Experten informieren beim Ost-West-Forum Bayern über die Märkte in ihren Ländern
Chancen für Investitionen in Osteuropa

Sie informierten über die Chancen und Trends der Märkte Osteuropas: Von links Michael Kern (AHK Polen), Sebastian Metz (AHK Rumänien), Maren Diale-Schellschmidt (AHK Baltische Staaten), Alfred Brunnbauer (IHK Regensburg) und Gabriel Brennauer (AHK Ungarn). Bild: Hinterberger
Wirtschaft
Regensburg
30.10.2015
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Exportieren oder Investieren? Diese Frage stellen sich derzeit viele Mittelständler mit Blick auf Osteuropa. Beim 7. Ost-West-Forum Bayern in der IHK in Regensburg informierten sich deswegen rund 110 Unternehmensvertreter über die Chancen und Trends auf diesem Märkten. Rede und Antwort standen ihnen dabei Experten aus Russland, Weißrussland, Polen, Rumänien, Ungarn und den baltischen Staaten.

"Es gibt keine Bereiche, von denen man sagen kann, es läuft komplett gut. Es gibt aber auch keine Bereiche von denen man sagen kann, es läuft komplett schlecht", beschrieb Jens Böhlmann von der Auslandshandelskammer (AHK) in Russland die Lage in seinem Land. Gut laufen würden zum Beispiel die Bereiche, die nicht von den russischen Sanktionen betroffen sind - zum Beispiel die Energiewirtschaft oder auch die chemische Industrie. Außerdem biete die momentane Lage Potenzial für Investitionen. "Die Preise sind im Keller, sowohl bei den Immobilien als auch bei den Mitarbeiterlöhnen", erklärte Böhlmann. "Mutige gehen jetzt nach Russland." Ebenfalls zwei Seiten hat der polnische Markt, wie Michael Kern von der AHK Polen erklärte. Durch gute Zahlen sowohl in der Binnennachfrage als auch im Export, habe sich das Land in den letzten Jahren positiv entwickelt. Momentan würden sich vor allem die Bereiche Abwasser und Energie für Investitionen deutscher Mittelständler anbieten. Aber auch in der Automobilbranche, bei Logistik, Transport, Schienen- und Straßeninfrastruktur würde "etwas gehen".

Wobei zum Beispiel der Schienenverkehr derzeit extrem im Wandel sei. "Er ist momentan doppelt so teuer wie in Deutschland, dafür nur halb so schnell", beschrieb Kern die aktuelle Lage. Aus diesem Grund würde der polnische Schienenverkehr in den nächsten vier bis fünf Jahren durch Sonderprogramme auf den aktuellen Stand gebracht werden.

"Die baltischen Staaten sind für Deutschland interessante Partnerländer für Produktion und Beschaffung", beschrieb außerdem Maren Diale-Schellschmidt von der AHK Baltische Staaten, das Potenzial von Estland, Lettland und Litauen. Spannend seien für deutsche Mittelständler zum Beispiel die Bereiche Umwelt, Energie oder Stadtentwicklung. Grundsätzlich sei "Made in Germany" im Baltikum aber immer gerne gesehen - eine Aussage, der auch ihre Kollegen aus den anderen Auslandshandelskammern zustimmten.
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