Technische Umbrüche und Kostendruck stellen Branche vor Herausforderungen
Sorgen bei Automobilzulieferern

Wirtschaft
Regensburg
23.11.2013
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Die Automobilindustrie boomt weltweit. die bayerischen Hersteller Audi und BMW melden Rekordumsätze. Möglich ist der Erfolg allerdings nur, weil ein Netz von Zulieferern technisch und qualitativ hochwertige Teile beisteuert. Ihnen widmete die IG BCE (Bergbau-Chemie-Energie) am Freitag eine Fachtagung in Regensburg. Trotz der guten Automarktzahlen sehen sich die Zulieferer nämlich zunehmend unter Druck.

"Das Zusammenspiel von Herstellern und Zulieferern macht uns Sorgen", sagte Seppel Kraus, Landesbezirksleiter der IG BCE. Einerseits seien die Zulieferer Partner der Autobauer, etwa bei der Entwicklung von neuen Teilen. Andererseits müssten sie oftmals als Puffer herhalten, wenn es um Preise und Flexibilität geht. An der Beziehung müsse kontinuierlich gearbeitet werden, sagte Kraus deshalb. 40 Prozent der von der IG BCE vertretenen Beschäftigten seien abhängig von der Automobilindustrie. Anders herum bestehe aber auch ein Abhängigkeitsverhältnis, betonte Kraus. So kann er eine Reihe von Zulieferer-Firmen aufzählen, die Insolvenz angemeldet haben und heute noch bestehen. "Die Autohersteller sind letztlich eingesprungen, weil sie die Zulieferer brauchten."

Zusammenschluss prüfen

Unternehmensberater Dr. Joachim Türk verwies er auf Lieferanten, die sich zusammengeschlossen haben, um dem Hersteller eine Komplettlösung für komplexere Autoteile anzubieten. "So wird Wertschöpfung zu den Lieferanten verlagert." Um Kosten zu sparen, würden Autobauer dazu übergehen, die gleichen Teile für verschiedene Marken und Modelle zu verwenden. Für die Zulieferer könne das bedeuten, dass sie künftig höhere Stückzahlen verkaufen könnten. Bei den Kriterien, nach denen der Hersteller den Zulieferer bewertet, stehe der Preis an erster Stelle, sagte Türk.

Trends in der Autoindustrie zeigte Professor Josef Nassauer, Sprecher des Clusters "Automotive Bayern", auf. So würden Fahrassistenzgeräte eine immer größere Rolle spielen. Um das Gewicht der Fahrzeuge zu reduzieren, kämen zunehmend leichte Kunst- und Faserverbundwerkstoffe zum Einsatz. Bei den Motoren stünden effizientere Verbrennungsmotoren im Fokus. Dringend ans Herz legte Nassauer den Zulieferern, sich untereinander sowie mit den Herstellern zu vernetzen. "Nur so entstehen die Projekte von morgen."
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