No Guts No Glory
Blinder Jeffrey Norris bewältigt Hindernislauf in Kreuth

Der blinde Jeffrey Norris (Mitte) mit zwei seiner drei Begleiter vom Team Tough Troopers - "eine super Truppe", wie der Deutsch-Amerikaner schwärmte. Ohne die drei Helfer hätte er den Hindernislauf nicht bewältigen können. Bild: Venzl
Sport
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22.02.2016
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Als der Schneeregen einsetzte und in Schnee überging, freuten sich die ganz Harten. Bild: Venzl
Rieden: Kreuth |

Zwei Hindernisse muss Jeffrey Norris auslassen, alle anderen bewältigt der blinde Deutsch-Amerikaner aus Nürnberg beim 5. No Guts No Glory in Kreuth. Die Zehn-Kilometer-Distanz legt er mit Hilfe dreier Begleiter zurück. Für diese hat der 56-Jährige ein Sonderlob parat - und sie für ihn.

Kreuth/Amberg. Eigentlich wollte das Trio mit dem Namen Tough Troopers - Mario Walter aus Regensburg, Steffen Werner aus München und Richie Ritsch aus Lauf - die 16 Kilometer mit der Höllenrunde "rocken". Aber dann kam alles ganz anders: Michaela Betzmann vom Ausrichter Sog Events sprach sie an, ob sie Jeffrey Norris auf der 10,5-Kilometer-Runde begleiten könnten.

"Eine völlig neue Erfahrung für uns. Für das Meiste was uns erwartete, hatten wir keinen Plan. Eine absolute Herausforderung an unseren Teamgeist", erklärt Steffen Werner. Aber: "Jeffrey war ziemlich cool drauf und absolut gewillt, das alles bis zum bitteren Ende durchzuziehen. Sein Wille hat uns großen Respekt abverlangt und uns aber auch total begeistert."

Ritsch lief als Scout voraus und musste die teilweise komplizierten Hindernisse, die ein Sehender einfach bewältigen kann, ausführlich beschreiben. Ob's über Steine ging, oder Sträucher herabhingen. "Das war ein richtig geiles Naturerlebnis", schwärmte Norris. Kreuth hat ihm besser gefallen als die Braveheart Battle, sagt er, weil da alles "Schlag auf Schlag ging", und fast alles Naturhindernisse waren. Höchst konzentriert bewältigte Norris alles ("Ich bin da ständig unter Strom"), bis auf zwei Hindernisse: Ein Seil, auf dem man stehend wie ein Seiltänzer einen Tümpel passieren musste, ließ er aus, weil das zweite, obere Seil zu locker durchhing, um Halt zu geben. Und Hangeln an einem Metallrohr, das schneebedeckt war und für ihn zu wenig Griff hatte.

Über zwei Stunden war das Quartett unterwegs, Norris lobte den Teamgeist seiner Helfer, die für ihn auf die Höllenrunde verzichtet hatten - und die gaben das Lob zurück: "Am Ende wurden wir durch das Lächeln auf Jeffreys Gesicht belohnt, als wir mit ihm gemeinsam im Ziel einliefen", schrieb Steffen Werner auf dessen Facebookseite. Die Zeit spiele für Norris keine Rolle, erklärt er. Egal ob Marathon, Hindernislauf oder Radrennen: "Nur in Deutschland wird immer gleich nach der Zeit gefragt, in anderen Ländern nicht", sagt er. In diesem Jahr möchte Jeffrey Norris unter anderem am London-Marathon teilnehmen. "Von den Big Five habe ich schon drei: Boston, New York und Berlin. Mir fehlen noch London und Paris."

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"Juhu" bei Schneefall

"Das war einer der schwersten und härtesten Hindernisläufe", zog Michaela Betzmann vom Veranstalter Sog Events Resümee. Weil in diesem Jahr alles zusammenkam: "Wir hatten Regen, Kälte Matsch, Schneeregen. Und als dann der Schnee kam, riefen etliche Teilnehmer ,Juhu'." Denn: Je härter, desto besser. Knapp 500 waren am Start, 389 kamen ins Ziel. 134 über die 10,5 Kilometer, 135 auf der Höllenrunde mit 16 km, 41 beim Chicken Run und 116 in der Teamwertung. "Wir hatten sehr viele Aussteiger bei den Einsteigern die mit den schwierigen Verhältnissen auf dem matschigen Boden nicht zurecht kamen", erklärt Betzmann.

