G.O.N.D.-Fans schlagen bald in Kreuth auf
Die Sonne muss nicht mitfeiern

Vier Tage Dauerparty: Zur Größten Onkelz Nacht Deutschlands (G.O.N.D.) kommen nicht nur Feierwütige aus ganz Deutschland, sondern auch aus dem benachbarten Ausland. Für heuer haben sich sogar Briten und Spanier Karten für das Festival in Kreuth besorgt. Archivbild: Unger
Freizeit
Rieden
01.07.2016
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"Regen braucht da kein Mensch", sagt Timo Hofmann. Mit seinem Wunschwetter hält er nicht hinterm Berg: 24 Grad, bedeckter Himmel - das wäre ideal für ein Festival. Natürlich nicht für irgendein Festival, sondern genau für eines im Juli in Kreuth: die legendäre G.O.N.D.

Kreuth. Ob Timo Hofmanns Draht zu Petrus funktioniert? Man wird sehen! Aber alles, was er und sein Partner in der Festival-Organisation, Steffen Kiederer, beeinflussen können, das haben sie fest in der Hand. Die letztjährige Größte Onkelz Nacht Deutschlands (G.O.N.D.) war noch nicht mal über die Bühne gegangen, da fingen sie schon an, das diesjährige Event vorzubereiten.

Bis zu 13 000 Besucher erwartet Hofmann von Donnerstag, 14., bis Sonntag, 17. Juli, im beschaulichen Kreuth. "Ja, es waren schon mal mehr Leute", gibt der Organisator unumwunden zu. Warum das so ist, weiß er auch. "Aufgrund des Comebacks der Böhsen Onkelz ist das Interesse an unserer Veranstaltung, dem Tribute-Festival, geringer geworden." Doch Sorgen macht sich Hofmann nicht. Die Resonanz wird wieder größer werden, glaubt er.

Und überhaupt: Erfolg lasse sich nicht nur an Zahlen messen. "Es gibt Festivals mit 100 000 Besuchern, aber was hilft es, wenn die Leute nicht zufrieden sind?" Andererseits können es auch nur 18 000 sein und jeder einzelne sei glücklich. "Das mit dem Erfolg ist so eine Definitionssache", sinniert Timo Hofmann.

Spanier und Briten


Bis jetzt sind es rund 12 000 Menschen, die vier Tage in die Oberpfalz kommen werden. "Täglich werden aber so um die 100 Tickets bestellt", sagt er. Es klingt, als wundere er sich selbst ein bisschen, warum gerade jetzt der Ansturm so groß ist. "Seit zweieinhalb Wochen geht es so richtig ab." Spanier werden anreisen, einige Briten genauso. "Und natürlich Fans aus allen Ländern, die direkt an Deutschland angrenzen: Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Holland, Tschechien." 42 Bands werden das Festival in Kreuth rocken. Hofmann ist ein bisschen stolz, dass erstmals Hämatom auftritt. Die Band sei sehr bekannt in der Deutschrock- und auch in der Metal-Szene. "Hämatom war ganz massiv gefordert worden", kennt er die Wünsche des Publikums.

Höhepunkt sei wahrscheinlich aber der Auftritt von J.B.O., meint Hofmann über die Band, die beim Abschiedskonzert der Onkelz am Lausitzring gespielt hat. "Aber auch Kärbholz, Unantastbar und Krawallbrüder kommen gut an", so die Einschätzung des Experten. Der Aufbau für die G.O.N.D. beginnt schon in wenigen Tagen, am Mittwoch, 6. Juli, rollen die ersten Trucks auf das Gelände des Ostbayerischen Pferdesport- und Turnierzentrums. "Wir haben allein 14 Trucks, die nur die Bauzäune anliefern", erzählt Hofmann. Ziemlich genau seien es zehn Kilometer Zaun. "Das ist schon relativ gewaltig für eine Veranstaltung." Wann genau die Bühne geliefert wird, weiß Hofmann aus einem guten Grund: am 12. Juli. Das ist sein Geburtstag. "Ich dachte, ich werde mal mit ein paar tausend Besuchern feiern - wie jedes Jahr", ist Hofmann zu Scherzen aufgelegt. Doch für eine Party bleibt ihm gar keine Zeit, denn zwei Tage später schlagen schon die G.O.N.D.-Enthusiasten auf.

Die Besucher feiern vier Tage lang, die Organisatoren sind insgesamt zwölf Tage vor Ort. "Da ist man dermaßen unter Dauerstress", gesteht Hofmann. Doch er kennt es auch, dieses gute Gefühl - wenn am Sonntag so gegen 16 oder 17 Uhr alle wieder abgereist sind und niemandem in den zurückliegenden Tagen etwas passiert ist. "Immerhin ist das ja eine Kleinstadt auf dem relativ kleinen Gelände", macht er die Dimension der G.O.N.D. bewusst.

Gemeinsam auf der Bühne


Ein Schmankerl hat er noch für die Fans: Er und Steffen Kiederer werden am Samstag selbst auf der Bühne stehen, zum allerersten Mal gemeinsam. "Witzig", findet Hofmann das. "Das wird eine spaßige Angelegenheit." Doch bis es so weit ist, hofft er auf bestes Festival-Wetter: 24 Grad, ohne Sonne, ohne Regen.

