worden. Ein neuer Vorstandsvorsitzender soll im Juli gewählt werden. Kustner selbst blickte auf "bewegte Zeiten mit Turbulenzen und Notmaßnahmen" zurück. Als er vor 31 Jahren Verantwortung im Vorstand der Milchwerke Regensburg übernahm, sei die Marktlage gekennzeichnet gewesen von hohen Beständen an Butter und Magermilchpulver, die die Finanzierbarkeit der Agrarpolitik überforderten.

Heute sei die Lage fast noch schwieriger, weil nach dem Ende der Milchquote der Markt die ordnende Hand mit allen Konsequenzen sei. Nach zwei Jahren der Talfahrt bei den Milchpreisen gebe es in den vergangenen Wochen "Gott sei Dank einen kleinen Silberstreif am Horizont", sagte Kustner. Derzeit liegt der Milchpreis bei 24,5 Cent, erklärte Geschäftsführer Bauer. Er hofft, die Talsohle durchschritten zu haben. Wesentlich höher liegt mit 49 Cent der Preis für Bio-Milch.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.