In den sauren Apfel beißen

Lokales
Reuth bei Erbendorf
10.10.2014
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Der Gemeinderat muss den Haushalt nachbessern. Nicht ganz freiwillig, aber um Zuschüsse zu erhalten, ein notwendiger Schritt. Zudem will Bürgermeister Werner Prucker Vorhaben der Bahn im Auge behalten. Und ein weiteres Ärgernis stinkt sprichwörtlich zum Himmel.

Um weder eine Rückzahlung der bereits gewährten Stabilisierungshilfe von 140 000 Euro noch weitere staatliche Zuwendungen zu gefährden, mussten die Gemeinderäte Nachbesserungen im beschlossenen Haushaltskonsolidierungskonzept zustimmen. Dies taten sie nur mit einem gewissen Zähneknirschen.

Allerdings kam das Gremium mehrheitlich zur Einsicht, dass die notwendigen Anhebungen in geringem Verhältnis zu der zu erwartenden Beihilfe von etwa 700 000 Euro stehen. Mit zwei Gegenstimmen wurden die Hebesätze der Grundsteuer A und B sowie der Gewerbesteuer von derzeit 330 auf 350 Punkte angehoben. Einstimmig erfolgte der Beschluss, den seit 2002 geltenden Stundensatz für die Benutzung der Mehrzweckhalle von zehn auf zwölf Euro zu erhöhen. Ende Juli wurden bayernweit 20 Gemeinden mit finanzschwacher Struktur aufgefordert, Haushalts-Nachbesserungen vorzulegen. "Uns bleibt nichts anderes übrig, als die Vorgaben zu erfüllen. Bei einem Zusammentreffen mit Regierungsvertretern in Nürnberg konnte wenigstens die im Raum stehende Rückforderung weitgehend wegdiskutiert werden", sagte Bürgermeister Werner Prucker.

Dank richtete der Bürgermeister an die Firmen Mack und Adam, die bei der Asphaltierung rund ums Mehrzweckgebäude und der Fremdwasserableitung spontan mit im Einsatz waren. Ebenso dankte er allen, die das Bürgerfest trotz Regens zu einem Erfolg werden ließen. Positiv sah das Gemeindeoberhaupt, dass in den vergangenen Wochen einige leerstehende Häuser neue Besitzer fanden. Junge Familien mit Kindern kommen der Einwohnerentwicklung entgegen. Mit 15 bis 20 neuen Bürgern kalkuliert Prucker.

Zum Elektrifizierungsvorhaben der Deutschen Bahn bekräftigte der Bürgermeister, dass man die Entwicklung genau im Auge behalte. Sollte das Projekt bis Mitte der 2020er Jahre Realität werden, würde die Strecke Hof-Regensburg als Nord-Süd-Achse vornehmlich für den Güterverkehr genutzt werden. Also in erster Linie nachts zu einer Art Güter-Autobahn werden. In Altenstadt/Waldnaab befasst sich schon seit längerer Zeit eine Initiative mit der drohenden Lärmbelästigung und Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Prucker will versuchen, zur Bürgerversammlung am 14. November einen kompetenten Referenten zu engagieren.

Abschließend informierte der Bürgermeister, dass Michael Frank mit seiner Firma Hausmeisterdienste anbietet. Im Leichenhaus werden künftig Leuchten installiert. Lob gab es vom zweiten Bürgermeister Johann Neugirg für den Bauhof und alle Helfer wegen der Arbeiten am alten Feuerwehrhaus, das in erster Linie von der Gemeinde genutzt wird.

Eine unerfreulichere Angelegenheit stand abschließend zur Debatte: das zunehmende Ärgernis mit Hundekot. Nachdem längere Zeit weniger Klagen zu hören waren, sehen sich Hundebesitzer nicht mehr für die Hinterlassenschaften zuständig. Besonders schlimm sei es entlang des Sportplatzes in Premenreuth, in dessen Umfeld sich Kindergarten, Spielplatz und Friedhof befinden. Regelmäßig werde eine Hundebesitzerin beobachtet, die zwei Vierbeiner ausführt und dabei nicht wie üblich und dem Anstand gebührend die entsprechenden Entsorgungstüten mit sich führt. "Zuerst sollten wir die Leute persönlich auf den unzumutbaren Umstand ansprechen. Sollte dies nicht zur Einsicht führen, müssen andere Schritte eingeleitet werden", meinte Prucker. Auch das Bauhof-Team berichtet regelmäßig, dass ihnen bei Mäharbeiten an den Straßengräben buchstäblich die "Hundesch...." um die Ohren fliegt.
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