Erste Schleppjagd des Reitclubs Erlhammer
Jagdfieber im Galopp

Bei der Schleppjagd steht nicht der Wettbewerb, sondern der gemeinsame Austritt im Vordergrund. Die Reiter schätzen die Verbindung zur Tradition, die Verbundenheit zur Natur und den Sport mit Hund und Pferd. Bilder: Stefanie Empter (3)
Vermischtes
Reuth bei Erbendorf
08.11.2016
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Im Pulk überquert die Reitergruppe Hindernisse, unter anderem Baumstämme.

Das Jagdfieber hat Albert Schrembs und seine Tochter gepackt. Und es ist ein erfolgreiches Debüt: Der Reitclub Erlhammer veranstaltet zum ersten Mal eine Schleppjagd.

Erlhammer. Um 10.30 Uhr versammelten sich 36 Reiter zum Stelldichein und jagdlichen Frühstück am Reitstall Erlhammer in Reuth bei Erbendorf. Für die Teilnehmer aus Tirschenreuth, Neustadt/WN, Weiden und Amberg gab es zunächst Weißwürste, ehe sie in die Sattel stiegen. Die Jagd begleiteten die Kaibitzer Schlossbläser.

Bis es soweit war, die erste Schleppjagd des Reitclubs Erlhammer zu organisieren, musste Jagdherr Albert Schrembs, ein passionierter Jagdreiter, zunächst Überzeugungsarbeit leisten. Er und seine Tochter Corinna hatten schon einige Male an verschiedenen Jagdreiten teilgenommen. Schnell hatten Schrembs und seine Tochter RC-Vorsitzende Anja Kraus überzeugt: "So etwas machen wir auch." Auch der restliche Vorstand und die Vereinsmitglieder ließen sich von der Jagdleidenschaft infizieren: "Breits im Frühjahr hatte uns Albert am Wickel. Uns war klar: Unsere erste Schleppjagd machen wir im Herbst."

Die Erlhammerer holten sich mit dem Schleppjagdverein Frankenmeute erfahrene Unterstützer. Sie hatten auch die Hundemeute, 20 Beagles, dabei. So kamen am Samstag neben Gästen vom Schleppjagdverein Bayern auch viele junge Reiter aus der Umgebung, um bei der Premiere mitzureiten. Um 12 Uhr war Aufbruch zur Jagd. Sportlich schick, im Turniergewand mit dunkler Jacke, heller Hose, Stiefeln und Helm, hatten sich die Teilnehmer gekleidet. Bevor sie aufsattelten, wurden Jagdherr, Meute und "Master", die Gruppenführer, vorgestellt. Jedes (Jagd-)Feld - eine geführte Gruppe - wird vom Schleppenleger zusammen mit einem ortskundigen Reiter angeführt. Beide legten für die Hunde eine "Schleppe". Die 20 Beagles folgen der Hufspur der vorauseilenden Pferde. Nach den Hunden gehen die "Master" in die Jagdstrecke. Hinter dem Gruppenführer folgen alle weiteren Reiter im Gelände.

Hinter Hunden hergejagt


Flott ging es querfeldein über acht lange Schleppen auf der 18-Kilometer-Strecke. 16 Sprünge waren eingebaut und boten neben überbauten Gräben auch eine sportliche Alternative. Wer sich nicht traute, konnte an den Hindernissen vorbeireiten. "Die Hürden haben wir sehr niedrig gebaut, nur etwa 80 Zentimeter hoch. So ist der Parcour auch für Einsteiger machbar", erklärte Corinna Schrembs. Sie übernahm als "Master" eines der zwei Jagdfelder.

Drei Wiesenschleppen wechselten sich mit zwei Waldschleppen ab. Nach einem kurzen Erfrischungsstopp ging es weiter auf die restlichen drei Wiesenschleppen. Albert Schrembs hatte die Strecke umsichtig gewählt. Dem erfahrenen Jagdherrn waren gut gebaute und einsichtige Sprünge ein Anliegen. Der Weg führte über Muckenthal, Voithentann und die Haferdeckmühle über Friedenfels und Thumsenreuth zurück zum Reithof der Familie Schrembs.

Zurück am Ausgangspunkt erwartete die Jagdgesellschaft standesgemäß gegen 15.30 Uhr ein prasselndes Feuer. Die Organisatoren und das Helfer-Team gestalteten für Mitglieder und Gäste einen wunderbaren Jagdtag. "Es hat uns einfach so viel Spaß gemacht", berichtete Anja Kraus. Zum Abschluss gab es als Belohnung für die Hunde traditionsgemäß als Ersatz für die Innereien des aufgebrochenen Wildes das sogenannte "Curée" (in der Regel Rinderpansen). Die Reiter bekamen einen Bruch, einen abgebrochenen grünen Nadelbaumzweig, den sie sich an den Revers steckten. Zusätzlich erhält jeder Teilnehmer einen Jagdknopf. Der Reitclub Erlhammer freut sich schon jetzt auf die kommenden gemeinsamen Jagden.

Es hat uns so viel Spaß gemacht.Anja Kraus, Vorsitzende des Reitclubs Erhammer


Die SchleppjagdDie Schleppjagd oder auch das Jagdreiten ist ein organisiertes Ausreiten im Gelände. Es ist eine Hundemeute dabei, die eine künstliche Duft- oder Trittspur, die sogenannte "Schleppe", verfolgt. Im Vordergrund dabei steht nicht der Wettbewerb, sondern der Pferde- und Hundesport. Es wird kein Wild gejagt. Wichtig ist den Reitern dabei die Tradition: Sie legen Wert auf den Ablauf, alle treten in Turnierkleidung an, begleitet wird die Jagd typischerweise von Jagdbläsern. (szl)
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