Barmherzige Brüder Reichenbach feiern 125-jähriges Bestehen
„Das Herz befehle“

Ein langer Kirchenzug mit vielen Brüdern zog den Klosterberg hinauf. Bilder: hfz (3)
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Reichenbach
13.07.2016
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Feierlich, festlich und fröhlich - so verlief der große Festtag zum 125-jährigen Bestehen der Barmherzigen Brüder Reichenbach. Bereits in der Früh machte sich der Kirchenzug auf den Weg hinauf zum Klosterberg, begleitet von vielen Ehrengästen und den frischen Klängen der Zeller Blaskapelle.

Festlich geschmückt zeigte sich der Klosterinnenhof, um Gottesdienst und Festakt einen würdigen Rahmen zu geben. Weihbischof Monsignore Reinhard Pappenberger sprach der Einrichtung in seiner Festpredigt seine Anerkennung aus. Die Schlagworte Würde und Wert stellte er des Weiteren in den Mittelpunkt: "Es gibt niemanden, der aus irgendeinem Grund weniger wert ist als der andere."

Höhen und Tiefen


Gefühlvolle und perfekte musikalische Akzente setzte Katharina Mezei, die den Mitarbeiterchor, den Reichenbacher Kirchenchor, die Klosterspatzen und die Instrumentalgruppe Martin Göth zusammenführte. Dass in den 125 Jahren viel bewegt wurde, Höhen und Tiefen zu bewältigen waren, und dabei trotzdem immer eines an erster Stelle stand - Menschen mit Behinderung engagiert zu begleiten -, darin waren sich die Gastredner anerkennend beim Festakt einig. Generalprior Jesus Etayo Arrondo, der Ordensobere aus Rom, zeigte sich vor allen Dingen dankbar für das viele Gute, "das der Orden auf die Fürsprache des heiligen Johannes von Gott hier seit 125 Jahren im Dienst von behinderten Menschen und ihren Familien leistet".

Provinzial Frater Benedikt Hau sprach in seinem geschichtlichen Rückblick auch die "dunklen Seiten" dieser Jahre an: "405 Reichenbacher Bewohner wurden im Mai 1941 bei der sogenannten Euthanasie-Aktion der menschenverachtenden Nazi-Ideologie ermordet. Das ist zweifellos der absolute Tiefpunkt in der 125-jährigen Geschichte."

Landrat und Bezirkstagspräsident Franz Löffler schilderte ausführlich die unterschiedlichen Projekte der Einrichtung und deren Standorte, die über die Jahre zum Wohle der Betroffenen entstanden sind. "Der Bezirk Oberpfalz hat als Träger der Eingliederungshilfe diesen Weg immer mit unterstützt", freute sich Löffler.

Mit ganz persönlichen Erlebnissen erzählte Franz Pestenhofer, Bürgermeister Reichenbachs, unter anderem aus der gemeinsamen Geschichte von Gemeinde und Kloster: "Viele, gerade kinderreiche Familien waren in der Nachkriegszeit froh und dankbar, dass sie im Kloster jeden Tag ein warmes Essen holen konnten.

"Geist der Hospitalität"


125 Luftballone mit der Botschaft "Das Herz befehle" und einem Satz des seligen Frater Eustachius Kugler stiegen am Ende des Gottesdienstes auf. Pastoralreferent Uli Doblinger sagte dazu: "Wir wollen, dass dieser Satz die Arbeit auf dem Klosterberg weiter prägt. Diese Botschaft und der Geist der Hospitalität sollen hinausgehen und sich weiter verbreiten."

Es gibt niemanden, der aus irgendeinem Grund weniger wert ist als der andere.Weihbischof Monsignore Reinhard Pappenberger
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