Deutsche Bahn tauscht mit 400 Meter langem Spezialzug Gleise zwischen Wiesau und ...
Gelbes Mammut durchwühlt Bahndamm

So sieht ein Mammut aus: Der gelbe Gleisbauzug tauscht Schienen und Schwellen im Fließbandverfahren aus. Bild: Rädle
Lokales
Reuth bei Erbendorf
07.08.2015
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(räd) Das Mammut bringt es auf stolze 400 Meter. So lang ist der Gleisumbauzug SUM 314, der derzeit mehr als sieben Kilometer Gleis zwischen Wiesau und Reuth bei Erbendorf sowie zwischen Reuth und Windischeschenbach austauscht. Wegen dieser Arbeiten ist die Bahnstrecke zwischen Weiden und Marktredwitz auch komplett gesperrt. Noch bis 24. August werden deshalb Alex- und Güterzüge über Kirchenlaibach umgeleitet. Statt der Oberpfalzbahn fahren Busse.

300 Tonnen Gewicht

Zwar gibt es auf der regulären Strecke durch das Waldnaabtal zwei Gleise, doch beide mussten für das Projekt gesperrt werden. "Weil der Gleisabstand so eng ist, dass der Umbauzug nicht arbeiten kann, ohne den Zugverkehr auf dem anderen Gleis zu beeinträchtigen", sagt Reinhard Müller vom Regionalnetz Oberpfalz der DB Netz AG. Nach Abschluss der Arbeiten werde es dann auf der Umleiterroute wieder ruhiger werden, verspricht er. Laut ist es unterdessen auf der Baustelle. Der gelbe Umbauzug mit einem Gewicht von mehr als 300 Tonnen tauscht Gleise und Schwellen quasi im Fließbandverfahren aus. Er hebt die alten Gleise ab und lässt sie seitlich an sich vorbeilaufen. Alte Holzschwellen werden mit Zangen herausgehoben. Rammen schieben den Schotter zur Seite. Anschließend fallen passgenau die neuen Betonschwellen aufs Gleisbett und die neuen Schienen vom Typ S54 werden verlegt und punktuell fixiert. All das passiert direkt unter dem Umbauzug, dessen vorderer Teil auf den alten Gleisen rollt, der hintere hingegen schon auf den neuen. Pro Stunden schaffen die Arbeiter auf diese Weise etwa 200 Meter Gleis. Früher waren dafür Hundertschaften von Männern nötig. Dennoch: Ohne Handarbeit geht es nicht. Im Bereich von vier Brücken, die gleich neu abgedichtet wurden, kann der Umbauzug nicht arbeiten, erklärt Müller. Dort müssten Gleisjoche händisch verlegt werden. Zusätzlich lässt die Bahn eine 30 Zentimeter dicke Planumschutzschicht einbauen und den Schotter reinigen, an dem sich im Laufe der Zeit Erde und Staub sammeln. "Das trockene Wetter dafür ist optimal, weil die Feinpartikel besser rausfallen", erklärt Müller.

Auch wenn die neuen Schienen schon liegen: Es bleibt noch etwas zu tun. Eine Stopfmaschine stabilisiert den Schotter und richtet die Gleise millimetergenau aus. Und nahtlos verschweißt müssen die 120 Meter langen Gleisstücke auch noch. Erst dann kann der Alex wieder den direkten Weg nehmen.
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