Demo gegen AfD in Kreuth
"Werden Hetze nicht hinnehmen"

Verdi-Vertreter Stefan Dietl verurteilte bei der Demo in Kreuth die Politik der Alternative für Deutschland scharf. Bild: Steinbacher
Vermischtes
Rieden
03.10.2016
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Kreuth. "Wir sind hier, um gemeinsam zu zeigen, dass wir die Hetze der AfD nicht hinnehmen werden", sagte Stefan Dietl, stellvertretender Verdi-Bezirksvorsitzender der Oberpfalz, als er mit rund 250 Menschen in Kreuth gegen den Auftritt der Alternative für Deutschland und ihrer Bundesvorsitzenden Frauke Petry demonstrierte. Er prangerte die unmenschliche Flüchtlingspolitik der AfD an: "Sie will die Grenzen Europas zur Festung ausbauen."

Neben ihm sprach Juso-Kreisvorsitzender Lukas Stollner ("Wir müssen nicht nur im Wahlkampf, sondern auch am Stammtisch gegen die AfD anreden"). Zur Demo hatte das Oberpfälzer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte aufgerufen. "Wir zeigen, dass wir für eine offene Gesellschaft sind", betonte dessen Sprecher Hans Lauterbach und skandierte mit Demo-Teilnehmern: "Refugees welcome." (Hintergrund)

AfD, Demo und mittendrin die PferdeFür die Alternative in Deutschland sprach deren Bundesvorsitzende Frauke Petry in Kreuth. Gegen den AfD-Auftritt protestierten Demonstranten. Und mittendrin waren die Pferde, denn im Ostbayerischen Pferdesport- und Turnierzentrum lief zeitgleich ein Turnier. Deshalb war es den Demonstranten untersagt, Trillerpfeifen zu benutzten. Sie durften keinen Lärm machen, der die Pferde störte. (san)

Angemerkt: Zum Bündnis in zehn Tagen

Von Andrea Mußemann

Respekt. 600 Menschen standen für ein gemeinsames Ziel ein. Das Bündnis für Toleranz und Menschenrechte hat mit dieser Veranstaltung auf dem Amberger Marktplatz ein deutliches Signal hinterlassen. Seit bekannt wurde, dass Bundesvorsitzende Frauke Petry in der Riedener Festhalle den Wahlkampfauftakt für die AfD bestreiten sollte, formierte sich in Windeseile Widerstand. In zehn Tagen mobilisierten sich über 40 Gruppen, die sich das Parteiprogramm vorknöpften und kritisch damit auseinandersetzten. Die Performances und Reden dauerten zwei Stunden. Das mag dem ein oder anderen zu lang gewesen sein. Tatsächlich aber war es der Auftakt für eine Diskussion, die jeder wohl noch länger führen muss.

Hintergrund
Getrennte Wege für AfD und Gegner

Deeskalierend waren Polizei und Gemeinde Rieden im Vorfeld des Auftritts von Frauke Petry und der Demo des Oberpfälzer Bündnisses für Toleranz und Menschenrechte gegen die Alternative für Deutschland tätig geworden. Während die AfD-Interessenten auf einem Weg zur Festhalle Rieden marschierten, standen die Gegner an einer anderen Zufahrt. "Das gelingt gut, beide Seiten kommen nicht in Kontakt", sagte Sabine Müller, Geschäftsleiterin des Marktes Rieden, die dienstlich vor Ort war. "Es gibt keine besonderen Vorkommnisse", vermeldete sie.

Gleiches sagte Polizeidirektor Robert Hausmann. "Bis jetzt ist alles friedlich", bilanzierte er, als Bündnis-Sprecher Hans Lauterbach die Kundgebung auflöste. Zu diesem Zeitpunkt lief eine kleine Gruppe Demonstranten in Richtung des Weges zur Festhalle Rieden, der den AfD-Zuhörern vorbehalten war. Polizeikräfte verhinderten, dass beide Gruppen direkt aufeinandertrafen. Als Frauke Petry in der Festhalle Rieden sprach, unterbrachen AfD-Gegner mit lauten Zwischenrufen die Politikerin, was zu einem Gerangel am Eingang führte.

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