Ein Team der Universität Regensburg entwickelt Lernspiel, damit online nicht jeder alles sieht ...
Privatsphäre: alles nur Einstellungssache

Wirtschaft
Regensburg
31.10.2014
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Urlaub, Party, Familienfeiern: Die Kamera ist immer dabei. Nutzer digitaler Plattformen teilen Bilder und Nachrichten aus dem Privatleben mit Fans, Freunden und Followern. Jahre später kommen diese Fotos und Meldungen manchmal wie ein digitaler Bumerang zurück und zerstören die Hoffnung auf den neuen Job oder eine Beziehung. Obwohl diese nur für Freunde sichtbar sind - vermeintlich.

Steigt die Zahl der Beiträge und Vernetzungen auf Plattformen wie Facebook, Twitter oder Google+, wird es zunehmend schwerer, den Überblick über Bilder, Beiträge und deren Privatsphäreneinstellungen zu behalten: Wer kann was sehen? Freunde, Familie oder alle? Die Plattformen bieten meist die Möglichkeit festzulegen, welche Kontakte darauf Zugriff haben sollen. Der bewusste Umgang damit bleibt aber häufig das ungeliebte Stiefkind für die Nutzer.

"Die Erwartungen an den Datenschutz sind hoch, das Handeln der Nutzer deckt sich allerdings nicht damit", sagt Professor Dr. Günther Pernul. Der 53-jährige gebürtige Österreicher unterrichtet am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik an der Universität Regensburg. "Wir haben in einer Studie festgestellt, dass rund 50 Prozent der Nutzer die Sichtbarkeit der eigenen Beiträge falsch einschätzen."

Die Ergebnisse der Studie waren "dramatisch" für die Macher: "Wir müssen etwas tun." Die mehrjährige Forschungstätigkeit im Bereich Datenschutz und Privatsphäre, aus der auch zwei Dissertationen hervorgegangen sind, war das theoretische Fundament für die Entwicklung von "Friend Inspector".

Dieses sogenannte "Serious Game" zielt als Lernspiel darauf ab, das Bewusstsein für Privatsphäre beim Umgang mit digitalen Kommunikationsplattformen zu erhöhen. "Wir wollen Wissen transportieren und nicht als Oberlehrer auftreten", beschreibt Pernul den spielerischen Ansatz des Programms.

Der "Friend Inspector" richtet sich vornehmlich an Jugendliche und junge Erwachsene. "Die Gruppe der 15- bis 25-Jährigen ist besonders von den Konsequenzen der Privatsphäreeinstellungen betroffen." Den Köpfen hinter dem "Serious Game" war schnell klar, dass der eher spielerische Ansatz jungen Nutzern die Hemmschwelle nimmt, sich mit dem eigenen Verhalten auseinanderzusetzen. "Es gibt Punkte für das Wissen und man kann die Ergebnisse teilen. Damit setzt auch ein Wettbewerb unter den Anwendern ein, besser zu sein als andere."

Das Spiel setzt laut Pernul damit "alles um, was wir selbst über den Datenschutz wissen." Um eine höchstmögliche Transparenz über die Anwendung herzustellen, ist der Quellcode des Programms Open Source. Entwickler können überprüfen, ob eine Sicherheitslücke oder versteckte Hintertür eingebaut ist. Auch eine Weiterentwicklung durch weitere Programmierer ist damit möglich. "Wir sind an unserer Leistungsgrenze angekommen."

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/friendinspector
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