Werner Prucker informiert über Projekte
Reuther Bürger wollen’'s wissen

Auch in diesem Jahr bekundeten die Reuther Bürger ein reges Interesse an der Bürgerversammlung. Bilder: ang (2)
 
Werner Prucker informierte die Bürger über einige Themen.

Nur wenige Plätze waren unbesetzt, als Bürgermeister Werner Prucker im Sportheim die Bürgerversammlung eröffnete. Konnte er schon in den vergangenen Jahren über mangelnden Besuch nicht klagen, so trug am Freitag sicherlich das angekündigte Zahlenwerk vom Umbau der Kläranlage zum nochmals gesteigerten Interesse bei.

Prucker erläuterte den Zuhörern, nach welchen Ansätzen die Kosten von voraussichtlich 3,7 Millionen Euro aufgeteilt werden. Auf Krummennaab entfallen 50,72 Prozent und auf die Stadt Windischeschenbach (Bernstein) 5,47 Prozent, was bei 43,81 Prozent für die Reuther Gemeinde einen Kostenaufwand von 1 529 211,46 Euro bedeutet. Diese Summe ist laut gesetzlicher Regelung zu neun Teilen auf das auf die Geschossflächen umzulegende Schmutzwasser und zu einem Teil auf das Regenwasser der Grundstücksflächen zu berechnen.

Der Bürgermeister erklärte den Aufteilungsschlüssel für die zusätzlich auf die Reuther Bürger zukommenden Kosten für die erforderlichen Sonderbauwerke Regenüberlaufbecken (Reuth), Regenüberlaufbecken (KU/VG) und das Pumpwerk in Josefshof. Von der Summe in Höhe von 1 663 728,45 Euro sind also 1 468 991,30 Euro auf die Schmutzwasserbeseitigung (8,65 Euro je Quadratmeter Geschossfläche) und 194 737,15 Euro auf das Regenwasser (0,37 Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche) angesetzt. Prucker betonte, dass die Summen auf der Kostenberechnung des Ingenieurbüros Zwick beruhen, Abweichungen könne es geben. Diese sollten nach Bekunden des Büros aber im überschaubaren Rahmen bleiben (unter zehn Prozent).

Als wichtig nannte er für die Grundstücks- und Hausbesitzer, dass die endgültigen Beitragsrechnungen etwa gedrittelt auf die Jahre 2017/18 und die Schlussabrechnung auf 2019 verteilt werden. Die auf drei Jahre angesetzte und vom Wasserwirtschaftsamt geförderte digitale Erfassung und Kamerabefahrung der Gemeindekanäle zur Erstellung eines Kanalkatasters schreitet gut voran, erwähnte er.

Zur Statistik der Gemeinde sagte Prucker, dass sich die Einwohnerzahl um 28 auf 1166 verringert habe, bedingt auch durch wieder weniger Flüchtlinge. Der Bürgermeister ergänzte zum mit einem Volumen von knapp drei Millionen Euro abgeschlossenen Haushalt 2015, dass die Ansätze der Einnahmen und Ausgaben mit den tatsächlichen Ergebnissen durchwegs identisch waren. Dank der gewährten Stabilisierungshilfe konnte trotz vieler Maßnahmen die Pro-Kopf-Verschuldung von 1447,96 Euro auf 1327,45 Euro (Stand: 31. Dezember 2015) gesenkt werden. Auch im laufenden Haushaltsjahr kann die Gemeinde eine staatliche Konsolidierungshilfe in Höhe von 250 000 Euro einplanen.

Zum Breitbandausbau sagte er, dass für die noch nicht angeschlossenen Gemeindeteile Rechenlohe und Eiglasdorf noch heuer der Vertrag mit der Telekom unterzeichnet werde und der Ausbau binnen 18 Monaten erfolge. Die Erschließung des Gewerbegebietes an der Bernsteiner Straße ging zügig über die Bühne, der erste Betrieb habe sich schon angesiedelt und noch im November sind Asphaltierungsarbeiten vorgesehen. Im Zuge dieser soll auch noch die Verbindungsstraße Premenreuth/B 299 in Richtung Ödwalpersreuth ertüchtigt werden. Abgeschlossen und abgenommen sei dagegen die Straßenbaumaßnahme Escheldorf-Rechenlohe, verlegt wurde dabei gleich ein 900 Meter langes Leerrohr für den Breitbandausbau. Die Premenreuther Feuerwehr bekommt im nächsten Jahr Ersatz für ihr altersschwaches Tragkraftspritzenfahrzeug, kündigte der Bürgermeister an. Einen Auftrag habe es bereits gegeben, die Beschaffung geschehe in Kooperation mit der Gemeinde Pullenreuth, die für die Feuerwehr Trevesen das baugleiche Fahrzeug kauft und somit ebenfalls die erhöhte Bezuschussung nutzen kann.

"Es läuft besser als erträumt", kommentierte Prucker das Interesse an den Grundstücken im Baugebiet Beckenacker II-Ost. Sieben Parzellen seien verkauft und teils schon bebaut, zwei reserviert, sechs Bauplätze sind noch frei. Weiter unterrichtete Prucker, dass das Mehrzweckgebäude noch in diesem Jahr mit offenem Wlan ausgerüstet werde und dass auf Wunsch der Vereine von Bürgerfesterlösen ein Gastro-Geschirrspüler für 3050 Euro angeschafft werde. "Somit ist der diesjährige Erlös von 2750 Euro bereits sinnvoll angelegt", meinte er.

Bahnhaltepunkt und StromtrasseZur Situation um den künftigen Bahnhaltepunkt Reuth erklärte der Bürgermeister, dass der Umbau der Bahnsteige und die Gleisquerung noch im Dezember abgeschlossen werden sollen. Der Anbau von Aufzügen werde seitens der Bahn für Ende 2017 ins Auge gefasst. Wie das Bahnhofsumfeld mit der geplanten "Park&Ride"-Anlage aussehen wird, müssen die nächsten Monate zeigen. Die aktuelle Planung mit einer aus Sicht der Gemeinderäte noch "sehr deftigen Kostensumme" liegt derzeit den zuständigen Stellen von Bahn, Regierung und Co. zur Genehmigung und Auslotung der Bezuschussungsmöglichkeiten vor. Zum Abschluss informierte der Bürgermeister, dass eine der geplanten Hochspannungsgleichstromtrassen auch das östliche Gemeindegebiet berühren könnte. Des Weiteren sagte er, dass mit der sicher kommenden Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Marktredwitz und Regensburg ein vor allem nachts erheblich verstärktes Güteraufkommen einhergehen wird, dem Lärmschutz deswegen Priorität einzuräumen sei. Eine vom "Forum Bahnlärm" ausgearbeitete Resolution, welche die Forderung nach adäquatem Lärmschutz unterstreicht und an das Bundesverkehrsministerium und das Eisenbahnbundesamt gerichtet ist, wurde von den Bürgermeistern aller angrenzenden Kommunen unterzeichnet. (ang)
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