Joachim Herrmann und Roberto Blanco diskutieren über Migration
Bussi, Bussi von Blanco [Aktualisierung]

Bild: gib
Politik
Regenstauf
13.01.2016
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Die beiden vertragen sich prächtig. Obwohl der eine den anderen als "wunderbaren Neger" bezeichnet hatte. Oder klappt es zwischen Joachim Herrmann und Roberto Blanco gerade deshalb so gut?

Als Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) den Schlagersänger Roberto Blanco im vergangenen August in einer Fernsehsendung einen "wunderbaren Neger" genannt hatte, sorgte das für Verwunderung und Entsetzen. Am Mittwochabend diskutierten die beiden in Regenstauf (Kreis Regensburg) gemeinsam über Migration.

Ein Missverständnis


Eine herzliche Umarmung gleich zu Beginn machte deutlich: Blanco, selbst Ehrenmitglied der CSU, nimmt dem Staatsminister seine Aussage in der ARD-Talkshow "Hart aber fair" nicht übel. Herrmann beteuerte, er habe in der Sendung auf einen Einspieler reagiert und sei missverstanden worden. Blanco sei ein Beispiel für hervorragende Integration. "Wir verstehen uns bestens", betonte der Minister am Rande der von der Regensburger Landkreis-CSU organisierten Podiumsdiskussion.

Der Einladung von CSU-Kreisvorsitzenden Peter Aumer sei er gerne gefolgt. Aumer hatte mit der Idee, Herrmann und Blanco nach dem TV-Skandal gemeinsam auf eine Bühne zu bringen, die wohl größtmögliche Aufmerksamkeit für sein 20. Regensburger Zukunftsforum zum Thema "Migration - Leitkultur - Integration - Wie meistern wir die größte Herausforderung seit Jahrzehnten?" erreicht. Die Eingangshalle der Eckert-Schulen in Regenstauf war proppenvoll, das Medienaufgebot beachtlich.

Roberto Blanco erfüllte alle Erwartungen an einen extrovertierten Schlagerstar: Er kam mit reichlich Verspätung mit blond-glamouröser Ehefrau zu der Veranstaltung und zog gleich das Blitzlichtgewitter auf sich. Er umarmte Minister Herrmann, verteilte Küsschen an Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer und gestand, dass sein erster deutscher Satz "Ich liebe dich" war. Auf dem Podium gab es aber auch sehr ernsthafte Töne von ihm zu hören. Der Unterhaltungskünstler afrokubanischer Abstammung wuchs im Libanon auf, kennt Syrien gut und zeigte sich erschüttert über die Situation in der Region.

Keine andere Wahl


An die Politiker appellierte er, die Gründe zu bekämpfen, die die Flüchtlinge veranlassen, ihre Heimat zu verlassen. "Die Menschen sind gezwungen zu fliehen, 20 Kilometer von Damaskus entfernt verhungern die Menschen." Deutschland erscheine ihnen als sicheres Paradies. Viele Flüchtlinge wollten aber auch wieder in ihre Heimat zurückkehren, sobald dort Sicherheit herrsche.

Blanco berichtete von "farbigen Menschen, die zu mir kommen und mir gratulieren, was ich in Deutschland erreicht habe". Ihnen sage er: "Deutschland ist großzügig, aber du musst dich akklimatisieren, die Gesetze und Menschen um dich herum anerkennen, dann läuft es." Nicht viel anders formulierte es Innenminister Herrmann. "Wer bei uns Zuflucht sucht, muss sich so verhalten, wie es unsere Regeln vorgeben." Mit Blick auf die Attacken auf Frauen in der Silvesternacht in Köln fügte er hinzu: "Wer sein Gastrecht verwirkt hat, muss dieses Land verlassen. Ich will, dass niemand in diesem Land Angst haben muss." Herrmann pochte auf die CSU-Forderungen nach Obergrenzen beim Flüchtlingszuzug und klaren Grenzkontrollen. Eine gewaltige Herausforderung stelle weltweit die Bedrohung durch Angriffe brutaler Islamisten dar, mahnte er.

Die Runde wurde komplettiert durch Diözesan-Caritasdirektor Roland Batz, der die besonders hohe Zahl junger Flüchtlinge hervorhob, die in ihrer Heimat keine Perspektive haben. Die Caritas unterstütze die Flüchtlinge im Bistum durch die Asylsozialberatung, die Stärkung der Ehrenamtlichen sowie durch Hilfe bei der Wohnungssuche nach einem erfolgreichen Asylantrag.
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