Eine "Riesen-Schweinerei"

Eine kleine Gruppe von etwa 20 Teilnehmern verlief sich bei der Trennung der Strecke in die 10,5-km-Runde und 16-km-Runde. Zwei Männer "in dunkler Jacke, keine Teilnehmer" (Betzmann) sind beobachtet worden, wie sie den Wegweiser um 180 Grad gedreht haben. "Eine Riesen-Schweinerei, das ist an Unsportlichkeit nicht zu überbieten", regte sich Michaela Betzmann auf. Ihr Team habe zügig reagiert, als es davon erfahren habe. Die 20 "Verirrten" kamen dann verspätet noch ins Ziel.

No Guts No Glory 2016No Way Out 10,5 km - Frauen

1. Alina Beierlieb, Veitenstein 1:29:36

2. Katharina Klupsch, L.g. Leiden 1:35:43

3. Peggy Schmottlach, Tough 1:36:34

4. Sara Kamzela, Brooks Team 1:40:21

5. Simone Hecht, Schlussleuchten 1:41:24

6. Doris Rösner, Runterra 1:53:36

7. Susanne Biller 1:57:07

8. Julia Berghof, Schwetzer 2:00:44

9. Edda Mammen 2:01:09

10. Constanze Behr 2:01:11

No Way Out 10,5 km - Männer

1. Lucas Kempe, Brooks Team 1:00:29

2. Til Leipziger, Tough Team 1:00:44

3. André Schmidt, Tough Team 1:01:09

4. Chris Lemke, Harzer Keiler 1:05:01

5. Simon Weig, Tough Team 1:05:15

6. Fabian Breitsamer 1:05:44

7. Björn Hahn, Brooks Team 1:06:52

8. Kenny Raab, Luigi and friends 1:07:18

9. Chris Gerlich, Rudolstadt 1:07:42

10. Jason Wienhold, Rudolstadt 1:13:03

No Way Out 16 km - Frauen

1. Pia Winkelbach, Ramboknub 2:17:07

2. Agata Krafczyk, Einbecker 2:19:40

3. Iris Groß, Dirtrun.Company 2:25:26

4. Elke Beierlieb, Veitenstein 2:43:56

5. Katharina Welzel, Black Forest 3:02:05

5. Katja Sprengel, Muddy Fox 3:02:05

7. Maria Kerres 3:15:41

8. Maria Horsonek, Hadidi 3:16:41

9. Christina Wallrabenstein 3:19:16

10. Veronika Haase, Xenofit 3:22:38

No Way Out 16 km - Männer

1. Can Parlar, Team Allgäuman 1:45:39

1. Christoph Birkner, Allgäuman 1:45:39

3. Felix Georgi 1:54:04

4. Phil Reuß 1:54:10

5. Alexander Trautner 1:58:12

6. Michael Weiß, Brooks Team 1:58:13

7. Lukas Beierlieb, Veitenstein 1:58:29

8. Ronny Müller 1:58:48

9. Manfred Seebauer, No Guts 2:03:20

10. Tom Flöter, BrooksTeam 2:05:32

Chicken Run - Mädchen

1. Katharina Meier 48:57

2. Sarah Otto 49:20

3. Nathalie Metschl, Mimbach DG 50:26

4. Kathrin Waldl 1:05:21

5. Tamara Colditz 1:05:40

6. Karin Launer, Mpfff 1:07:38

7. Simone Schubert, Schauer 1:07:46

8. Elke Höft, Crazy Runner's 1:16:55

9. Miriam Aures, First Fitness 1:17:09

10. Laura Werner, Tough Troopers 1:23:34

Chicken Run - Jungen

1. Johann Knowlech 44:46

2. Robby Aurich 49:26

3. Carsten Schüller 49:32

4. Stefan Colditz 50:15

5. Claus Metschl, Mimbach DG 50:26

6. Rudolf Martin, Lauffreunde Iller 1:07:39

7. Michael Holzinger, One only 1:12:21

8. Mario Lindner, Erdinger 1:16:54

9. Marcel Kufner 1:16:55

10. Bernhard Reitberger, Fitness 1:17:09
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