Oberpfälzer Metall- und Elektroindustrie blickt mit gemischten Gefühlen aufs nächste ...
Flaute trifft Firmen unterschiedlich

Licht und Schatten sieht Stefan Klumpp, Vorstandsvorsitzender der Bayme-VBM-Region Oberpfalz Nord, in der Metall- und Elektrobranche. Bild: Gibbs
Wirtschaft
Regensburg
18.12.2014
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Die konjunkturelle Flaute ist in der Oberpfalz angekommen: Die Firmen in der Metall- und Elektroindustrie bewerten die Lage nicht mehr so positiv wie vor einem halben Jahr. Branchenabhängig gibt es aber große Unterschiede. "Die Einschätzung der Lage ist sehr heterogen", fasste Stefan Klumpp am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Regensburg das Ergebnis einer Umfrage der Arbeitgeberverbände Bayme und VBM zusammen. Während die Geschäfte der Fahrzeughersteller und -zulieferer noch gut liefen, sehe es im Agrarbereich "signifikant schlechter" aus. Auch die Stahlindustrie stehe vor Problemen.

In der Baumaschinenbranche, in der Klumpp als Vorstand der Tirschenreuther Hamm AG beheimatet ist, gingen die Meinungen auseinander. "Unsere Auftragsbücher sind voll, aber Kollegen gehen durchaus skeptisch ins neue Jahr", sagte Klumpp, Vorstandsvorsitzender der Bayme-VBM-Region Oberpfalz Nord. Grundsätzlich gelte: "Wenn Firmen stark nach Russland orientiert sind, werden sie derzeit voll getroffen." Hamm könne die wegfallenden Geschäfte über einen international aufgestellten Vertrieb durch Märkte in der EU, den USA oder Indien ausgleichen. Das sei aber nicht jedem Unternehmen möglich.

Die unterschiedlichen Geschäftserwartungen führen insgesamt zu geringer Dynamik, glaubt Klumpp. Bei Produktion, Investitionen und Beschäftigungszahlen werde es kaum Veränderungen geben. Mit Blick auf die neue Tarifrunde mahnte er, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im Blick zu behalten. Einer der Gründe für die deutsche Sonderkonjunktur der vergangenen Jahre seien die vorausgegangenen "vernünftigen" Tarifabschlüsse gewesen. Was die Oberpfälzer Unternehmen ebenfalls umtreibt, sind die sinkende Zahl der Schulabgänger und der damit verbundene Fachkräftemangel. Einfache Tätigkeiten würden durch Verlagerungen ins Ausland und veränderte Prozesse zwar ohnehin wegfallen, sagte der Oberpfälzer Bayme-VBM-Geschäftsführer Hermann Brandl. "Aber bei Akademikern steigt der Bedarf, und bei Facharbeitern, Meistern und Technikern steigt er besonders."
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