Kläranlage: Bald alles klar

Mit großem Interesse verfolgten die Zuhörer die Erläuterungen von Bürgermeister Werner Prucker zur Kläranlage-Sanierung und zum Breitbandausbau. Bild: ang
Lokales
Reuth bei Erbendorf
22.11.2014
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Kläranlage und Breitbandausbau. Als "Lockmittel" wirkten vor allem diese beiden Punkte bei der Bürgerversammlung: Die Rechersimer-Zoiglstube war sehr gut besucht.

Nach sechseinhalb Monaten im Amt war dies die erste Bürgerversammlung, die das neue Gemeindeoberhaupt Werner Prucker leitete. Die Premiere umrahmte dabei klangvoll die Jugendblaskapelle Reuth mit ihrem Dirigenten Peter Dotzauer (wir berichteten). Auch in der Pause und nach der Versammlung unterhielten die Musiker die Gäste.

Das wohl interessanteste Thema war der Sachstandsbericht zur bevorstehenden Kläranlageertüchtigung. Prucker erklärte, durch immer wieder neu auftauchende Unklarheiten, wie die für die ideale Dimensionierung der neuen Anlage notwendige genaue Erfassung der Abwassermengen, habe sich der Beginn der Planungsphase länger als erwartet hinausgezögert.

Baubeginn im Herbst

Aktuell werde ein Betongutachten erstellt, das Auskunft über den Zustand und die Verwendbarkeit von Teilen der alten Anlage geben soll. Dann kann die endgültige Planung in Angriff genommen werden. Werner Prucker rechnet damit, dass im zweiten Quartal 2015 die Ausschreibung raus ist und noch im Herbst der Baubeginn erfolgen kann. Das beauftragte Ingenieurbüro Zwick sei zuversichtlich, dass die gesamte Maßnahme wie vorgesehen Ende 2016 abgeschlossen werden kann, berichtete der Bürgermeister.

Kosten könnten allerdings aktuell keine beziffert werden, mit einer ersten Abschlagszahlung bräuchten die Bürger nicht vor dem vierten Quartal 2015 zu kalkulieren. Wegen des Auslaufens des Wasserrechts erfolge derzeit eine Neuberechnung der Mischwasser-Behandlungsanlagen, also für die Regenüberlaufbecken in Reuth, Röthenbach, Thumsenreuth und Krummennaab sowie für das Pumpwerk in Josefshof. Aktuell werden auch Angebote für Kamerabefahrungen des gesamten Kanalnetzes eingeholt, weil der Zustand in einem Kanalkataster dokumentiert werden muss. "Da der Bau der Kläranlage zusammen mit den Nachbargemeinden Krummennaab und Friedenfels geschieht, steht mit der Gründung eines gemeinsamen Kommunal-Unternehmens zum 1. Januar 2015 ein wichtiger Schritt bevor", machte Prucker deutlich. Über die "gKU Heinbachtal" würden dann der Bau und der Betrieb der neuen Anlage abgewickelt.

Dies habe den Vorteil, dass keine VOB-Ausschreibungen nötig seien, was Nachverhandlungen mit den interessierten Bauunternehmen und vor allem eine Kostendeckelung ermögliche. "Alle bisherigen VG-Anlagen werden noch im ersten Quartal 2015 an die neue Kommunalgesellschaft übertragen", kündigte der Bürgermeister an.

Ganz vorne mit dabei

Großes Interesse zeigten die Zuhörer auch am Thema flächendeckender Breitbandausbau in den ländlichen Regionen. Hier habe der Gemeinderat bereits unter seinem Vorgänger Josef Zölch rechtzeitig Nägel mit Köpfen gemacht, bekräftigte Werner Prucker. Weil die Gemeinde die Vorarbeiten rasch und effizient erledigte, konnten er und seine Amtskollegen aus Erbendorf und Krummennaab kürzlich als erste unter 134 von insgesamt 2056 Gemeinden in Bayern aus den Händen von Finanzminister Söder und Staatssekretär Füracker die Förderbescheide entgegennehmen (wir berichteten).

Nach dem Durchlaufen des umfangreichen Förderprozesses sei im August bereits mit der Deutschen Telekom als günstigstem Bieter der Netzausbauvertrag unterzeichnet worden, betonte der Bürgermeister. Laut Vertrag werde der Ausbau, der vom Staatsministerium für Finanzen, Landesentwicklung und Heimat mit 90 Prozent gefördert wird, innerhalb von zwölf Monaten erfolgen. Nach Pruckers Feststellung wird sich der Gemeindeanteil an der Maßnahme bei rund 48 000 Euro bewegen.
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