Kurs für Waldbesitzer
So wächst es gesund nach

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05.11.2016
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Fast unbemerkt hatte hier am 29. Mai eine kleine Windhose Fichten auf einer Fläche von etwa fünf Tagwerk wie Streichhölzer geknickt oder ganz umgeworfen. Doch hier, am Schweinberg, wächst jetzt neues Grün. Und damit auch die Kenntnis in Sachen Aufforstung.

Vilshofen. Letztere vermittelte ein Pflanzkurs für Privatwaldbesitzer des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) im Forstrevier Vilshofen am Schweinberg. Groß war die Resonanz: Gut 25 Bauern und andere Privatwaldbesitzer interessierten sich für die Experten-Tipps zu Waldnachpflanzung/Aufforstung und zum Thema Mischwald. Diese bekamen sie von Anton Preischl, Franz Meier sowie Herbert Mutzbauer.

Aufgrund der milden Witterung habe sich die Pflanzzeit für Jungbäume auf etwa Mitte November verschoben, erläuterte Beratungsförster Preischl. Die beste Größe der Bäumchen liege bei 30 bis 50 Zentimetern. Natürlich sollte man auch die Güte der Böden im Auge haben. Mit Blick auf den Klimawandel empfahl Preischl, an Mischpflanzung von Laub- und Nadelwald zu denken.

Alle drei Fachleute machten deutlich, dass heutzutage Qualitäts-Pflanzung gefragt sei - nicht Schnelligkeit wie beim "Büschlbelzen" von früher. Möglichst 100 Prozent der gesetzten Bäume sollen durchkommen. Gießen müsse man die Aufforstung bei richtiger Pflanzung nicht. Zum Hege- und Verbissschutz gebe es mehrere Möglichkeiten - mit jeweils Vor- und Nachteilen, sagte Preischl. Ein Wildzaun üblicher Art in der Fläche schütze alle Bäumchen dieses Bereichs, also den begehrten Misch- oder Vielwald. Es gebe aber auch praktische Wuchshüllen oder -hilfen aus Kunststoff, die ein zweites Mal verwendbar seien. Ab 1000 Stück gebe es dafür eine Förderung vom Amt. Wichtig sei, im Vorfeld mit ihm Kontakt aufzunehmen und dann den schriftlichen Bescheid vom Forstamt abzuwarten, schärfte Preischl seinen Zuhörern ein. Das ALEF habe beim Verbiss schon einiges erlebt. Die Erfahrung aus amtlicher Sicht laute: Das vorhandene junge Gehölz, ob Fichte oder Laubbaum, sei beim Reh begehrt. Im Übrigen sei ein altes Förster-Rezept ein sicheres und dabei einfaches Mittel: Schafwolle an der Triebspitze des Bäumchens, jährlich angebracht, sorge dafür, dass Rehe fernbleiben.

Herbert Mutzbauer erläuterte den Teilnehmern schließlich die Vorteile der verschiedenen Pflanz-Werkzeuge. Am zweckmäßigste und einfachsten sei für Privatwaldbsitzer immer noch der Hohlspaten mit 30 Zentimetern Schaftlänge sowie 16 Zentimetern -breite.
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