Umfragen von IHK und Handwerkskammer: Betriebe rechnen nicht mit Verbesserung der Lage
"Wirtschaft agiert vorsichtiger"

Wirtschaft
Regensburg
23.10.2014
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(nt/az) Die wachsende Verunsicherung aufgrund der Krisen hat auch die Wirtschaft in Ostbayern erfasst. So hätten bei der Herbstumfrage der IHK Regensburg viele der Befragten nicht mehr mit "gut", wie noch im Frühjahr, sondern mit "befriedigend" geantwortet. Das teilte die IHK am Mittwoch mit. Zehn Prozent der Teilnehmer an der Umfrage hätten eine negative Lagebeurteilung abgegeben. "Die Wirtschaft agiert vorsichtig", kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Helmes. Sie befürchten, nach den sinkenden Auslandsumsätzen im IHK-Bezirk könnte sich auch die Inlandsnachfrage abschwächen. Die geopolitische Situation hinterlasse Unsicherheiten in Export- und Investitionsfragen. Auf konstant gutem Niveau bewegten sich hingegen Tourismusbetriebe und Dienstleister. Sie erwarten im besten Fall gleichbleibende Umsätze.

28 Prozent der Investitionsgüterproduzenten stellten in den letzten Monaten einen erhöhten Auftragseingang fest. Allerdings hätten sie ihre Erwartungen für die kommenden Monate wieder etwas zurückgeschraubt, teilte die IHK weiter mit. Weniger Betriebe als noch im Frühjahr rechnen mit einer weiteren konjunkturellen Verbesserung. "Das nagt bereits an der Kauflust der Verbraucher und auf der Seite der Händler hat der stationäre im Gegensatz zum boomenden Onlinehandel das Nachsehen", teilte die IHK weiter mit.

Im Handwerk sieht die Lage ähnlich aus. Dem Konjunkturbericht der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz zufolge ist die Auslastung der Betriebe noch gut. Es gebe einen hohen Auftragsbestand. Nur sechs Prozent der befragten Betriebe seien mit ihrer Auslastung nicht zufrieden. Insgesamt elf Prozent der Betriebe seien mit der derzeitigen Wirtschaftslage nicht zufrieden.

Allerdings würden die Geschäftserwartungen - auch saisonal bedingt - etwas vorsichtiger beurteilt, so die Kammer. Insgesamt werde man nicht von einer weiteren Verbesserung der Wirtschaftslage ausgehen können. Für das vierte Quartal sagten die 24 Prozent der Betriebe sinkende Auftragseingänge voraus. 23 Prozent gehen von rückläufigen Umsätzen aus.
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