Oberpfalz trotzt weltweiten Krisen
Metall- und Elektroindustrie will im Bezirk 1200 neue Stellen schaffen

Stefan Klumpp, Vorstandsvorsitzender der Bayme-VBM-Region Oberpfalz Nord. Bild: Gibbs
Wirtschaft
Regensburg
14.01.2016
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"Generell gut" - so geht es der Metall- und Elektro-Industrie in der Oberpfalz. Das erklärten die Arbeitgeberverbände Bayme und VBM am Donnerstag in Regensburg. Die exportorientierte Branche schafft es demnach bislang weitgehend, den weltweiten Krisen zu trotzen. Doch nicht alle Geschäftszweige laufen gut.

Die Oberpfälzer Unternehmer müssen sich auf eine stark auseinanderfallende Konjunktur in der Welt einstellen. Während sich der Markt in den USA und in Europa erholt, bleiben die Aussichten in Südamerika und Russland schlecht. Die Dynamik in China lässt weiter nach. Davon geht Stefan Klumpp, Vorstandsvorsitzender der Bayme-VBM-Region Oberpfalz Nord und Vorstand der Tirschenreuther Hamm AG, aus. Haupttriebfeder der positiven Entwicklung sei der schwache Euro. Überraschend gut liefen die Geschäfte 2015 noch mit den erdölreichen Ländern im Mittleren Osten. Das werde 2016 aber wohl einbrechen.

Mehrheit positiv gestimmt


Trotz insgesamt guter Lage stellte Klumpp fest: "Etliche Unternehmen haben 2015 gelitten." Dazu gehöre der Agrarbereich sowie Unternehmen, die im weitesten Sinne mit Rohstoffen und konventionellen Energien zu tun haben. Eine aktuelle Umfrage der Arbeitgeberverbände unter den Mitgliedsbetrieben ergab: Fast 65 Prozent der Firmen beurteilten die Geschäftslage im Inland positiv, nur 5 Prozent negativ. Das Auslandsgeschäft sahen 56 Prozent der Unternehmen als gut an, für 5 Prozent lief es schlecht.

Um sich auf dem Markt zu behaupten, ist für Klumpp die Innovationskraft entscheidend: "Wir müssen Produkte entwickeln, die einen technischen Vorsprung und gleichzeitig einen akzeptablen Preis haben." Zudem müssten die Unternehmer ihre Kosten im Griff haben: Während sie von niedrigen Rohstoffpreisen profitieren, würden die Lohnkosten stetig steigen. Mit Blick auf die Tarifrunde 2016 pochte Klumpp in Richtung Gewerkschaft auf einen "vernünftigen, maßvollen" Abschluss.

Gleichzeitig will die Metall- und Elektro-Industrie ihre Belegschaft in der Oberpfalz weiter ausbauen. Die Arbeitgeberverbände rechnen im ersten Halbjahr 2016 mit 1200 neuen Festanstellungen. Empfindlich reagieren sie auf Einmischungen aus der Politik, wenn es um Zeitarbeit und Werkverträge geht. Beides seien wichtige Instrumente, um auf dem Weltmarkt reagieren zu können.

Gute Lohnaussichten


Der Fachkräftemangel habe sich noch nicht sonderlich auf die Branche ausgewirkt. Klumpp führt das nicht zuletzt auf die guten Lohnaussichten in der Industrie zurück. Hinzu komme, dass die Beschäftigten im Alter länger arbeiteten. "Wir sind der Premium-Arbeitgeber", bestätigte Hermann Brandl, Leiter der Oberpfälzer Bayme-VBM-Geschäftsstelle. "Daher haben wir weniger Probleme, Leute zu finden."
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