Diskussion um Atemschutz

Lokales
Reuth bei Erbendorf
18.05.2015
1
0

Eigentlich sollten die Gemeinderäte nur einen Beschluss über die Ersatzbeschaffung für das technisch und wirtschaftlich verbrauchte Tragkraftspritzenfahrzeug der Premenreuther Feuerwehr fassen. Doch zu diesem Punkt entwickelte sich nochmals eine intensive Diskussion.

Dafür sorgte Irene Meinzinger, die sich nicht damit anfreunden konnte, dass die von den Brandschützern angestrebte Ausrüstung mit Atemschutz keine Berücksichtigung findet. Mit Vehemenz vertrat die SPD-Rätin den Standpunkt, dass dem Gremium ein Anschreiben der Krummennaaber Feuerwehr vorliege, in dem diese die Feuerwehren aus der Nachbargemeinde um Unterstützung in Sachen Atemschutz bittet.

Bürgermeister Werner Prucker betonte hierzu, dass die Ausrüstung des neuen Fahrzeugs mit dem Premenreuther Kommandanten und Kreisbrandmeister Herbert Thurm abgesprochen sei. In der Vorbesprechung seien die Gründe für die ablehnende Haltung zum Atemschutz ausgiebig erläutert worden.

Die Fraktionssprecher der Freien Wähler und der CSU, Albert Bader und Josef Zölch, unterstrichen die Aussage des Bürgermeisters und bekräftigten, dass dies keinesfalls eine Blockadehaltung darstelle. "Unter Hochrechnung aller Feuerwehreinsätze in unserer Gemeinde in den vergangenen Jahrzehnten ist der finanzielle Mehraufwand wohl kaum zu verantworten", meinte Zölch. Albert Bader fügte an, dass er, wie übrigens auch der überwiegende Rest des Kollegiums, die Krummennaaber Bitte so verstehe: "Wenn jemand als Atemschutzträger aktiv sein will, kann er sich jederzeit ihrer in dieser Hinsicht voll ausgerüsteten Wehr anschließen." Alleine werde die Premenreuther Wehr die Aufgabe mit mindestens vier voll ausgebildeten Atemschutzträgern auf Dauer nicht schultern können. Die Aussage, dass wegen des Atemschutzes vermehrt Jugendliche gewonnen werden, zogen die Räte - außer Meinzinger - stark in Zweifel.

Drei Angebote vorlegen

Um einen erhöhten Zuschussbetrag zu erhalten, ist die Verwaltung beauftragt, im Zuge der interkommunalen Zusammenarbeit den entsprechenden Antrag mit der Gemeinde Pullenreuth (Neufahrzeug für die Feuerwehr Trevesen) auszuarbeiten. Die Premenreuther Führungskräfte sollen dazu mit Trevesen Kontakt aufnehmen und nach detaillierter Abstimmung über die Ausrüstung mindestens drei verbindliche Angebote einholen. Diese sind der Gemeinde bis spätestens September vorzulegen.

Weil im Hinblick auf die bevorstehende Sanierung der Kläranlage in der Beitrags- und Gebührensatzung zur Entwässerungssatzung einige fragliche Punkte in Sachen Rechtssicherheit auftauchten, erließ der Gemeinderat eine neue Satzung. Gerhard Streibelt hat den Text, der in allen Teilen auf einer Mustersatzung des Bayerischen Gemeindetags aufbaut, überarbeitet.

Alle Mitglieder des Gremiums erachteten den auf die Größenordnung der Gemeinde Reuth zugeschnittenen Entwurf als vollkommen ausreichend. Wichtig sei vor allem die Rechtssicherheit. Die neue Satzung trat mit dem Sitzungsdatum in Kraft. Ihr exakter Wortlaut ist auf der Internetseite der Kommune einsehbar.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7904)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.