Machbarkeitsstudie
Auch ein Naturbad wäre möglich

Vermischtes
Rieden
28.01.2016
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Bekommt Rieden ein Naturbad? In der Marktgemeinderatssitzung stellte die Wasserwerkstatt Bamberg, vertreten durch Claus Schmitt, eine Machbarkeitsstudie für solch ein Projekt vor. Auch, um im Hinblick auf die beabsichtigte Sanierung des Freibades alle Optionen hinreichend gewürdigt zu haben. In einer ausführlichen Beschreibung zeigte Schmitt die vielen Optionen und Möglichkeiten auf, die im Riedener Freibadgelände möglich wären. Das Ergebnis machte deutlich, dass das Freibad jederzeit auch als Naturbad umgebaut werden könnte.

Platz für Fünf-Meter-Turm


Im Vorschlag der Wasserwerkstatt sollten dabei sogar die drei großen Beckenanlagen erhalten bleiben. Sprung- und 50-Meter-Schwimmerbecken könnten im vollen Umfang integriert werden und stellten weiterhin ein wesentliches Merkmal des Riedener Bades dar. Es wäre sogar Platz für einen zusätzlichen Fünf-Meter-Turm beim Springerbecken. Die größten gestalterischen Möglichkeiten gibt es laut der Studie im Nichtschwimmerbereich, der in eine Art Strandbecken mit Aktiv- und Abenteuerbereich umgestaltet werden könnte. "Viele Optionen für Kinder jeden Alters wären hier steuerbar. Und natürlich wurde die Option für einen barrierefreien Zugang zum Strandbecken mit einbezogen", erklärte Schmitt.

In Klausur gehen


Die Option auf ein Naturbad gilt es nun gegenüber einer anderen Sanierungsvariante abzuwägen. Bürgermeister Erwin Geitner schlug deshalb vor, mit dem Thema im Gepäck erneut in Klausur zu gehen und sich im Laufe des Jahres auch einige Bäder anzusehen.

Die Verwaltung gab in diesem Zusammenhang bekannt, dass die Sanierung der Campingplatzgebäude voll im Gang ist. Beim Umbau gab es jedoch neue Ideen für die Strom- und Wärmeversorgung, die im ursprünglichen Konzept so nicht eingeplant waren.

Deshalb befasste sich der Marktgemeinderat in einer Sondersitzung mit der weiteren Vorgehensweise sowie der künftigen Warmwasseraufbereitung nicht nur im Campinggebäude, sondern vielmehr zur Badewassererwärmung im angrenzenden Freibad. Bislang wird das Wasser in den Becken mittels Solarabsorberanlage erwärmt. Ein Großteil der Absorberflächen befindet sich auf den nun sanierten Dachflächen der Campingplatzgebäude. Durch die Modernisierung war bislang klar, dass die Absorberanlage abgebaut und anschließend wieder aufgelegt werden muss. Bei der geplanten Freibadsanierung wird die Wassererwärmung grundsätzlich Thema sein.

Die bisherigen Absorberflächen reichten aber schon jetzt nicht aus. Mit einer PV-Anlage in Kombination mit einer Luft-Wärme-Pumpe könnte der Strom selbst erzeugt werden und die Beheizung und Warmwassererwärmung am Campingplatz und später - vorausschauend auf das Freibad - übernommen werden. Entsprechende Speicher seien in jedem Fall heute schon einzuplanen, war sich das Gremium klar.

Somit wurde auf den "neuen" Dächern der Campingplatzanlage eine mögliche Photovoltaikanlage mit 57,7 KW errechnet. Damit und mit einer Luft-Wärme-Pumpe im Dauerbetrieb könnte man umgerechnet 194 400 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen. Dagegen steht bei der gleichen Fläche die bisherige Absorbervariante mit 58 800 Kilowattstunden pro Jahr. Aktuell könnte mit den Flächen am Campinggebäude die 3,3-fache Menge an Energie erzeugt und zukünftig an das Schwimmbad abgegeben werden.

Sanierung umplanen


So entschied der Marktgemeinderat die bisherige Sanierungsvariante Camping soweit umzuplanen und bereits im Hinblick auf die künftige Warmwasseraufbereitung für das Freibad abzustellen. Die bisherige Planung der Beheizung in den Campinggebäuden mit Gas kann entfallen und in die neue Kostenberechnung einbezogen werden. Aktuell entstehen hier Mehrkosten von rund 128 000 Euro, die als Vorausleistung für die Badewassererwärmung im Freibad einzuplanen sind.
Viele Optionen für Kinder jeden Alters wären hier denkbar. Und natürlich wurde die Option für einen barrierefreien Zugang zum Strandbecken mit einbezogen.Planer Claus Schmitt zu einer möglichen Umgestaltung des Nichtschwimmerbereichs


Konzept WieskircheVorgestellt wurde in der Marktgemeinderatssitzung auch das Sanierungskonzept mit Kostenschätzung für die Wieskirche in Vilshofen. Die als Leichenhaus in genutzte Wieskirche steht unter Denkmalschutz und stellt ein wesentliches ortsprägendes Element am Pfarrberg in Vilshofen dar. Eine Besonderheit ist, dass sich die Wieskirche anders als die beiden weiteren Kirchengebäuden am Pfarrberg Eigentum der Marktgemeinde ist.

Die Kosten der Sanierung betragen 678 000 Euro. Unter Abzug aller Fördergelder würden am Markt Rieden rund 250 000 Euro hängen bleiben, erläuterte Bürgermeister Erwin Geitner. Für das Gremium steht fest, dass dies Sanierung 2016 angepackt werden soll und dass das denkmalgeschützte Bauwerk weiterhin als Leichenhaus auf dem katholischen Friedhof in Vilshofen dienen soll. Das Architektenbüro Ernst/Meiller (Amberg) wurde mit den Planungen betraut. (sam)

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