Bäume behindern Photovoltaikanlage - Statt Teilfällung schlagen Gemeinderäte Obstbäume vor - ...
Jahrzehnte alte Birken sollen weichen

Lokales
Reuth bei Erbendorf
13.11.2015
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Einigen Diskussionsstoff in der Gemeinderatssitzung lieferte ein schriftlicher Antrag von Gerhard Streibelt, der die Abholzung zweier auf Gemeindegrund stehender Birken einforderte. Als Grund führte er an, dass von den Bäumen Gefahr ausgehe für sein Carport mit darauf installierter Photovoltaikanlage durch von starken Winden gelösten Ästen und Verschmutzungen. Die Verschattung wolle er dabei nicht als Hauptgrund sehen.

Mehrheit dagegen

Mehrheitlich konnten sich die Gremiumsmitglieder nicht mit einer Fällung der Birken anfreunden, die seit Jahrzehnten die Ortseinfahrt von Röthenbach prägen. Weil der Abstand des untersten Baumes zum Carport immer noch 14 Meter beträgt, sieht der Großteil die Gefahr nicht so akut. Schließlich einigte sich das Gremium, einer Teilfällung oder eines Rückschnitts der insgesamt acht Birken keinesfalls zuzustimmen. Als Alternativvorschlag unterbreiteten sie eine Fällung aller Bäume mit der Ersatzbepflanzung von niedriger wachsenden, aber schon in gewisser Größe herangezogenen Obstgehölzen. Die Kosten hierfür müsste allerdings der Antragsteller tragen.

Gemeindliches Einvernehmen gab es für den Bauantrag der Metzgerei Rauh aus Grafenwöhr für eine Umnutzung des bestehenden Rinderstalls im Anwesen von Josef Bächer. An dem zum Viehhandel umfunktionierten Rinder- und Schweinestall soll eine Laderampe angebaut werden. Die drei Fraktionssprecher zeigten sich einig, dass keinerlei Vorschrift gegen das Vorhaben spricht, kein massiver Eingriff vorliegt und die Maßnahme eigentlich eine Aufwertung der stillgelegten Stallung darstellt. Ebenso einverständlich zeigten sich die Gemeinderäte gegenüber dem Bauantrag von Joachim Höcht, der die Errichtung eines Carports auf seinem Grundstück in der Georg-Höcht-Straße in Premenreuth plant.

Ergebnisse der Bohrung

Detaillierte Informationen zum Bauleitplanungsverfahren für das "Misch- und Gewerbegebiet Premenreuth" hatte Diplom-Ingenieur Bernhard Bartsch vom gleichnamigen Planungsbüro in Neutraubling auf Lager. Der Städteplaner erläuterte den Räten den neuesten Stand der so gut wie abgeschlossenen Planungsphase. Die Gremiumsmitglieder interessierte vor allem die Ergebnisse der Probebohrungen zur Feststellung der Versickerungsfähigkeit des Niederschlagswassers. Bartsch verkündete, dass die Proben auf ein zu geringes Versickern hindeuten, was eine Wasserabführung über ein im Boden eingelassenes Rückhaltebecken und von dort gedrosselt in den Beckenweiher erfordert.

Ansonsten seien alle technischen Voraussetzungen gut ausgearbeitet und auch die Ausgleichsflächen ausgewiesen. Die Anordnung von Misch- und Gewerbebereichen, sowie der Straßenverläufe blieben unverändert, meinte der Planer, der dem Gremium noch einige gute Ratschläge zur Beachtung bei künftigen Baugenehmigungen gab. Die gute Lage mit der Anbindung an die B 299 ist schließlich für diese Grundstücksfläche entscheidend gewesen. Bürgermeister Werner Prucker und Bartsch dankten dem selbst im Gremium vertretenem Josef Selch, der seine Ackerfläche bereit gestellt hatte und so das Vorhaben erst realisierbar machte. Mit Fassung zum 4. November billigte der Gemeinderat die Planzeichnung samt textlicher Festsetzungen und machte so den Weg frei für die öffentliche Auslegung. "Ich bin guter Hoffnung, dass wir schon in der Januarsitzung die Planungsphase abschließend behandeln können", schloss der Bürgermeister.

Rechnungen geprüft

Das Gemeinderatsgremium nahm die Rechenschaftsberichte des Rechnungsprüfungsausschusses am Landratsamt für die Jahresrechnungen der Haushaltsjahre 2010, 2011 und 2012 zur Kenntnis. Die Behörde teilte mit, dass die rechtsaufsichtliche Genehmigung erteilt wurde.
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