CSU-Arbeitskreis Umwelt informiert sich in Rieden
Beim FC regnet Grundwasser

Beispielhaft ist nach Ansicht des CSU-Arbeitskreises Umwelt der Einsatz des 1. FC Rieden für Projekte zur Energieeinsparung, vor allem für Stromerzeugung mit einer Photovoltaikanlage (Bild), mit LED-Flutlichtanlage, Hackschnitzel- und Pelletsheizung sowie der Nutzung von Grund- statt Trinkwasser. Dafür wurden die Riedener mit dem neuen Bürgerenergiepreis der Oberpfalz ausgezeichnet. Bild: bö
Politik
Rieden
21.03.2016
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Sportplatz, -halle und -heim: Das Vereinsleben verbraucht Energie. Und das kostet viel Geld. Muss es aber nicht. Der FC Rieden weiß, wie das geht.

So ein Sportheim muss geheizt, der Platz beregnet sowie abends beleuchtet werden, und nach dem Sport fließt in den Umkleiden reichlich warmes Wasser. Der 1. FC Rieden zeige vorbildhaft, wie Klimaschutz und energiesparendes Haushalten in Sportvereinen funktionieren können, hob Vorsitzender Kreisrat Sebastian Schärl im CSU-Arbeitskreis Umwelt (AKU) hervor. FC-Vorsitzender Hans Fischer und Vorstandsmitglied Jürgen Färber erläuterten das Energiekonzept des Vereins. Sie berichteten, dass dieser Grund- statt Trinkwasser zur Beregnung seiner Rasenflächen einsetze und eine Photovoltaikanlage installiert sei. Für Raumbeheizung und Brauchwassererwärmung kämen Pellets und Hackschnitzel zum Einsatz.

Beide Vereinsvertreter betonten, dass der Sportverein auf fossile Brennstoffe ganz verzichte. Insbesondere die Umrüstung der Flutlichtanlage auf LED-Technik spare etwa 50 Prozent an Stromkosten. Für seine bayern-, vielleicht sogar bundesweit im Amateurbereich einzigartige Sportanlage sei der 1. FC Rieden 2015 mit dem Oberpfälzer Bürgerenergiepreis ausgezeichnet worden, berichtete Fischer.

Bürgermeister Erwin Geitner informierte den AKU über energetische Sanierungsmaßnahmen in seiner Gemeinde. Die Runde begrüßte es, dass der Handel das Ende der kostenlosen Plastiktüten einläuten will. Kunststoff sei per se nicht nachteilig. Sebastian Schärl nannte es aber unsinnig, dass die langlebigen Abfälle aus diesem Material nur selten wiederverwertet, sondern unkontrolliert entsorgt würden. Es habe auch keinen Sinn, einen zu Ende gehenden Rohstoff wie Erdöl für Plastiktüten zu nutzen. Vielfach landeten die Kunststoffe im Meer - und damit auch in der Nahrungskette.

Klares Plädoyer für BiomasseBei den aktuellen Reform-Überlegungen der Bundesregierung zum Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) muss Biomasse ein unverzichtbarer Bestandteil sein: Das fordert der CSU-Umweltarbeitskreis (AKU). Denn Biomasse springe ein, wenn Wind und Sonne nicht verfügbar sind. Derzeit seien in Bayern 2360 Biogasanlagen mit 790 MW in Betrieb, in Deutschland mehr als 8000.

Auch im Landkreis seien Biogasanlagen an Nahwärmenetze angeschlossen und versorgten Bürger und kommunale Einrichtungen mit Wärmeenergie, stellte die Runde fest. Bei den Bestandsanlagen laufe die Förderung 2020 schrittweise aus. Diese Einrichtungen dürften ohne eine Anschlussförderung aus wirtschaftlichen Gründen wohl nicht weiterbetrieben werden, mutmaßte der Arbeitskreis. Anders als bei abgeschriebenen Windkraft- und Photovoltaikanlagen (Wind und Sonne schicken bekanntlich keine Rechnung) benötigten Biogasbauern für die Erzeugung von Wärme und Strom auch noch nach 20 Jahren Betriebszeit einen Rohstoff (Substrate), der nicht umsonst zu haben ist. Verschwinden die Biogasanlagen, so die Befürchtung im AKU, fehlten etwa 50 Terrawattstunden pro Jahr des erneuerbaren Stroms in Deutschland (Leistung von vier Atom- oder sechs Kohlekraftwerken). Auch würden die 700 000 Hektar Fläche für Biogas bundesweit an die Milchwirtschaft gehen - mit allen negativen Folgen für den Milchpreis. (bö)


Elektro-MobilitätIst die Förderung der Elektromobilität mit Prämien ein Beitrag zur Lösung der Umweltprobleme? Oder am Ende doch nur reine Geldverschwendung? Auch über diese Fragen diskutierte der Umwelt-Arbeitskreis (AKU).

Schon im Klimakonzept des Landkreises ist der Ausbau der E-Mobilität festgehalten. Die Gemeinden unterstützen den Infrastruktur-Ausbau mit öffentlichen Elektroauto-Ladestationen.

Innerhalb des Arbeitskreises gingen die Meinungen über Kaufanreize zwar auseinander. Dennoch lautete das Fazit der Runde: Industrie und Politik müssen an einem Strang ziehen, um E-Mobilität zum Erfolg zu führen. (bö)
Weitere Beiträge zu den Themen: CSU-Arbeitskreis Umwelt (2)1. FC Rieden (34)
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