Abwechslungsreich und experimentierfreudig: Orgel, Saxophon und Schlagzeug
Spielfreude und ausdrucksstarke Interpretation

Mit dem ersten Satz aus Petit "Suite Latin" von Jerome Naulais eröffnete Susanna Müssig-Wilczek an der Orgel, begleitet von Elke Beer am Altsaxofon, das Konzert.
Kultur
Rieden
29.09.2016
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Eine nicht alltägliche Kombination von Saxofon, Schlagzeug und Orgel war in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu erleben. Zum Marktsonntag in Rieden bereiteten die Musiker Susanna Müssig-Wilczek (Orgel) sowie Elke und Florian Beer (Saxofon, Schlagzeug) ihren Zuhörern in der Kirche ein wunderbares Hörerlebnis.

(sön) Sie kombinierten abwechslungsreich und experimentierfreudig die klangvolle Orgel mit weichen Saxofonsounds und groovigen Schlagzeugrhythmen. Müssig-Wilczek hatte sich schon lange mit den Gedanken getragen, Werke von Michael Schütz mit rhythmischer Begleitung aufzuführen. Die Stücke fordern es geradewegs heraus, mit einem Schlagzeug im Duett zu spielen.

Die drei Musiker hatten sich durch ihre Lehrtätigkeit am Max-Reger-Gymnasium in Amberg kennengelernt. Elke Beer und Müssig-Wilczek musizieren bereits regelmäßig im Duo Sax'n'Pipes, doch die Kombination mit Schlagzeug gibt dem Ensemble eine Bereicherung.

Zu Beginn stiegen beide Interpretinnen mit Petit Suite Latine des Franzosen Jêrome Naulais tief in die Welt der modernen Komponisten ein. Der tänzerische Einfluss des Paso doble wurde wunderbar im Rhythmus der Orgel vernommen, umspielt von den leichten Melodien des Saxofons. Auch bei Le Club des Notes erkannte man die rhythmisch, moderne Sprache, die Gino Samyn in seiner Komposition verarbeitete. Ein leichter 5/4-Takt, der in einen Jazzwalzer mündet, gefolgt von einer rockigen Saxofonpassage, die Elke Beer mit Energie zu Gehör brachte.

Doch Michael Schütz war der eigentliche Headliner: Der Dozent für Popularmusik in Tübingen bringt in seine Stücke viele Elemente der modernen Popmusik in Verbindung mit Bach'schen Elementen. Susanna Müssig-Wilczek interpretierte mit Florian Beer am Schlagzeug die Leichtigkeit und auch den Witz der Stücke. That's it, Stopmin, Community und vor allem Dance with me wurden mit Charme und Können im musikalischen Gespräch dargeboten.

Florian Beer entlockte seinem Drum-Set nicht nur Grooves und Rhythmen, sondern wob sich in die Vielstimmigkeit der Orgel mit ein.

Mit Astor Piazollas Adios Nonino brachten Beer und Müssig-Wilczek einen Ruhepol in den Ablauf. Am Ende ließ die Organistin mit Straight Ahead und Five Down alle Register des königlichen Instruments nochmal zum Zug kommen und zeigte ihre Spielfreude durch ausdrucksstarke Interpretation.

Das Publikum dankte den Interpreten mit anhaltendem Applaus. Das Konzert wird am Sonntag, 30. Oktober, um 17 Uhr in der Miesbergkirche in Schwarzenfeld noch einmal aufgeführt.
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