Neue Jobs wie am Fließband

Blick in das BMW-Werk in Regensburg. Auch die Oberpfälzer Standorte des Autobauers werden vom geplanten Stellenaufbau profitieren - das scheint gesichert. Unklar ist noch, in welchem Umfang. Archivbild: dpa
Wirtschaft
Regensburg
11.02.2015
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Die Geschäfte der deutschen Autobauer laufen auf hohen Touren. Der VW-Konzern will daher die Marke von 600 000 Arbeitsplätzen im Sommer knacken. Auch BMW verspricht Tausende zusätzliche Stellen im Inland. Und davon dürften auch die Standorte in der Oberpfalz profitieren.

(üd/dpa) BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch sagte dem "Münchner Merkur", die gute Auftragslage treibe die Neueinstellungen auf bisher unbekannte Höhen: "Während andere Unternehmen Entlassungen durchführen, werden wir in Deutschland in diesem Jahr 5000 Menschen fest einstellen." Dies sei ein Höchstwert in der Geschichte des Unternehmens.

Chancen für Zeitarbeiter

BMW-Group-Sprecher Jochen Frey mochte auf Nachfrage unserer Zeitung die von Schoch genannte Zahl nicht bestätigen. "Wir werden aber in diesem Jahr sicherlich - wie in den vergangenen zwei Jahren auch - eine größere Zahl an Mitarbeitern einstellen." Dabei werde auch ein großer Teil bisheriger Zeitarbeitskräfte sein, die unbefristet fest eingestellt würden. Was bedeutet das für die Oberpfälzer BMW-Werke in Regensburg und Wackersdorf (Kreis Schwandorf)? "Wie sich das auf die einzelnen Standorte verteilt, können wir im Moment noch nicht sagen, aber wir werden voraussichtlich an allen deutschen Standorten wachsen." Bei einer Pressekonferenz in Regensburg könnte der Konzern am Donnerstag Details nennen - wir berichten in der Freitagsausgabe.

Im Konkurrenzkampf mit den Rivalen Audi und Mercedes-Benz hat BMW unterdessen einen winzigen Dämpfer erhalten: Die Münchner legten im Januar zwar beim Absatz um gut sechs Prozent auf 124 561 Stück zu. Audi war im gleichen Zeitraum jedoch auf 137 700 Neuwagen gekommen, Daimlers Hausmarke auf rund 125 900 Autos. Allerdings konnte die britische BMW-Tochter Mini ihren Absatz nach einem Modellwechsel um zwölf Prozent steigern, so kam der Konzern insgesamt auf 142 154 Neuwagen. 2014 hatten die Münchner erstmals die Marke von zwei Millionen verkauften Autos geknackt. Dieses Jahr erwartet BMW aber nur ein Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Magische Schwelle für VW

Positive Beschäftigungsaussichten gibt es auch beim Volkswagen-Konzern, der aus Sicht des Betriebsrats auch im laufenden Jahr Tausende neue Jobs schaffen wird. "Wir werden die 600 000 Mitarbeiter im Gesamtkonzern Mitte dieses Jahres überschreiten", sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh am Dienstag. Der Konzern mit mehreren Automarken ist Deutschlands größter privater Arbeitgeber und zählte Ende November 2014 fast 594 000 Beschäftigte, davon 271 000 (46 Prozent) im Inland.

Auch im laufenden ersten Quartal übernimmt VW in seinen deutschen Werken laut Osterloh all jene Leiharbeiter in eine Festanstellung, bei denen das Maximum der Zeitarbeit von drei Jahren am Stück erreicht ist - das sind gut 500. Die von ihm in Aussicht gestellten 600 000 Arbeitsplätze sind eine magische Schwelle: Weltweit gibt es nur ganz wenige Unternehmen, die noch mehr Menschen beschäftigen - etwa die US-Handelskette Walmart.
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