In bevorzugter Lage nur begrenztes Angebot

Wirtschaft
Regensburg
27.10.2014
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Schaffe, schaffe, Häusle baue: In Zeiten niedriger Zinsen setzen die Menschen zur Geldanlage auf die eigene Immobilie. Davon profitiert auch die Landesbausparkasse. Doch das Geschäft könnte noch besser laufen.

Mit 1,6 Millionen Kunden und acht Milliarden Euro Neugeschäft ist die LBS die führende Bausparkasse im Freistaat. "Bausparen ist angesichts der historisch niedrigen Zinsen das ideale Instrument, um den Erwerb und Erhalt von Wohnimmobilien zu finanzieren und das aktuelle Zinsniveau langfristig zu sichern", erklärt Vorstandschef Franz Wirnhier bei einem Pressegespräch in Regensburg.

Die wachsende durchschnittliche Bausparsumme sei ein Beleg dafür, dass eine ansteigende Zahl von Verträgen bereits beim Abschluss unmittelbar mit einer konkreten Immobilienfinanzierung verbunden sei. "Die derzeitigen Zins-Chancen, welche die Finanzierungen erleichtern, wollten viele Menschen nutzen", sagte der LBS-Chef. Gerade im Raum Regensburg bleibe die Nachfrage nach Wohnimmobilien extrem hoch.

In der Oberpfalz habe die Sparkassen-Immo, die gemeinsame Maklergesellschaft von LBS und Sparkassen, in diesem Jahr bereits Kaufimmobilien im Wert von 90 Millionen Euro vermittelt. Anders ausgedrückt, waren dies 742 Objekte bis Ende September. Bayernweit spricht die LBS von 8000 Objekten in diesem Zeitraum und einem Wert von 1,5 Milliarden Euro. Wirtschaftsstärke und Zinstief begünstigten die hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien.

Dämpfend, so Wirnhier, wirke sich im Immobiliengeschäft dagegen das vergleichsweise geringe Angebot aus. So sei die Zahl der Baufertigstellungen beispielsweise in Regensburg auf lediglich 418 Wohneinheiten im vergangenen Jahr massiv zurückgegangen. "In der boomenden Region Regensburg wäre für deutlich mehr Neubauten eine Nachfrage vorhanden." Allerdings gebe es inzwischen genehmigte Großprojekte wie etwa am früheren Rangierbahnhof, auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik oder am Donaumarkt.

Preise legen weiter zu

Die hohe Nachfrage und das begrenzte Angebot hätten die Kaufpreise im vergangenen Jahr bayernweit erneut steigen lassen. "In der Oberpfalz kostete ein gebrauchtes Eigenheim durchschnittlich 7,1 Prozent - mehr als ein Jahr zuvor." Wirnhier spricht von 300 000 bis 800 000 Euro, die heute neue Doppel- und Reihenhäuser in Regensburg kosten. Objekte in bevorzugten Lagen seien nicht unter 450 000 Euro zu finden.

Bei neuen Eigentumswohnungen müsse man sich in Regensburg auf 3000 bis 5500 Euro pro Quadratmeter einstellen. Die LBS hat Hochrechnungen für die kommenden Jahre angestellt: Bis 2030 werde die Wohnflächennachfrage im Raum Regensburg um rund ein Viertel zunehmen. Der LBS-Chef stellte fest, dass der Bausparmarkt in Bayern nie zuvor so groß war wie im vergangenen Jahr. Alle Bausparkassen hätten neue Verträge über 21,6 Milliarden Euro vermittelt. "Damit ist Bayern im Vergleich aller Bundesländer die Nummer eins beim Bausparen." Die LBS sei daran mit 230 000 neuen Verträgen und einer Bausparsumme von über acht Milliarden Euro beteiligt.

"Es zeigt sich, dass viele Menschen auf das LBS-Bausparen setzen, um für einen Immobilienkauf vorzusorgen, um sofort Haus oder Wohnung zu finanzieren oder um für eine Renovierung ihres Eigenheims gerüstet zu sein", sagt Wirnhier. In der Oberpfalz seien 156 000 Menschen Kunden der LBS Bayern, in Stadt und Landkreis Regensburg 34 000.
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