Freistaat setzt auf die Schiene
Experten-Resolution für den Ostkorridor

Von links Staats-sekretär Gerhard Eck (CSU), Anton Steinberger (Burghausen), Joachim Wolbergs (Regensburg), Harald Fichtner (Stadt Hof), Oliver Bär (Landkreis Hof) und Karl Fischer vom Logistik-Kompetenz-Zentrum Prien. Bild: LKZ Prien
Wirtschaft
Regensburg
20.10.2016
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Die Wirtschaft in Bayern brummt. Das schlägt sich auf den Güterverkehr nieder. Experten gehen davon aus, dass sich der seewärtige Außenhandel Bayerns bis 2030 mehr als verdoppeln wird. Darauf muss sich auch die Oberpfalz vorbereiten, meinen Experten.

(gib) Um den Straßenverkehr zu entlasten, setzt der Freistaat auf die Schiene. Neben der überlasteten Westtrasse über Nürnberg soll der sogenannte Ostkorridor ausgebaut werden, der durch die Oberpfalz führt. Verdoppeln bis verdreifachen soll sich der Außenhandel über die Seehäfen in der Region von Burghausen über Regensburg nach Hof. "Hier ist der Zuwachs exorbitant, das ruft nach Infrastruktur", sagte Karl Fischer, Geschäftsführer des Logistik-Kompetenz-Zentrums (LKZ) Prien am Mittwochabend in Regensburg. Im Auftrag der drei Stadtregionen hat das LKZ eine Resolution verfasst, die der Regensburger OB Joachim Wolbergs, der Hofer OB Harald Fichtner, der Hofer Landrat Oliver Bär und Anton Steinberger, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Burghausen, im Salzstadel unterzeichneten.

Die Resolution richtet sich an die Bundesregierung mit der Bitte, den Ausbau, die Ertüchtigung und die Elektrifizierung des Ostkorridors vorrangig zu betreiben sowie an die bayerische Staatsregierung, dieses Anliegen zu unterstützen.

Polit-Gast aus München


Persönlich entgegen nahm die Resolution für den Freistaat Staatssekretär Gerhard Eck aus dem bayerischen Innenministerium. Er betonte, dass der Ostkorridor, der von den deutschen Seehäfen über Uelzen, Stendal, Reichenbach/Vogtland, Hof, Regensburg und Burghausen nach Salzburg und weiter bis zu den Nord-adriahäfen führt, schneller für den Güterverkehr nutzbar gemacht werden soll. "Wir wollen den Ostkorridor zu den nordadriatischen Häfen weiterentwickeln, da sich die Handelsbeziehungen von den USA verstärkt in Richtung Asien verlagert haben."

Das bayerische Innenministerium hat die Studie finanziell gefördert, die Regensburg, Hof und Burghausen beim LKZ Prien in Auftrag gegeben hatten. Ziel der Studie war es, kurzfristige Maßnahmen zu erarbeiten, um schon vor dem Ausbau und der Elektrifizierung des Ostkorridors diese Strecke als Alternative nutzen zu können. So soll beispielsweise der Rückbau vorhandener Infrastruktur für den Schienengüterverkehr gestoppt werden. Auch das Baustellenmanagement und die Leercontainerversorgung sollen optimiert werden.

An Anwohner denken


Langfristig sei es wichtig, den Ost-korridor als Teil des transeuropäischen Verkehrsnetzes zu realisieren, sagte Fischer. Erst auf dieser Grundlage könnten entsprechende EU-Fördermittel beantragt werden. Zu berücksichtigen seien die Belange der Anwohner, gerade was den Lärmschutz angeht. Die Bürger sollen der Resolution zufolge frühzeitig in den Planungsprozess eingebunden werden. Dringend sei die Teilstrecke Landshut-Mühldorf neu zu bewerten, erklärte Fischer. Der Abschnitt wurde bislang nicht, wie die Strecke Hof-Regensburg, in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 aufgenommen.
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