"Zirkus" mit "Verarschung"

Lokales
Reuth bei Erbendorf
08.04.2015
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Vor sieben Jahren leiteten die Gemeinden Krummennaab und Reuth erste Schritte zur Ertüchtigung der gemeinsam betriebenen Kläranlage ein. Dass auch Friedenfels dabei sein wollte, sahen sie damals als Vorteil, zwischenzeitlich ist das ins Gegenteil umgeschlagen.

In vielen gemeinsamen Sitzungen und Besprechungen zeigte sich, dass im Gremium der Steinwaldgemeinde alles andere als Einvernehmen oder gar Entscheidungsfreudigkeit herrscht. Während in Krummennaab und Reuth nur noch planerische Details zu klären waren, kamen von Friedenfels immer wieder neue, mit enormen Zeitverzögerungen verbundene Einwände.

Zeit, die eigentlich niemand mehr hat, da das Wasserwirtschaftsamt nach dreimaliger Fristverlängerung nun endgültig die Inbetriebnahme der VG-Kläranlage im Jahr 2017 angeordnet hat. Reuth und Krummennaab müssen nun, ob mit oder ohne Friedenfels, bis Ende Juni einen tragfähigen Entwurf vorlegen, um im Herbst zu beginnen.

Wie Bürgermeister Werner Prucker in der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte, sei aus der Friedenfelser Ecke überhaupt kein Weg der Annäherung zu erkennen. In einem Schreiben hatten er und sein Krummennaaber Amtskollege Uli Roth ultimativ gebeten, einen verbindlichen Beschluss zu fassen, der vorliegenden Zweckvereinbarung zuzustimmen und alle Alternativplanungen ad acta zu legen. Dieses Anschreiben sei das Papier nicht wert gewesen, auf dem es geschrieben stand. Im Friedenfelser Gremium wurde im öffentlichen Teil über für die Größe der Kläranlage maßgebenden Einwohner-Werte ohne Einigung gestritten, die in Reuth und Krummennaab längst abgehandelt sind, während andere wichtige Punkte abgesetzt oder in den nichtöffentlichen Teil verlegt wurden.

Nachdem sich nun die Gemeinderäte von Krummennaab und Reuth im Vorfeld der VG-Sitzung zu einer Aussprache treffen, soll nach der Gemeinschaftsversammlung, bei der Friedenfels am Mittwoch letztmals die Gelegenheit zum "uneingeschränkten Ja" gegeben wird, am Donnerstag das Ingenieurbüro Zwick definitiv mit der Planung beauftragt werden. Den Friedenfelser Bürgern und ihren Vertretern müsse klar sein, dass dann eine spätere Einbindung, mit all den mehrfach diskutierten Vorteilen einer gemeinsamen Lösung, ausgeschlossen sei. "Ich persönlich finde es jammerschade, weil es für beide Seiten die wirtschaftlichste Lösung gewesen wäre", kommentierte Bürgermeister Werner Prucker den Sachstand der Verhandlungen, den er - wie sein Amtsvorgänger Josef Zölch - schon zum wiederholten Male vorgelegt hatte.

Bis auf zweiten Bürgermeister Johann Neugirg, der immer noch für das Offenhalten eines Türchens für die Friedenfelser Beteiligung plädierte, erhielt der Bürgermeister vom Rest des Gremiums vollste Rückendeckung für das Ultimatum. Die Kommentare "Zirkus" und "Verarschung" machten sogar die Runde.
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