Zement bis in den letzten Winkel

Wirtschaft
Regensburg
27.09.2014
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Eine hochmoderne Verladeanlage im Regensburger Osthafen nimmt den Betrieb auf. Damit kann auch noch der letzte Winkel Bayerns mit Zement beliefert werden.

Die Bauherren strahlten mit der Sonne um die Wette: Im Regensburger Osthafen wurde am Mittwoch eine hochmoderne Anlage zum Verladen von Zement eingeweiht. Für das Projekt hatten sich drei ganz unterschiedliche Partner zusammengetan.

Das neue System

Bereits seit zehn Jahren transportiert die Cemex AG Zement aus ihrem Werk in Rüdersdorf bei Berlin auf der Schiene nach Regensburg. Von dort wird der Baustoff per Lastwagen weiter ausgeliefert. Bislang wurde der Zement am Westhafen vom Zug direkt auf den Lkw umgeladen. Die auf den Gleisen abgestellten Zwei-Achs-Waggons dienten als mobiles Zwischenlager. Doch die Waggons waren zunehmend veraltet, das System nicht mehr praktikabel.

Ein neues Konzept musste her: Nach jahrelanger Planung fiel 2013 die Entscheidung, eine Verladeanlage mit vier Silos und einem Fassungsvermögen von 6000 Tonnen zu bauen. Als Investor für das Vier-Millionen-Euro-Projekt sprang die Karl Mossandl GmbH aus Dingolfing, Hauptspediteur von Cemex in Bayern, ein. Nur sechseinhalb Monate dauerte die Bauzeit. Mossandl wird die neue Siloanlage betreiben und den Weitertransport des Zements zum Endabnehmer sicherstellen. "Das Terminal hebt unsere Lieferkette auf ein völlig neues Umwelt- und Qualitätsniveau", sagte Eric Wittmann, Vorstandsvorsitzender von Cemex Deutschland. Die Liefersicherheit für die Zementkunden in der Region sei damit weiterhin sichergestellt. "Das ist ein Meilenstein im Bereich der Logistik", fügte Andreas Rotermund, bei Cemex verantwortlich für den Zementvertrieb, hinzu. Er fühle sich wie Tim Cook bei der Vorstellung des neuesten I-Phones, scherzte er. "Nur dass wir direkt vom Wählscheibentelefon zum Smartphone springen." Rotermund freute sich auch über die Signalwirkung der vier Silotürme: "Vorher war es unsichtbar, wie wir den Zement verladen haben. Jetzt sind die weißen Türme von weitem zu sehen."

Vertrauen in den Hafen

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer verwies auf die rege Bautätigkeit in der Region rund um Regensburg. Zahlreiche öffentliche Bauprojekte, aber auch die vielen Privatbauten würden die Stadt als Standort für Cemex interessant machen. Durch die Verlagerung des Verladestandorts vom innenstadtnahen West- zum Osthafen erhofft sich die Stadt eine Entlastung der Anwohner.

Als Vertrauensbeweis wertete Joachim Zimmermann, Geschäftsführer der Bayernhafen-Gruppe, dass sich Cemex auf den Standort Regensburg festgelegt hat. Das Grundstück, auf dem die Anlage steht, gehört Bayernhafen. Mit dem globalen Konzern Cemex, dem Familienbetrieb Mossandl und der Bayernhafen-Gruppe mit dem Freistaat als Gesellschafter hätten sich sehr unterschiedliche Partner gefunden, erklärte Zimmermann. Die Zusammenarbeit sei aber stets fair und ehrlich abgelaufen, betonten alle Beteiligten.
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