Die Zeit des dunklen Gerstensaftes hat begonnen
Vilstal im Bockbier-Rausch

Das Alt-Nei-Riedener Dorfgebläse spielte auf. Kapellmeister Erhard (Dritter von links) fasste zusammen: "Ja das ist ein wilder Haufen, der ernährt sich fast nur vom Saufen." Bild: sön
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Rieden
14.02.2016
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Bürgermeister Markus Dollacker beim Anzapfen. Bild: sön

Beim Riedener Bockbierfest ging es Schlag auf Schlag. Zuerst zapfte Bürgermeister Erwin Geitner das erste Fass an, dann zückte Erhard Richthammer ein paar rhetorische Hämmer.

Mit Wirtin Susanne Richthammer, "Altenteilwirt" Erhard Richthammer und Altbürgermeister Gotthard Färber stieß Geitner "auf einen pfundigen Bockbierabend" an. Das Alt-Nei-Riedener Dorfgebläse marschierte mit dem Wurstsuppenfahrer-Marsch in den proppevollen Saal ein und spielte zünftig auf. Für etliche Lacher sorgte Erhard Richthammer. Er stellte die Musikanten vor ("Ein zusammen gewürfelter Haufen, ernährt sich fast nur vom Saufen") und ging dann humorvoll auf einige Vorkommnisse in der Gemeindepolitik ein. Das Ausscheiden des Freien Wählers Anton Preischl und den Einzug "des Schwarzen Jürgen Färber" kommentierte er mit den Worten: "Ein Förster raus, ein Förster rein. Ein Förster muss im Marktrat sein".

Eine Familien-Bande


Richthammer zog so ziemlich alle Gemeinderäte durch den Kakao. Im Gremium gebe es "drei Bürgermeister und zwei Gendarm, die lassen wir nicht kalt werden, die fressen wir gleich warm. Ein Brüder- und ein Ehepaar, das ist die neue Konstellation fürwahr". Der Bockbier-Redner zählte zwei Siemensianer und einen Ex-Bundeswehrler, zwei Betriebsräte und zwei Selbständige "der eine nur zum Schein, der Engelbert müsst das sein. Jahrelang kämpft er im Steinbruch allein, als würde er selbstständig sein". Um die Marktratssitzungen attraktiver zu machen, riet er, vorher den vom Hirschenwirt spendierten Whirlpool im Rathausgarten zu besuchen. Zu empfehlen sei bei den Sitzungen auch der Genuss von "einem kleinen Pils statt Gänsewein, denn dann käme mehr Dampf hinein".

Vils statt Freibad


Den schwachen Besuch bei den Bürgerversammlungen in Rieden und das Baugebiet Lederer-Acker nahm Richthammer ebenso in die Mangel wie den Bau von Feuerwehrhaus und Bauhof, die Toiletten am Friedhof, "die Verzierung der Gehwege durch Hundehaufen" und die sich hinziehende Sanierung des Freibades: "Sollte der Umbau außer Plan geraten, dann gehen wir halt ein Jahr in die Vils zum Baden".

Bockbierfest in WolfsbachMit Dorf-Poet und Schweinshaxn

Wolfsbach. (sön) "Ozapft is!" verkündete Bürgermeister Markus Dollacker beim Bockbierabend im Schützenheim. Mit drei Schlägen hatte er das erste Fass Asam-Bock angestochen, stieß mit Wirtin Andrea Schmid, deren Vater Karl und Braumeister Wolfram Seebauer auf einen feucht-fröhlichen Abend an. Dafür sorgte auch "Krach und Fürchterlich", die Haus- und Hofkapelle des Pirkenseer Heimat- und Trachtenvereins. Mit "Ein Prosit der Gemütlichkeit" stimmten sie auf den Abend ein und legten mit dem Jägerlied "Ja, was kann es schöneres geben" so richtig los. "So weit, wie bis nach Wolfsbach sind wir noch nie gekommen", meinte der Sprecher der sieben Musiker, Martin Hummel. Neben Quetschn und Tuba, verkündete er, würden die Mitglieder der Kapelle nur "Primitiv-Instrumente" wie Teufelsgeige, Ratschn, Brummtopf, Holzlöffel und Waschbrett bedienen. Und auf "oins, zwoa, drei" legten sie so richtig los, spielten und sangen "Schnucki, ach Schnucki ..." und auch das Lied vom Segeln. Mit Antworten auf Fragen wie "Was besagt das bayerische Reinheitsgebot?" oder "Aus welcher Region kommt der beste Hopfen der Welt?" waren bei einem Quiz Preise zu gewinnen. Die Gäste ließen sich zum Bockbier Brotzeitplatten, Matjesfilet, Obatztn oder deftige Schweinshaxen schmecken. "Krach und Fürchterlich" spielte zünftig auf und der Pirkenseer Dorf-Poet Andi Leitl, "der mit dem Waschbrett am Bauch", hatte ein paar deftige Witze ("alles wahre Geschichten von daheim") auf Lager.
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