Für Bahn-Pläne

Zwischen dem Bahnhofsgebäude und der alten Rangierhalle kann die Bahn ihre neue Personenüberführung zum "Bahnsteig 2" bauen. Auf dem linken Gleis werden die Züge in Richtung Marktredwitz abfahren. Bild: ang
Lokales
Reuth bei Erbendorf
21.02.2015
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Etwas zähneknirschend stimmte der Reuther Gemeinderat dem Ausbau des Bahnhofs zu. Es ist wohl die einzige Möglichkeit, die Station zu erhalten.

Im September vergangenen Jahres hatte ein Vertreter der DB Station & Service AG dem Gemeinderat die Umbaupläne für den Reuther Bahnhof erläutert, wobei die Räte ihre Zustimmung von einem Vorkaufsrecht für das weitgehend nicht mehr genutzte Areal um den Bahnhof abhängig gemacht hatten. Diese Option räumte die Bahn nicht ein, als sie in der Februarsitzung den vorgestellten Entwurf zur Absegnung vorlegte. Der Gemeinderat stimmte nach eingehender Diskussion zu. Bürgermeister Werner Prucker war mit der Mehrheit im Gremium einig, dass eine Ablehnung langfristig die Existenz des Bahnhofs gefährden könnte.

Option offenhalten

Weiter wurde angeführt, dass momentan auch keine vordringliche Maßnahme auf dem Gelände ansteht, nachdem sich der einzige interessierte Gewerbetreibende für eine andere Ansiedlung in der Gemeinde entschieden hat. Trotzdem will die Gemeinde in den Verhandlungen mit der Bahn weiter für eine Park&Ride-Anlage und andere Sanierungsmaßnahmen werben, betonte der Bürgermeister, der Weg dazu sei jedenfalls geöffnet.

Helmut-Stefan Neugirg sah die fehlende Zusage der Bahn kritisch und stimmte mit Unterstützung seiner CSU-Kollegen Bernhard Adam und Josef Selch gegen den Bahn-Entwurf. Schade fanden es alle Gemeinderäte, dass der Übergang zum künftigen "Bahnsteig zwei", dessen Gleise dorthin verlegt werden, wo das jetzige Abstellgleis verläuft, nicht barrierefrei wird. Hierzu sei das tägliche Fahrgastaufkommen um ein Vielfaches zu gering, heißt es in der Begründung der Bahn. Der über Stahltreppen führende Übergang könnte zwar mit Aufzügen nachgerüstet werden, Kosten und Unterhalt müsste allerdings die Gemeinde tragen, was sich diese bei weitem nicht leisten könne (wir berichteten).

Übergang bald dicht

Eine weitere schon seit vielen Jahren in der Diskussion stehende Bahnangelegenheit scheint dagegen endgültig von der Bildfläche zu verschwinden. Für den Bahnübergang bei Rechenlohe sind die Tage gezählt. Die Gemeinderäte mussten einer Schließung der Anlage zum 1. August aus wirtschaftlichen Gründen zustimmen, weil die Kosten für ein ersatzweises Brückenbauwerk wegen der geringen Frequentierung nicht vertretbar seien.

Zudem lockte die Deutsche Bahn, vertreten durch Dietmar Schieder, mit dem Angebot, dass sie bei einer Zustimmung zur Schließung zum genannten Datum die entstandenen Kosten für Planungen und den Rückbau des Übergangs gänzlich übernehme. Andernfalls komme auf die Gemeinde eine Beteiligung im hohen fünfstelligen Bereich zu. Bürgermeister Prucker betonte, dass er selbst auch von der kurzen Zeitspanne überrascht war, sah aber wie sein gesamtes Ratskollegium bei den Voraussetzungen keinen Handlungsspielraum.

"Nichts zu diskutieren"

"Da gibt es nichts zu diskutieren", war der Tenor der drei Fraktionssprecher, allerdings wurde in den Beschluss der Zusatz aufgenommen, dass die Bahn auch für Folgekostenforderungen von Grundstückbesitzern für erhöhte Aufwendungen bei Umwegen aufkommen müsse. In den Gesprächen mit der Bahn wurde deutlich, dass sich die Umwege in einem vertretbaren Rahmen bewegen.
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