Angler vom Haken

Sie zappelten kurze Zeit im Netz und durften überwiegend in den Beckenweiher zurückkehren - die Fische, die beim Schnupperangeln im Ferienprogramm des Angelsportvereins Reuth bei Erbendorf gefangen wurden. Die Tierrechtsorganisation PETA wertete diese Aktion heuer im September als Tierquälerei. Die Staatsanwaltschaft Weiden erkannte kein strafbares Verhalten der Petrijünger. Archivbild: ggö
Vermischtes
Reuth bei Erbendorf
27.10.2016
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Der Angelsportverein Reuth bei Erbendorf ist aus dem Schneider. Die Staatsanwaltschaft Weiden hat die Ermittlungen wegen Tierquälerei eingestellt und den Mitgliedern korrektes Verhalten bescheinigt. Die Tierrechtsorganisation PETA hatte die Mühlen der Justiz in Gang gesetzt.

Die Aktivisten stellten Anfang September Strafanzeige, weil die Petrijünger bei einem Schnupperangeln im Ferienprogramm "zahlreiche Fische unter Verstoß gegen § 17 Nr. 1 des Tierschutzgesetzes" am Beckenweiher in Premenreuth gemeuchelt haben sollen (wir berichteten). Jana Fuhr von der PETA-Pressestelle in Stuttgart beschrieb seinerzeit das mutmaßliche Massaker mit den Worten: "Sie zappeln am Haken, ringen nach Luft und kämpfen vergeblich um ihr Leben."

Dieser Sachverhalt hat sich offenbar nicht bestätigt. Oberstaatsanwalt Rainer Lehner fasste das Ergebnis der Ermittlungen zusammen: "Wir haben keine Straftat feststellen können. Man kann den Beteiligten unterstellen, dass sie sich den Regeln des Angelsports konform verhalten haben. Es wurden Fische gefangen, vermessen und wieder eingesetzt. Es gibt keinen Hinweis auf Tierquälerei."

Rund 30 Mädchen und Buben hatten im August unter der Regie des Angelsportvereins an der Veranstaltung teilgenommen. Jedes Kind fing mindestens einen Fisch. Am Ende zählte die Gesamtlänge und die Kinder erhielten Pokale und Urkunden. PETA sah darin eine illegale Aktion, "da die Tötung der Tiere ohne einen gerechtfertigten Grund im Sinne des Gesetzes erfolgte". Laut Kommentar zum Tierschutzgesetz muss nämlich "der alleinige Grund des Angelns im Nahrungserwerb liegen". Nun sind zwar nur ein paar der schuppigen Tiere in der Pfanne gelandet, aber weil der große Rest "auf sozialadäquate Weise" wieder ins Wasser zurückkehren konnte, ließ die Staatsanwaltschaft Weiden die Fischer wieder vom Haken.
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