Nikolaus-Pakete bleiben liegen

Wirtschaft
Regensburg
06.12.2014
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In der Kontroverse um die Betriebsversammlungen am Vorabend des Nikolaustags versucht die Post, die Beeinträchtigungen der Paketzustellung am Samstag gering zu halten. Doch auch in Ostbayern werden Päckchen ihre Empfänger verspätet erreichen.

(dpa/tos) Die Post hat die am Freitag nahezu flächendeckend geplanten Betriebsversammlungen in mehr als 30 Paketzentren scharf kritisiert. Durch die Aktion soll die Paketabfertigung der Post über Stunden hinweg lahmgelegt werden. In der Folge rechnet die Gewerkschaft Verdi mit massiven Beeinträchtigungen der Paketzustellung am Nikolaustag. Mit den Betriebsversammlungen will die Gewerkschaft gegen die aus ihrer Sicht zu hohe Zahl von befristeten Arbeitsverträgen protestieren.

Auch im Regensburger Frachtzentrum blieben laut BR-Bericht "mehrere 10 000 Pakete" in der Oberpfalz und Teilen Niederbayerns liegen. Dort trafen sich die Postbeschäftigten von 14 Uhr bis 17 Uhr zur Versammlung. Die vorerst liegenbleibenden Pakete werden laut Verdi in den nächsten Tagen aufgearbeitet. Über die Bänder des Zentrums im Regensburger Osten laufen bis zu 32 000 Pakete pro Stunde. "Mich wundert schon, dass man ausgerechnet vor dem Nikolaustag, an dem alle Kinder auf ihre Geschenke warten, eine Betriebsversammlung abhält", sagte Vorstandschef Frank Appel der Zeitung "Der Tagesspiegel". Er sei aber zuversichtlich, dass die Post-Mitarbeiter alles geben würden, um die Folgen abzumildern. Der Aufruf zur Unterbrechung der Arbeit in den Paketzentren schade dem Unternehmen, hatte die Post zuvor mitgeteilt. Die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis wies die Kritik zurück: "Die Demokratie hört auch bei der Post nicht vor dem Werkstor auf. Es ist das Recht der Beschäftigten, zu Betriebsversammlungen zu gehen", so Kocsis.

"Prekäre" Arbeitsverhältnisse

Seit dem Frühsommer mache die Gewerkschaft auf die zu hohe Befristungsquote aufmerksam. Hier solle der Vorstand seine Hausaufgaben machen, statt mit dem Finger auf Andere zu zeigen. Kocsis hatte dem Unternehmen zuvor vorgeworfen, dass der Beschäftigungsaufbau im wachsenden Paketgeschäft "praktisch ausschließlich über befristete und damit prekäre Arbeitsverhältnisse" erfolge.

Nach Angaben der Gewerkschaft sind von bundesweit 131 000 Beschäftigten im Brief- und Paketbereich rund 24 000 Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen eingestellt. Die Post sprach dagegen von 14 700 befristeten Kräften und rund 9000 saisonalen Aushilfskräften. Für das Unternehmen seien Befristungen ein notwendiges Mittel für einen flexiblen Personaleinsatz, hieß es.
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