Für Helfer ruhig und unauffällig, für Musiker und Besucher geil
G.O.N.D. 2016 gibt ein gutes Bild ab

Einer der musikalischen Höhepunkte war der Auftritt von Kärbholz.
Vermischtes
Rieden
17.07.2016
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Im Fußballstadion ein Grund für Strafen, bei Auftritten der Band Unantastbar wohl eine unvermeidliche Begleiterscheinung: brennende Bengalos. Da ergeben zwei Ursachen eine explosive Mischung: ein "durchwegs hoher Alkoholisierungsgrad", wie ihn die Polizei bei jeder G.O.N.D. wahrnimmt, und der Text des Unantastbar -Songs "Das Stadion brennt" ("Bengalische Feuer zeigen, wo wir stehen"). Der Termin für die G.O.N.D. 2017 steht übrigens schon fest: 13. bis 16. Juli.

Bei der Besucherzahl waren sich Polizei (11 000) und Veranstalter (13 000) nicht so ganz einig. Doch abgesehen davon wurde die Größte Onkelz Nacht Deutschlands 2016 durchgehend mit denselben Worten beschrieben: ruhig, unauffällig, halb so wild.

Kreuth. Zum "sehr entspannten Verlauf" trug laut Janina Husel vom Organisationsteam auch das Wetter bei: nicht so heiß wie 2015, nachts ein bisschen kühl, aber tagsüber fast ideal (abgesehen vom Regen am Donnerstag). Zusammen mit der Musik ergebe das eine Gesamtatmosphäre, die über die deutschen Grenzen hinaus anziehungskräftig sei.

Als musikalische Höhepunkte wertete Janina Husel, die seit dem Umzug der G.O.N.D. nach Kreuth 2008 dabei ist, neben JBO und Hämatom (am Donnerstag) die Krawallbrüder am Freitag sowie Kärbholz und Unantastbar am Samstagnacht. Die beiden Veranstalter Timo Hofmann (Künstlername Timm Rock) und Steffen Kiederer mit seiner Band King Kongs Deoroller standen heuer erstmals gemeinsam auf der Bühne. "War geil", postete Hofmann danach.

Während die Veranstalter noch bis Mittwoch bleiben, um alles aufzuräumen, machten sich die ersten Besucher bereits am frühen Sonntag auf den Heimweg. Bis 14 Uhr musste das Gelände geräumt sein. Die Polizei freute sich, dass es bei der Abreise genauso wenig zu nennenswerten Verkehrsbehinderungen kam wie bei der Anreise am Donnerstag, die heuer schon ab 0 Uhr möglich war.

"Das war die unauffälligste G.O.N.D., die wir je hatten", bilanzierte Polizeisprecher Dieter Muschler. Es habe keine größeren Vorkommnisse gegeben, lediglich - "von den Zahlen her im mittleren zweistelligen Bereich" - die festival-typischen Delikte: Körperverletzungen ("die üblichen Kloppereien"), Sachbeschädigungen, Diebstähle; zumeist ausgelöst durch übermäßigen Alkoholkonsum. Dazu kamen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Waffengesetz.

50 ins Krankenhaus


Rund 500 Behandlungen - und damit über 100 weniger als im Vorjahr - verzeichnete BRK-Einsatzleiter Dieter Hauenstein, der jeden Tag mit etwa 110 Leuten vor Ort war. Die verteilten sich auf mehrere Schichten und kamen nicht nur aus der Region, sondern wurden ergänzt durch Freunde vom BRK aus Mainz. Sie behandelten Sprunggelenke, Bänder, allergische Reaktionen "und auch ein paar internistische Sachen", aber alles "nichts Außergewöhnliches". Etwa 50 Patienten schickte man in die umliegenden Krankenhäuser weiter, "zumeist aus Vorsicht, weil wir hier kein Röntgengerät haben". Laut Hauenstein hat man keine Erkenntnisse, dass die Verletzungen durch Gewalttätigkeit entstanden, sondern eher auf festival-üblichen Wegen: Zusammenstöße beim Tanzen vor der Bühne oder Stolpern über Zelt-Abspannungen.

Hauenstein lobte das THW Amberg für die technische und bauliche Unterstützung, vor allem für die installierte Kabelbrücke. Für die Helfer des BRK sei das G.O.N.D. ein beliebter Einsatz. Zum einen könnten die Jungen viel lernen, wie es bei Großereignissen zugehe. Zum anderen komme es dort zu keinen Aggressionen gegen Einsatzkräfte. "Da sind wir auf der Dult oder auf einer Kirwa oft mehr gefährdet." Der BRK-Mann führt diese günstige Situation bei der G.O.N.D. auf die gute Absicherung, die "polizeiliche und nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr und die hoch professionelle Security" zurück.

"Nichts Mutwilliges"


Sehr ruhig fand auch Kommandant Rainer Saalbeck von der Feuerwehr Rieden die G.O.N.D. Man habe zwar über 30 Einsätze absolviert, "aber das waren lauter Kleinigkeiten" in der Art eines Kabelbrandes in einem Pkw oder von Feuer beim Auftanken von Aggregaten. Saalbeck sah darin "mehr technische Defekte, nichts Mutwilliges", wie es früher schon hin und wieder mal vorgekommen sei.

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