Zu Besuch im Presseclub: Handwerkskammerpräsident Georg Haber eröffnet den Kampf um die ...
"Erfolge durch Intelligenz der Hand"

Wirtschaft
Regensburg
28.03.2015
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Das heimische Handwerk präsentiert sich im Presseclub: Präsident Georg Haber, seit Juli letzten Jahres alleiniger Präsident der ostbayerischen Handwerkskammer, bereitet trotz guter Auftragslage der Nachwuchs- und Fachkräftemangel Sorge. Haber vertritt 36 000 Betriebe in Ostbayern mit 200 000 Mitarbeitern und 16 600 Auszubildenden, die einen Umsatz von 25 Milliarden Euro erwirtschaften.

Der 58-jährige Silberschmiedemeister verbindet in seinem Unternehmen Praxis und Theorie . Er leitet in der vierten Generation einen Betrieb für Metallrestaurierung mit Schwerpunkt Denkmalpflege und beschäftigt n den Standorten Regensburg und Berlin 40 Mitarbeiter. Bei Haber arbeiten Handwerker eng mit akademisch ausgebildeten Fachleuten zusammen.

Haber neben der Quadriga

Habers Bild neben der Quadriga auf dem Brandenburger Tor ging durch die Presse: Der Regensburger war mit der Sanierung von Johann Gottfried Schadows 1793, ausgeführten Vierergespanns beauftragt. Als Berater für die Unesco wurde er auch in Nepal aktiv. Der Vorsitzende des Kunst- und Gewerbevereins Regensburg kritisiert den "Akademisierungswahn" und möchte gegensteuern. Während immer mehr junge Menschen an überfüllte Hochschulen drängen, können 2000 Ausbildungsstellen in den 130 Handwerksberufen nicht besetzt werden.

Wichtiger Baustein Maßnahmen seiner Maßnahmenliste sei die vorbereitende Berufsorientierung, mit der man in zweiwöchigen Phasen 23 000 Mittelschüler erreicht habe. Der Nachwuchs soll die Breite des Handwerks kennenlernen. Er, so Haber, spreche gerne von "Erfolgserlebnissen durch die Intelligenz der Hand", wobei er weniger den schnellen Umgang mit dem I-Phone meine.

Akademiker als Nachfolger

Im Blick hat der Handwerkskammerpräsident durchaus auch Studierende an den Hochschulen. Immerhin würden in den nächsten Jahren in Ostbayern 10 000 Betriebe übergeben, die auch für diese Klientel geeignet seien. In den Betrieben sage er immer wieder, dass zusätzliche Anreize durch bessere Bezahlung geschaffen werden müssten.
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