PETA erbost über Ferienaktion am Beckenweiher in Premenreuth - "Fische empfinden körperlichen ...
Tierschützer haben Angler am Haken

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Bild von einer Peta-Demonstration in Berlin. (Foto: dpa)
Politik
Reuth bei Erbendorf
07.09.2016
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Der Angelsportverein ist ins Visier der Tierrechtsorganisation PETA geraten. Die Aktivisten haben Strafanzeige wegen Tierquälerei gestellt. Im Zuge einer Veranstaltung im Ferienprogramm unter der Regie der Petrijünger sollen zahlreiche Fische "unter Verstoß gegen § 17 Nr. 1 des Tierschutzgesetzes" um des Rest ihres ohnehin kurzen Leben gebracht worden sein.

"Ringen nach Luft"


Jana Fuhr von der PETA-Pressestelle in Stuttgart beschreibt das mutmaßliche Massaker so: " Sie zappeln am Haken, ringen nach Luft und kämpfen um ihr Leben - vergeblich. Am Beckenweiher in Premenreuth wurden Ende August zahlreiche Fische getötet. Medienberichten zufolge nahmen etwa 30 Kinder teil, und jedes Kind fing einen oder mehrere Fische. Am Ende zählte die Gesamtlänge und die Kinder erhielten Pokale und Urkunden."

PETA sieht in dieser Veranstaltung eine illegale Aktion, "da die Tötung der Tiere ohne einen gerechtfertigten Grund im Sinne des Gesetzes erfolgte". Laut Kommentar zum Tierschutzgesetz müsse der alleinige Grund des Angelns im Nahrungserwerb liegen. Bei dieser Veranstaltung hingegen handele es sich um eine reine Werbemaßnahme des Veranstalters, um Kinder anzulocken und einen Wettbewerb zu veranstalten."

Deshalb muss sich nun Staatsanwaltschaft in Weiden mit dem Fall befassen. Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer bestätigt den Eingang der Strafanzeige, die sich gegen alle erwachsenen Mitglieder des ASV Reuth richtet, die am fraglichen Tag anwesend waren. Schäfer hält sich allerdings bedeckt, was den weiteren Verlauf und die Erfolgsaussichten möglicher Ermittlungen angeht.

Für PETA ist der Fall hingegen klar. "Könnten Fische ihre Schmerzen durch laute Schreie ausdrücken, würde niemand mehr behaupten, Angeln sei eine Beschäftigung für Kinder", so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA.

"Kinder haben das Recht, zu erfahren, dass Fische individuelle Persönlichkeiten sind, die nicht nur körperliche Schmerzen empfinden, sondern auch Emotionen. Stellen Sie sich vor, man bohrt einen Metallhaken durch Ihren Mund und drückt Sie unter Wasser, wo Sie nicht mehr atmen können", sagt die Sprecherin.

Zurück ins Wasser


Vom Ereignis Kenntnis erlangt hat PETA übrigens mit Hilfe eines Internet-Suchprogramms, das durch die Verwendung bestimmte Begriffe einschlägige Presseartikel aufspüren kann.

Und weil "Der neue Tag" seinerzeit pflichtgemäß über das Reuther Ferienprogramm berichtet hatte, muss sich Justitia mit dem Ereignis befassen, das dem Vernehmen nach aber deutlich mehr Fische überlebt haben, als PETA annimmt. Die meisten sind nämlich nach der statistischen Erfassung wieder ins Wasser zurückgeworfen wurden.

Hintergrund: PETA hat auch "Auge" im BlickHaben Tiere eine Seele? Empfinden Fische Angst und Schmerz? Nicht nur Deutschlands prominentester Förster Peter Wohlleben forscht in dieser Richtung (siehe Spiegel-Bestsellerliste). Auch für die Tierrechtsorganisation PETA sind das zentrale Fragen. Die Aktivisten kümmern sich nicht nur um bedrohte Pelz-Tierarten, auch Amphibien gehören zum Klientel. Und manchmal bekommen auch prominente Zeitgenossen Ärger mit der Organisation.

Ex-Fußball-Weltmeister Klaus Augenthaler zog heuer am Vatertag einen kapitalen Waller aus der Donau und posierte damit für ein Presse-Foto. Auch hier sah PETA eine Straftat und warf dem früheren Profi beim FC Bayern München darüber hinaus "mangelnde sportliche Fairness gegenüber Fischen" vor.
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3 Kommentare
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Antonietta Tumminello aus Altendorf | 08.09.2016 | 10:27  
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Klaus Karausche aus Schönsee | 08.09.2016 | 14:38  
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Klaus Karausche aus Schönsee | 11.09.2016 | 08:08  
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