Pachten statt Kaufen

Lokales
Reuth bei Erbendorf
23.11.2015
2
0

Es gibt Neuigkeiten zur Umgestaltung des Bahnhofgeländes, besser gesagt des neuen "Bahnhaltepunktes Reuth". Dabei spiele das gesamte Erscheinungsbild eine Rolle, machte Bürgermeister Werner Prucker in der Bürgerversammlung deutlich: Schließlich sollten Bahnreisende nicht mit einem abschreckenden Eindruck empfangen werden.

Die Bahn wird wahrscheinlich schon nächstes Jahr die Bahnsteige erneuern. Gleis zwei wird dabei in Richtung des jetzigen Gleis drei verlegt. Außerdem werden beide Bahnsteige auf Einstiegshöhe angehoben und für die Erreichbarkeit von Gleis zwei auf Höhe der alten Güterhalle ein Stahlsteg errichtet.

Zwei Förderprogramme

Um dessen Barrierefreiheit gab es genügend Diskussionen. Sah es zunächst so aus, als bestehe schon aus Kostengründen keinerlei Möglichkeit, so habe sich dies im Juli geändert, blickte Prucker zurück. Das Ergebnis des Treffens mit den obersten Etagen der Staats- und Bahngremien auf Initiative von Landtagsabgeordnetem Tobias Reiß: Innerhalb eines "Zukunftsinvestitionsprogrammes" könnten am Haltepunkt Reuth Aufzüge in die Überquerung eingebaut werden - ohne jegliche Kosten für die Gemeinde.

Allerdings liege noch keine endgültige Entscheidung vor, machte der Bürgermeister deutlich. Alternative wäre der Einbau über das neu aufgelegte "Kommunale Investitionsprogramm" mit einer 90-prozentigen Förderung.

Neuer Besitzer

Um das heruntergekommene Bahnhofsgelände ansehnlicher zu gestalten, hatte die Gemeinde dafür Kaufinteresse angemeldet. Ein Erwerb sei jedoch leider nicht möglich, da dieser seitens der Bahn viele Probleme nach sich ziehen würde. Die Kommune bemühe sich deshalb nun um eine langfristige Anpachtung des Areals, teilte Prucker mit. Grundsätzlich signalisiere die Bahn keine ablehnende Haltung dazu; zurzeit liefen Verhandlungen.

Zur Einrichtung sauberer Parkplätze und eines Buswendeplatzes informierte der Bürgermeister, dass das Bahnhofsgebäude jüngst den Besitzer gewechselt habe. Die dazugehörigen bislang öffentlichen Parkmöglichkeiten seien somit nicht mehr dauerhaft garantiert.

Was den am 1. August aufgelassenen Bahnübergang bei Rechenlohe betrifft, sagte Prucker, dass dies bei nur etwa zwei Dutzend Überquerungen pro Woche schon aus Kostengründen die einzige Möglichkeit gewesen sei. 2017 hätte der Übergang durch eine Brücke ersetzt werden müssen - mit gewaltiger Kostenbeteiligung durch die Gemeinde. Bei einer späteren Auflassung hätte die Bahn 15 000 Euro der bisherigen Planungskosten von 48 000 Euro eingefordert.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2015 (9608)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.