Für 13 000 BesucherIn den Vorjahren ist die G.O.N.D. platzmäßig an ihre Leistungsgrenze gelangt, maximal 20 000 bis 21 000 Besucher hätten zum Festival auf das Gelände des Ostbayerischen Pferdesport- und Turnierzentrums gedurft. "Diese Zahlen wurden seitens des Veranstalters aber nicht ausgereizt", sagt Sabine Müller, Geschäftsleiterin des Marktes Rieden (der zuständigen Sicherheits- und Ordnungsbehörde). "Heuer wurde die G.O.N.D. für 13 000 Besucher genehmigt."

Sabine Müller hebt die gute Zusammenarbeit mit dem Veranstalter, dessen Sicherheitsdienst, der Polizei, dem Rettungsdienst und der Feuerwehr hervor. Im Mai gab es ihren Worten nach mit allen Beteiligten ein Planungsgespräch, während des Festivals sind tägliche Treffen angesetzt. "Die gute Zusammenarbeit erleichtert vieles ungemein", sagt die Mitarbeiterin der Kommune. Unvorhergesehenes kann allerdings immer auftreten. "Eine solche Veranstaltung lässt sich nicht bis zum i-Tüpfelchen durchplanen", weiß Sabine Müller. (san)


Das mit dem Erfolg ist so eine Definitionssache.Timo Hofmann, einer der beiden G.O.N.D.-Organisatoren


Rund um G.O.N.D.Polizei mit eigener Wache

Eine eigene kleine Wache richtet die Polizeiinspektion Amberg laut ihrem Leiter Robert Hausmann während der G.O.N.D. vor Ort im Ostbayerischen Pferdesport- und Turnierzentrum in Kreuth ein. "Diese Wache ist durchgehend besetzt, wir sind durchgehend ansprechbar", erklärt Hausmann. Die temporäre Polizeidienststelle existiert so lange, wie das Festival läuft: vom 14. bis zum 17. Juli.

Die Planung, wie viel Personal dafür benötigt wird, war laut Hausmann bereits im Frühjahr. Das reicht von Sachbearbeitern der Kripo über Verkehrspolizei und Einsatzzug bis hin zu Ziviler Einsatzgruppe und Kräften der Bereitschaftspolizei. Während der G.O.N.D. ist laut Hausmann täglich eine Lagebesprechung angesetzt, bei Bedarf können weitere relativ schnell einberufen werden. "Das geht auf Zuruf", sagt der PI-Leiter. Das könnte sein, wenn eine Unwetterwarnung käme und entschieden werden müsste, wie es mit dem Festival weitergehen soll. "Das hatten wir schon mal", so Hausmann.

Hinsichtlich der Straftaten fällt die G.O.N.D. nicht so sehr aus dem Rahmen. "Für die Menge an Menschen und die Anzahl derjenigen, die einen über den Durst trinken, haben wir nicht viele Straftaten", bilanziert der Polizeidirektor. Die Delikte reichen von Diebstahl ("da nützt jemand die günstige Gelegenheit und zieht sich ein Handy") bis hin zu Körperverletzungen ("da geraten zwei aneinander und tauschen ihre Meinungen mit den Fäusten aus"). Das eine oder andere Mal sei es bei der G.O.N.D. zu größeren Übergriffen gekommen, etwa gefährlicher Körperverletzung.

Die Polizei ist zudem zuständig für die Gefahrenabwehr. "Die Festivalbesucher bringen ja Gaskartuschen, Grill und Holzkohle mit." Da müsse man zusammen mit der Feuerwehr auch schauen, dass der Brandschutz gewährleistet sei. Im Netz kursiert ein kleines Filmchen, das ein G.O.N.D.-Besucher gedreht hat: Wie lange braucht eine Ravioli-Dose in der knallheißen Sonne, bis sie in die Luft fliegt? Hausmann warnt klipp und klar vor solchen Experimenten: "Das kann ganz schlimm ausgehen und schwere Verletzungen verursachen." (san)

Notaufnahme des BRK

Seit etwa sechs Monaten wird der Sanitätsdienst, den das Rote Kreuz übernimmt, geplant. "Wir leisten wie jedes Jahr medizinische Versorgung in vollem Umfang", erklärt Bernd Lödel, der sich mit Dieter Hauenstein die Gesamteinsatzleitung teilt. In Spitzenzeiten (Donnerstag-, Freitag- und Samstagabend) sei man jeweils mit rund 100 Einsatzkräften vor Ort. Die Helfer kommen größtenteils aus dem BRK-Kreisverband Amberg-Sulzbach, werden aber auch von anderen Kreisverbänden des Bezirksverbandes Niederbayern/Oberpfalz unterstützt, erklärt Bernd Lödel.

Die Rotkreuz-Mitarbeiter kümmern sich um die Wehwehchen der G.O.N.D.-Besucher. 2015 waren es um die 900 Versorgungen. "Das ist natürlich wetterabhängig", sagt der Rettungsassistent. Bei Hitze müssen überwiegend Sonnenbrände und Insektenstiche versorgt werden, ist es nass und rutschig, sind mehr Verstauchungen zu verzeichnen. "Das reicht vom Sonnenbrand bis zur Kopfplatzwunde", skizziert Lödel die Bandbreite, mit dem die BRK-Freiwilligen konfrontiert werden. Bei schweren Verletzungen wird ein Transport in die Klinik organisiert. "Rund um die Uhr ist auch mindestens ein Arzt vor Ort", sagt der Rettungsassistent über die Notaufnahme in den Katakomben der Ostbayernhalle. (san)
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