Präsident des Motorradclubs Falkenstein Alfred E. wegen Drogendelikt vor Gericht
"Duff Kong" belastet

Wirtschaft
Regensburg
02.12.2014
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Der ehemalige Präsident des Motorradclubs Falkenstein steht vor Gericht - nicht zum ersten Mal. Diesmal geht es um grenzüberschreitende Drogengeschäfte. Über die hat nun einer seiner mutmaßlichen früheren Komplizen ausgesagt - nicht zu seinen Gunsten.

Seit sechs Wochen sitzt der 56-jährige Energieanlagen-Elektroniker Alfred E. auf der Anklagebank vor der 2. Strafkammer des Landgerichts Regensburg. Wegen des dringenden Tatverdachts, die Einfuhr von Crystal-Speed finanziert zu haben, ist er seit Januar in der Justizvollzugsanstalt Weiden in Untersuchungshaft. Unter dem Namen "Duff Kong" hatte er als Präsident des MC Falkenstein (Kreis Cham) für Angst und Schrecken gesorgt, aber auch Jahre hinter Gittern verbracht.

Der Anklageschrift zufolge soll er im Frühjahr 2012 "zwei alte Bekannte" beauftragt haben, in Tschechien 500 Gramm Crystal-Speed für 10 000 Euro zu kaufen, um die Droge dann im nördlichen Landkreis Regensburg mit Gewinn weiterzuverkaufen. Einer der damaligen Dealer hatte den Angeklagten bereits am zweiten Verhandlungstag entlastet. Danach soll "Duff Kong" einen Rückzieher gemacht haben, weil ihm die Sache "zu heiß" gewesen sei. Schließlich habe ihm der Angeklagte die 10 000 Euro privat gegeben und ihm dabei das Versprechen abgenommen das Geld nicht für "dieses Geschäft" zu verwenden.

"Straflose Vorbereitung"

Diese Aussage nahm die Verteidigerin Veronika Huber zum Anlass, am gestrigen vierten Verhandlungstag den Antrag zu stellen, den Haftbefehl gegen ihren Mandanten aufzuheben - oder zumindest außer Vollzug zu setzen. Sie sah aufgrund dieser Aussage den Vorwurf der Mittäterschaft als nicht erwiesen an. Allenfalls würde es sich um "straflose Vorbereitung" handeln. Damit würde auch die von der Staatsanwaltschaft angenommene Flucht- und Verdunklungsgefahr entfallen.

Anschließend musste unter großen Sicherheitsvorkehrungen der zweite Komplize aussagen, der unter Zeugenschutz steht. Ihm hatte die Staatsanwaltschaft für den Fall einer Kooperation und eines Geständnisses eine "wohlwollende Prüfung" seiner eigenen Straftaten zugesichert. Im Gegensatz zu seinem Dealer-"Kollegen" entpuppte er sich als richtiges Plaudertäschchen. In seiner zweistündigen Vernehmung bestätigte er den Ablauf des Geschäfts so, wie ihn die Staatsanwaltschaft ihrer Anklageschrift zugrundegelegt hat.

Widersprüchliche Aussage

Auf "Duff Kong", so der Zeuge, sei man gekommen, weil man aus dessen Zeit als Präsident des MC Falkenstein wusste, dass er durch Drogen- und Waffengeschäfte genug Geld zur Verfügung haben würde. Demnach sei der Angeklagte von Anfang an in das Geschäft eingeweiht gewesen und habe es auch finanziert. Sein Kumpan habe ihm auch erzählt, dass der Rockerboss sein Geld samt vereinbarter Provision zurückbekommen habe.

Der Prozess wird kommende Woche fortgesetzt. Bis dahin will das Landgericht auch über den Antrag auf Aufhebung des Haftbefehls entscheiden. Das Urteil soll Mitte Dezember verkündet werden.
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