Keine Horrorzahlen

Politik
Reuth bei Erbendorf
31.10.2016
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Was die Gemüter der Grundstückseigentümer hinsichtlich der Kosten für die Beitragspflicht bei der Kläranlagen-Ertüchtigung schon lange beschäftigt, hat nun ein konkretes Gesicht bekommen. Der Reuther Gemeinderat schritt zum Beschluss einer Satzung.

Die Gemeinderäte billigten einstimmig den vorliegenden Entwurf für die "Verbesserung und Erneuerung der Entwässerungsanlage". Die Ansätze des Ingenieurbüros Zwick sind zwar noch nicht verbindlich, aber nach den Erfahrungswerten sollte es beim vorgelegten Zahlenmaterial keine großen Abweichungen mehr geben. Demnach können die Bürger bereits ihre Zahlungen kalkulieren. Pro Quadratmeter Grundstücksfläche sind 0,37 Euro und pro Quadratmeter Geschoßfläche 8,65 Euro verankert.

Auf drei Etappen


Die errechnete Summe wird dann von der Gemeinde auf drei Jahre verteilt. Einfache Rechnung also: ermittelter Betrag, geteilt durch drei, ergibt die voraussichtliche Höhe der Raten. Die erste Rate wird erst einen Monat nach Bekanntgabe des Beitragsbescheides fällig. Sowohl Bürgermeister Werner Prucker, als auch die drei Fraktionssprecher, bewerteten die vorliegenden Zahlen als äußerst positiv. "Wo andere Vorhaben durch verstrichene Zeit meist gewaltig teurer werden, haben sich die finanziellen Berechnungen bei der Kläranlage in letzter Zeit deutlich nach unten bewegt", meinte CSU-Sprecher Josef Zölch. "Warten hat sich in unserem Fall gelohnt", fügte SPD-Rätin Edeltraud Frank hinzu. Auch Freier-Wähler-Sprecher Johann Neugirg zeigte sich erleichtert, dass sich die in der Bevölkerung und an den Stammtischen schon länger kursierenden Vorstellungen von "Horrorzahlungen" keinesfalls bewahrheiten werden. Einig zeigten sich der Bürgermeister und sein Gremium auch, dass es der richtige Weg sei, die Kosten durch die Beiträge und nicht über die Gebühren abzurechnen.

Genaueres zu den Gesamtkosten und der Aufteilung auf die beiden Gemeinden Reuth und Krummennaab will Bürgermeister Werner Prucker bei der Bürgerversammlung am Freitag, 11. November um 20 Uhr im TSV-Sportheim nennen.

"Gott sei Dank", kommentierten die Gemeinderäte die Widmung des 407,8 Meter langen Radwege-Teilstücks zwischen der Mühle am Reuther Berg und der Einmündung in den Hammerweg zum "beschränkt-öffentlichen Geh- und Radweg". Dieser Abschnitt des Steinwald-Radwegs führt über vier private Grundstücke, die Zustimmungen der Eigentümer zur öffentlichen Nutzung lagen bereits auf dem Tisch, als durch die leidige Geschichte um das Ortsrichterstüberl die vierte Unterschrift nicht mehr zustande kam.

"Hätte der neue Besitzer des Velhorn-Anwesens, eine Münchner Immobiliengesellschaft, nicht die Einwilligung zur Nutzung gegeben, hätten wir ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut", meinte der Bürgermeister. Mit der Widmung sei der Weg nun unantastbar. Träger der Straßenlast ist die Gemeinde, für die Grundstückseigner ist Anliegerverkehr zugelassen.

Nur ein Bestatter


Zum Antrag der Familie Jonek auf Zulassung eines weiteren Bestatters auf dem Premenreuther Friedhof, berief sich das Gremium nach eingehender Diskussion übereinstimmend auf den vor 16 Jahren gefällten Beschluss. Dieser lautete, dass das seit 1975 auf dem Gottesacker tätige Unternehmen Schmitz auch künftig die Bestattungen alleine ausführen soll. Weil dies ohne jegliche Kritik geschah, und aufgrund der geringen Beerdigungszahlen, sind die Räte mit der aktuellen Situation zufrieden.

Auf dem Bausektor rührt sich erfreulicherweise wieder etwas. Zur Bauanfrage von Silke und Stefan Hösl, dem Neubau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage im Baugebiet Beckenacker II-Ost, gab es einstimmig grünes Licht. Die geringfügige Abweichung vom Bebauungsplan (Überschreitung des Baufensters) haben die Antragssteller bereits im Vorfeld mit der Baubehörde abgeklärt. Eine ähnliche bauordnungsrechtliche Abweichung lag dem Antrag von Christian Köstler zugrunde, der auf seinem Grundstück im Holunderweg 14 in Premenreuth einen im Erdreich eingesetzten Pool mit Überdachung bauen will. Auch hierzu stimmte der Gemeinderat dem vom Landratsamt geforderte Antrag auf Zulassung der Abweichung (Überschreitung der nördlichen Baugrenze) zu. Freude löste auch der Bauantrag von Klaus Schneider aus Pechbrunn aus, er plant den Neubau eines Bungalows mit zwei Carports im Baugebiet Beckenacker II-Ost. Beim vierten Anliegen durfte Gemeinderat Josef Selch nicht mit abstimmen, weil er selbst Antragsteller war. Der Landwirt beabsichtigt die Errichtung eines Getreidesilos in Escheldorf. Einstimmig wurde das Vorhaben befürwortet.

Für Lärmschutz


Mit einer erfreulichen Mitteilung wartete Werner Prucker im informativen Teil der Sitzung auf. Die Gemeinde erhält eine Stabilisierungshilfe von 250 000 Euro. Weil die Elektrifizierung der Bahnstrecke Marktredwitz-Regensburg zwar noch nicht beschlossen sei, aber ziemlich sicher kommen werde, haben die Bürgermeister und Landräte kürzlich in Weiden eine Resolution an das Bundesverkehrministerium und das Eisenbahn-Bundesamt verfasst. Diese beinhaltet die Forderung, dass wegen des enormen Anstiegs des Güterverkehrs die Maßnahme mit der Errichtung eines Lärmschutzes einhergehen muss. Weiter teilte Prucker mit, dass eine der Hochspannungs-Stromtrassen den östlichen Rand der Gemeinde berühren könnte.
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