Wehr mit neuem Kick

Bürgermeister Werner Prucker (rechts) und seine Gemeinderatskollegen zeigten sich überglücklich, dass der Röthenbacher Feuerwehr-Kommandant Anton Kick (links) die Verantwortung für die Aktiven übernimmt. Bild: ang
Lokales
Reuth bei Erbendorf
07.10.2014
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Ein neuer Chef für die Röthenbacher Feuerwehr, ein mahnender Premenreuther Kommandant, eine Bitte auf Entlassung, ein maroder Baum und gefährdete Kinder: Die Gemeinderatssitzung in Reuth hatte es in sich.

Die Röthenbacher Feuerwehr hat einen neuen Kommandanten. Anton Kick tritt die Nachfolge von Peter Kraus an, der die Führung aus persönlichen Gründen abgab. Die Aktiven hatten dem "Neuen" in einer Dienstversammlung mit großer Mehrheit ihr Vertrauen signalisiert. Die Landkreis-Feuerwehrführung mit Kreisbrandrat Franz Arnold an der Spitze bestätigte Kicks Eignung für diese Position, vorausgesetzt, er holt die noch fehlenden Lehrgänge "Gruppenführer" und "Leiter einer Feuerwehr" innerhalb eines Jahres nach. Die Gemeinderäte kamen der Bestätigung für eine Amtszeit von zunächst sechs Jahren nach, ebenfalls unter der Voraussetzung der Erfüllung der Vorgaben.

Bürgermeister Werner Prucker zeigte sich dankbar für Kicks Bereitschaft. "Die Röthenbacher untermauern mit diesem kompetenten Mann an der Spitze ihr ohnehin gutes Fundament", bekräftigte Prucker. "Wir hätten keinen Besseren finden können", fügte Gemeinderat Albert Bader an.

Einige brenzlige Situationen

Michael Gröschl, Kommandant der Premenreuther Wehr, erläuterte Schwierigkeiten bei Einsätzen. Er wollte den Gemeinderäten Denkanstöße geben bei der für 2016 geplanten Ersatzbeschaffung des Premenreuther Feuerwehrfahrzeugs. Höchste Dringlichkeit habe die Anschaffung eines Fahrzeugs mit Wassertank (600 bis 800 Liter) und vier Atemschutzgeräten, zur Einrichtung einer schnellen Wasserabgabe und zur schnellstmöglichen Personenrettung.

Der Kommandant machte bei seiner Auflistung der Einsätze auf einige brenzlige Situationen aufmerksam, die leicht in Katastrophen hätten enden können. In seinem Resümee erachtete Gröschl ein TSF-W als eine sinnvolle Anschaffung. Die Situation würde sich im Bereich Brandschutz und Menschenrettung entscheidend verbessern, auch in Anbetracht der geringen, vertretbaren Mehrkosten. Beim Atemschutz intensiviere seine Wehr in Zusammenarbeit mit Krummennaab Ausbildungsmaßnahmen.

In einem Schreiben bat der langgediente Feldgeschworene Johann Hastler den Gemeinderat, ihn mit Ablauf des Jahres von seinen Pflichten zu entbinden. Mündlich fügte dieser an, dass er aus gesundheitlichen Gründen das Amt nicht mehr länger ausüben könne, erklärte Bürgermeister Prucker. Das Gremium kam der Bitte geschlossen nach.

Zur weiteren Vorgehensweise mit der maroden Kastanie vor der Reuther Katharinen-Kirche kamen die Räte nach eingehender Diskussion zum Schluss, dass nur eine Fällung und Neupflanzung der richtige Weg sei. "Jedes Leben hat einmal ein Ende, und es wurden schon so viele Bäume kostspielig saniert, die wenig später doch gefällt werden mussten", lautete der Tenor. Nach Beurteilung der Kostenvoranschläge sollen der Maschinenring Tirschenreuth die Fällung, die Baumschule Punzmann die Neupflanzung einer rotblühenden, etwa fünf Meter hohen Kastanie übernehmen. Die Kosten belaufen sich auf knapp 3000 Euro. Eine Sanierung wäre langfristig teurer, war sich das Gremium einig.

Das Schreiben von Alexandra und Stefan Beyer soll an die Polizei Kemnath weitergeleitet und in der nächsten Sitzung abermals behandelt werden. Die Antragsteller sehen die Sicherheit ihrer Kinder wegen Raserei gefährdet und wünschen sich eine Tempo-30-Zone für die Falkenberger Straße in Premenreuth.
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