Einmal im Monat kommen im Riedener Pfarrheim Asylbewerber und Einheimische zusammen
Janga spielen im Café International

Rund 15 Migranten trafen sich mit ihren Helfern am Mittwoch wieder im Café International im Riedener Pfarrheim. Die Pfarrer Klaus Eberius und Gottfried Schubach (stehend, von links) freuten sich darüber.
Freizeit
Rieden
30.09.2016
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Es war am Pfarrfestsonntag im Juli, als die vier irakischen Migranten Ahmed, Chihad, Rahid und Mustafa, die damals in Kreuth in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnten, Besuchern die arabische Spezialität Falafel gratis anboten. Sie sahen ihre Aktion als Dankeschön, da sie einmal im Monat ins Café International im Riedener Pfarrheim St. Josef eingeladen wurden.

Am Mittwoch war wieder Café-International-Tag: 15 Asylbewerber, die vor Krieg, Gewalt und Elend aus Syrien, dem Irak und Eritrea geflüchtet waren und jetzt in Kreuth und Rieden eine Bleibe haben, hießen Pfarrer Gottfried Schubach und sein evangelischer Amtskollege Klaus Eberius willkommen. Kaffee und Kuchen, auch Schubachs selbstgebackener Zwetschgendatschi waren im Angebot - und Getränke nach Gusto.

Rund 20 Freiwillige gehören dem Helferkreis an, so die Geistlichen. Darunter ist die bereits 80-jährige ehemalige Oberlehrerin Engelburga Seidl, die sich als eine der ersten in Rieden schon im Dezember 2014 um Migranten gekümmert und sich auf die Suche nach Matratzen gemacht hatte. Ab Januar 2015 gab sie zudem zweimal wöchentlich Deutschunterricht. Sie freut sich, dass einige ihrer Schützlinge schon integriert sind, Praktika absolvieren konnten, gar einen Arbeitsplatz fanden.

Als weiteres Beispiel von Nächstenhilfe bezeichnete Eberius Grundschullehrerin Nathalie Scharl. Sie wohnt in Voggenhof, arbeitet in Amberg und gab ab Herbst 2014 im Gemeinderaum unter der Paul-Gerhardt-Kirche ein Schuljahr lang Vorkurse in Deutsch. Heute aber ist Nathalie Scharl mit Mustapha und Qaidar beim Janga, "einem Geschicklichkeitsspiel, bei dem man ohne Sprachkenntnisse auskommt", wie sie betonte. "Balance of Power" spielen Basim und Ammar und ließen sich Zwetschgendatschi schmecken.

Hier unterhielt man sich beim Treffen beinahe wie in jedem anderen Café, zuweilen wurde mit Händen gestikuliert - im Notfall gedolmetscht. Seit Sommer 2015 wird das Café International, wie die Priester sagten, "als ökumenische Veranstaltung betrieben". Nächstenliebe sei der Antrieb aller Helfer, so Schubach.
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