Mächtig Lärm um Bahn-Pläne

Bürgermeister Werner Prucker redete Klartext. Er fürchtet vor allem nachts eine deutliche höhere Lärmbelastung wenn die Pläne der Bahn greifen. Bild: ang
Lokales
Reuth bei Erbendorf
24.11.2014
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Bürgermeister Werner Prucker blickte bei der Bürgerversammlung auf etliche Bauprojekte zurück. Besonders das Fällen der maroden Kastanie am Kirchenvorplatz bezeichnete er als unumgänglich. Die Vorhaben der Bahn bereiteten ihm und der Gemeinde Kopfzerbrechen.

Der Umbau des Reuther Bahnhofs mit nur je zwei Durchgangsgleisen und Bahnsteigen und die Bahn-Überquerung bei Rechenlohe seien in der Presse ausführlich belichtet worden. Was unter den Nägeln brennt, sei die eventuelle Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Marktredwitz und Regensburg. "Diese hat nur das Ziel, eine zusätzliche Nord-Süd-Trasse für den Güterverkehr zu schaffen", betonte Prucker. Was das für die Anrainerkommunen an zusätzlicher Lärmbelastung bedeute, könne sich jeder ausrechnen, wenn anstatt sieben bis 15 Güterzügen täglich 80 und noch mehr Güterzüge durch Reuth rollen. "Der Großteil in der Nacht, wenn kein Personenverkehr ist", mahnte er.

Diskussionsrunde

Gegen die Maßnahme an sich werde wohl kaum etwas zu machen sein, aber hinsichtlich des Lärmschutzes müsse alles Erdenkliche investiert werden. Prucker wolle Bürger bei einer Zusammenkunft mit kompetenten Fachleuten und Lokalpolitikern an einen Tisch bringen.

Zum Baugebiet "Beckenacker II" berichtete Bürgermeister Werner Prucker bei der Bürgerversammlung, dass drei Grundstücke bereits bebaut und bezogen seien, ein weiteres verkauft, eines kurz vor dem Verkauf stehe und zwei vorreserviert seien. Der Bauhof habe begonnen, Gehölze innerhalb der Gemeinde zurückzuschneiden, was mit Unterstützung der Firma Adam noch verstärkt fortgeführt werde. Das Eiglasdorfer Unternehmen beseitigte auch das Fremdwasser in der Kanalisation im Bereich der Zehentwiesen und unterhalb der Brauerei. "Die Bauschuttdeponie wurde mit vorhandenem Erdreich teilweise abgedeckt, die Freilegung noch vorhandener Deponieflächen folgt."

Relativ schnell ging die Fällung des maroden Kastanienbaums am Vorplatz der Katharinen-Kirche über die Bühne. Harald Schlöger, Fachberater am Landratsamt, hatte die Gemeinde darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Baum nicht mehr verkehrssicher sei. Der Gemeinderat entschied sich daher für keine aufwendige und teure Sanierung, sondern für die Neupflanzung einer rotblühenden Kastanie. Prucker untermauerte die Entscheidung mit entsprechendem Bildmaterial vom Fäulniszustand der gefällten Kastanie. Mittlerweile ziere die Neupflanzung bereits den Kirchenvorplatz. Weitere unumgängliche Maßnahmen waren die Teilsanierungen der Stützmauer in Escheldorf und der Friedhofsmauer. Für Reparaturmaßnahmen an der Heizungsanlage im Mehrzweckgebäude mussten etwa 5000 Euro aufgewendet werden. "Kleinere Asphaltierungsmaßnahmen waren kostengünstig, beim letzten Teilstücks nördlich des Mehrzweckgebäudes wurde ein Teil aus den Bürgerfesterlösen finanziert."

Neues VG-Fahrzeug

Die Deckenverstärkung und Verbreiterung der Gemeindeverbindungsstraße nach Rechenlohe sei bereits ins Hauptwirtschaftwege-Programm der Steinwald-Allianz aufgenommen. 2016 könnte der Ausbau erfolgen. Dagegen bestehe wegen der Sanierung der Bahnbrücke bei Escheldorf noch erheblicher Diskussionsbedarf. Aus dem Bereich der Verwaltungsgemeinschaft vermeldete Prucker, dass das alte VG-Mobil durch einen Fort-Transit ersetzt wird. Abschließend informierte er, dass ab Ende November das Institut "Klimakom" im Auftrag der Steinwald-Allianz und des Amtes für ländliche Entwicklung Bürgerbefragungen durchführen wird. Inhalte der Umfrage sind unter anderem Leerstände, Verkehrsanbindung, Vereins- und Wirtschaftsleben sowie Bürger-Engagement.
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