Planungen für den Bau einer neuen Kläranlage machen umfangreiche Vorarbeiten notwendig - ...
Prognose für wachsende Einwohnerzahlen

Mit dem Breitbandausbau kann die Gemeinde kostengünstig die Beseitigung des Oberflächenwassers aus dem Areal hinter den Anwesen Schedl/Zimmermann/Rupprecht über den Schlossberg mit Einfluss in den Wehrgraben (im Vordergrund) miterledigen. Bild: ang
Lokales
Reuth bei Erbendorf
19.02.2015
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Um beim Bau der neuen Kläranlage eine vernünftige Dimensionierung zu erreichen, mussten die Gemeinderäte einen Beschluss über die Festlegung der Einwohnerwerte (EW) fassen. Als Richtlinie dazu hatte das Ingenieurbüro Zwick eine Empfehlungs-Berechnung vorgelegt, welche die derzeitige Schmutzwasserfracht mit dem aktuellen Fremdwasseranteil, sowie dessen vom Wasserwirtschaftsamt festgelegten Grenzwert berücksichtigt.

Basierend ist die Berechnung auf den derzeit angeschlossenen 1214 Einwohnern von Reuth und den 173 Bernsteinern sowie der Reserveberechnung von freien Bauplätzen mit 197 Einwohnern, ebenso auf den geschätzten EW-Wert (1676) der Gewerbebetriebe. Als Empfehlung schlug das Büro vor, auf den ermittelten Wert einen maßvollen Zuwachs von 14 Prozent einzuplanen, was der Gemeinde einen Spielraum für künftiges Entwicklungspotential offen lässt.

Geschlossen dafür

Nach den Erläuterungen von Bürgermeister Werner Prucker folgten die Gemeinderäte geschlossen der vorgelegten Berechnung mit der Festlegung für die künftige Entwicklung der Einwohnerwerte auf 3325. Die drei Fraktionssprecher betonten, dass sich die Kommune bei maßvollster Bewertung nicht zu sehr einschränken dürfe, sollte sich vielleicht doch einmal ein abwasserträchtiger Gewerbebetrieb entschließen, sich in Reuth anzusiedeln. Der von der Firma Zwick empfohlene Ansatz sei dahingehend richtig, zumal man sich durch die Zielsetzung einer verstärkten Minimierung des Fremdwassers weitere Freiräume schaffen kann, war sich das Gremium einig.

Ein erster Schritt

Ein erster Schritt zur Beseitigung einer dieser unerwünschten Fremdwassereinträge bietet sich für die Gemeinde im Zusammenhang mit der Breitbandverlegung an. Weil auch das Bayernwerk im Zuge der bevorstehenden Aufgrabung im Bereich des Reuther Schlossbergs Erdverkabelungen mit ausführt, kann die Gemeinde relativ kostengünstig eine schon seit langen Jahren angestrebte Oberflächenentwässerung mit erledigen. Nach den Worten von Bürgermeister Prucker laufen beim Anwesen Schedl täglich mindestens einhundert Kubikmeter Drainagewasser, in Spitzenzeiten noch wesentlich mehr, in den Abwasserkanal.

Dieses kann nun künftig über einen separaten Strang durch die Hauptstraße, den Schenkweg hin zum Anwesen Schieß, weiter über den Kirchweg und Käßberg zum Reuther Berg und schließlich endend am Wehrkanal in den Heinbach abgeleitet werden. Der Streckenverlauf wurde in drei Bauabschnitte eingeteilt, die Kosten prozentual auf die Bauträger Telekom, Bayernwerk und Gemeinde verteilt. Die Arbeiten sollten nach Ansicht des Bürgermeisters bis Ende Mai erledigt sein, damit dem Breitbandausbau nichts im Wege steht. Als einen "Wink des Schicksals" bezeichnete CSU-Sprecher Altbürgermeister Josef Zölch unter Zustimmung seiner SPD-Kollegin Edeltraud Frank die sich auftuende Gelegenheit, dieses längst überfällige Übel günstig zu beseitigen.

Firma aus Waldsassen

Freie-Wähler-Sprecher Albert Bader pflichtete bei und wies darauf hin, dass bei der Maßnahme auch die Straßenbeleuchtung berücksichtigt werden müsse. Nach seinen Kenntnissen könnten mindestens zwei Schalteinheiten wegfallen, die später für teures Geld umgebaut werden müssten. Für die gesamte Maßnahme lagen den Gemeinderäten fünf Angebote auf dem Tisch, den Zuschlag erhielt einstimmig die Firma Walter Leiß aus Waldsassen als günstigster Bieter.

Zum Sachstand des Kläranlagenbaus informierte der Bürgermeister sein Ratskollegium, dass sich eine Möglichkeit zur Gründung eines gemeinsamen Kommunalunternehmens mit Beteiligung der drei Gemeinden aufgetan habe. CSU-Gemeinderat Helmut-Stefan Neugirg zeigte sich überrascht, weil bisher immer von einem Abschluss zwischen der Verwaltungsgemeinschaft Krummennaab-Reuth und der Gemeinde Friedenfels ausgegangen werden musste. Neugirg wertete aber, ebenfalls wie die Sprecher der Freien Wähler und der SPD, diese in Bayern plötzlich mögliche Begebenheit sehr positiv, weil sich jede einzelne Gemeinde selbst besser einbringen und eigenständiger handeln kann. Bis zur März- oder Aprilsitzung soll eine beschlussfähige Satzung für das "gUK Heinbachtal" ausgearbeitet sein und den Räten zur Abstimmung vorliegen. "Nach Auskunft des Planungsbüros Zwick liegen wir mit den Vorplanungen durchaus noch im angemessenen Zeitmantel", bemerkte Prucker abschließend.
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